Niu N1S: Willkommen in der Zukunft des modernen City-Cruisings

Ein Stück chinesisch-deutsche Wertarbeit

| Autor / Redakteur: Dominik Faust / Martina Eicher

Das City-Cruisen mit dem N1S-Testroller des chinesischen Start-ups Niu machte dem Autor viel Spaß. Wie alle Fahrer reiner E-Roller störten ihn eigentlich nur die Abgase der anderen.
Das City-Cruisen mit dem N1S-Testroller des chinesischen Start-ups Niu machte dem Autor viel Spaß. Wie alle Fahrer reiner E-Roller störten ihn eigentlich nur die Abgase der anderen. (Bild: Wetschera)

Der N1S von Niu ist ein E-Roller für moderne Yuppies (Young Urban Professionals), Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability), Best Ager – oder einfach für Leute, die Spaß daran haben, motorisiert und umweltbewusst zur Arbeit zu fahren und Besorgungen in der Stadt zu erledigen.

Mit dem Roller durch die ­City cruisen und im Rückspiegel die verdutzten Blicke genießen, die sich nach einem umdrehen? Das gelingt mit dem N1S des chinesischen Startups Niu mühelos. Der Grund: Der Roller ist elektrisch angetrieben und kommt somit ohne die sonst üblichen Lärm- und Geruchsemissionen von Zweitaktern aus. Genau das fällt auf – hat aber auch einen Nachteil. Denn wer sich als Verkehrsteilnehmer auf seine Ohren verlässt und sich bei Ruhe sicher vor herannahenden Fahrzeugen wähnt, der riskiert eine Kollision. Dies muss man als Fahrer eines E-Gefährts ins Kalkül ziehen. Da kann es für alle Beteiligten hilfreich sein, die Hupe lieber einmal zu viel zu verwenden als einmal zu wenig.

Von der Hupe einmal abgesehen, ist das Einzige, das beim E-Roller aus China noch Krach macht, das Ein- und Ausklappen der Ständer. Ansonsten sorgt der elektrische Antrieb von Bosch für enorme Laufruhe. Der 2.400-Watt-Motor ist das dynamische Herz des Zweirads. Er erzeugt ein maximales Drehmoment von 120 Nm. Wenn man entsprechend am Gashahn zieht, hält der Niu hervorragend im fließenden Verkehr der Stadt mit. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h wird schnell erreicht. Bei unserem Testfahrzeug haben wir sogar bis 53 km/h beschleunigen können. Verglichen mit einem Verbrennungsmotor ist der N1S nach Angaben des Herstellers um zehn Prozent effizienter. Dafür sorgt auch die feldorientierte Vektorsteuerung (FOC), die Niu zusammen mit Bosch entwickelt hat. Sie erkennt die jeweiligen Fahrbedingungen und passt die Steuerung des Motors an.

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Technische Daten

Die Energie für den E-Roller liefert ein Akkupack mit 180 parallel geschalteten Panasonic Lithium-Ionen-Zellen. Darin werden 29 Ah (Nennkapazität) gespeichert. Wer die volle Leistung seines N1S nutzt, kommt damit etwa 50 Kilometer weit. Das reichte beim Test, um eine Woche zum Arbeitsplatz zu pendeln und urbane Besorgungen zu tätigen. Um den Akku wieder vollzuladen, muss er mit dem mitgelieferten Ladegerät sechs Stunden an eine 220-Volt-Standardsteckdose angeschlossen werden. Wer nur die Kapazität für rund 20 weitere Kilometer benötigt, kann den Akku einfach während des Mittagessens teilaufladen. Je nachdem, wo sich die Steckdose befindet, können Fahrer den Akku dazu entweder im E-Roller belassen (dann nutzen sie die Schnittstelle unter der Sitzbank) oder ihn herausnehmen. Da der Akku nur zehn Kilogramm wiegt und mit einer Trageschlaufe ausgestattet ist, kann man ihn zum Laden bequem ins Büro oder in die Wohnung mitnehmen.

Kommen wir zurück zum Auffallen: Nicht nur wegen der fehlenden Geräusche weckt der E-Roller die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer, sondern auch wegen seines Designs. Es ist klar und schlicht in der Form. Da hinein fügt sich der markante LED-Scheinwerfer als Teil eines integrierten Lichtsystems. Natürlich verfügt der moderne Stadtflitzer auch über ein smartes LCD-Display, das neben der Geschwindigkeit Akkukapazität, Außentemperatur und zurückgelegte Kilometer anzeigt. Daten wie den Ladestand und die damit zu erzielende Reichweite werden außerdem in einer eigenen N1S-App für Smartphones angezeigt. Allerdings ist diese Anwendung in Sachen Bedienbarkeit und Komfort noch ausbaufähig. Der Niu-Roller selbst allerdings wirkt insgesamt wie ein ausgereiftes Stück chinesisch-deutscher Wertarbeit.

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