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NGK: Zündkerzen-Know-how von der Rennstrecke

| Redakteur: Melissa Mager

Das japanische Unternehmen NGK Spark Plug bietet Zündkerzen und Lambdasonden für Zweiräder in der Erstausrüstung an. Um seine Produkte zu testen, nutzt der Hersteller die Rennstrecke. Er ist seit vielen Jahren technischer Partner des Motorsports.

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Der Hersteller entwickelt maßgeschneiderte Zündkerzen für Teams der Moto GP.
Der Hersteller entwickelt maßgeschneiderte Zündkerzen für Teams der Moto GP.
(Bild: NGK Spark Plug)

Jedes Mal, wenn ein neuer Auto- oder Motorradverbrennungsmotor auf den Markt kommt, müssen die darin enthaltenen Komponenten den ständig steigenden Anforderungen entsprechen. Teilehersteller suchen ständig nach Verbesserungen, die ein noch besseres Fahrverhalten ermöglichen. Es ist jedoch eine Herausforderung, die Entwicklung und Erprobung dieser neuen Technologie bis an ihre Grenzen durchzuführen, bevor diese für die Straße zugelassen werden. Daher nutzt der Erstausrüster und Ersatzteilespezialist NGK Spark Plug ein extremeres Testgelände: die Rennstrecke. Das Unternehmen ist seit mehr als 50 Jahren technischer Partner des Motorsports.

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2-Rad Technologien

Seit dreißig Jahren engagiere sich NGK Spark Plug auch im Motorradrennsport. Dies hätte zu seiner Position als Anbieter von Zündkerzen und Lambdasonden für Zweiräder in der Erstausrüstung beigetragen. Jede Klasse biete eine unterschiedlich hohe Stressumgebung für die Zündung: die MotoGP setzt schnelle Rennmaschinen ein, bei den Superbike-Maschinen handelt es sich um seriennahe Straßenmaschinen, beim Motocross sind Sprünge und Staub zu bewältigen, während die Maschinen beim Speedway mit nur einem festen Gang mehr als 110 km/h erreichen.

In der Premium- Rennklasse MotoGP werden speziell für die Teams Monster Energy Yamaha und Repsol Honda maßgeschneiderte Zündkerzen entwickelt. Zu den Fahrern, die 2019 von dieser Unterstützung profitierten, gehörten Honda-Fahrer Marc Márquez, der derzeitige MotoGP-Weltmeister, sowie Yamahas mehrfacher Champion Valentino Rossi. Auch wurden im Jahr 2019 unter anderem das Monster Energy Kawasaki Racing Team im MXGP und das angesehene TrialGP-Team von Repsol Honda mit dem mehrfachen Weltmeister Toni Bou gesponsert. Persönliche Partnerschaften umfassen britische, schwedische, deutsche und libanesische Fahrer bei Meisterschaften wie Speedway GP, Moto2, U.A.E. Sportbike Championship und Straßenrennen wie die Isle of Man TT.

Der härteste Prüfstand

„Die direkte Einbindung in den Motorsport leistet einen unschätzbaren Beitrag zu unseren Produkten und unserer Marke“, sagt Damien Germès, Regional President EMEA, President und CEO von NGK Spark Plug Europe und Corporate Officer. „Labor- und Straßentests reichen nicht aus, um kontinuierlich weiterentwickelte Motorteile zu liefern, die auch unter schwierigsten Fahrbedingungen bestehen. Die Produkte müssen daher unter noch extremeren Bedingungen geprüft werden – und es gibt keinen härteren Prüfstand als den professionellen Motorsport.“

Diesem Ansatz entsprechend biete der Konzern hochleistungsfähige Zündungs- und Sensorikteile. Auch würden sie technische Beratung für Teams und Einzelpersonen zur Nutzung von Vier- und Zweirädern auf der Straße, im Gelände und auf dem Wasser anbieten.

Funkenschlagende Innovation

In einigen Fällen geht das Unternehmen enge technische Partnerschaften mit großen Motorherstellern ein, um maßgeschneiderte Rennsportkomponenten zu entwickeln. Im Jahr 1964 schloss sich das Unternehmen mit Honda zusammen und ihre Teile wurden bald in viele andere F1-Motoren eingebaut.

Rennen voraus

Private Teams werden in der Regel aus dem Racing-Zündkerzensortiment beliefert. Diese Hochleistungszündkerzen wurden speziell entwickelt, um den außergewöhnlichen Belastungen des Wettbewerbs standzuhalten. Die Motordrehzahl während eines Rennens kann häufig 15.000 U/min überschreiten. Temperatur, Druck und Vibration in der Brennkammer sind so groß, dass herkömmliche Masseelektroden brechen und schmelzen können. Aus diesen Gründen sind die Racing-Zündkerzen des Unternehmens häufig mit speziell entwickelten Masseelektroden oder für besonders anspruchsvolle Anwendungen mit einer ringförmigen Masseelektrode versehen.

Für den japanischen Konzern ist der Erfolg auf der Rennstrecke jedoch nur ein Teil der Geschichte. Damien Germès bestätigt: „Wir sind zwar Experten darin, Motorsportteams in Schwung zu bringen, aber unsere Motivation geht viel weiter. Am wichtigsten ist es, dass wir dieses Wissen auf unsere Erstausrüstungs- und Aftermarketprodukte anwenden, um Kunden und den normalen Autofahrern zu helfen. Unsere Edelmetall und Gleitfunken-Zündkerzentechnologien haben zum Beispiel in der Formel 1 begonnen, sind aber mittlerweile in der Erstausrüstung von Personenkraftwagen üblich.“

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