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Norwegen: Bikes in der Kohlendioxid-Falle

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 26/2017/I), Folge 516: Zeitgleich schickte Morten Hansen, der Generalsekretär des norwegischen Motorradfahrerverbands (NMCU), am 22. Juni den Herren Roberto Colaninno (Piaggio), Eric de Seynes (Yamaha Motor Europe) und Yasushi Kawakami (Kawasaki Motors Europe) einen brisanten Brief...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...der »bike und business« vorliegt. Der oberste norwegische Biker-Lobbyist warnte die drei prominenten Motorradmanager vor einer aktuell bevorstehenden Änderung in der steuerlichen Bewertung von Motorrädern. Zum 1. Juli 2017 plane die norwegische Regierung bei der Neuzulassung von Motorrädern eine CO2-Steuer – mit dramatischen Folgen für einige Modelle. Wegen ihrer hohen CO2-Emissionen seien einige Bikes von der Zusatzsteuer besonders betroffen. So stoße die Moto Guzzi Audace laut ihrer offiziellen Zulassungsdokumente 214 Gramm Kohlendioxid je Kilometer aus, weit mehr als zum Beispiel ein zweieinhalb Tonnen schwerer Volvo-SUV XC 90 (149 g/km). Der norwegische Staat bittet die Käufer einer Moto Guzzi Audace künftig mit 8.284 Euro zur Kasse, bei der Aprilia Tuono V4 1100 RR muss der Kunde bei der Neuzulassung einmalig 3.941 Euro extra hinblättern. Bei Yamaha steht die MT-10 SP wegen hoher Abgaswerte auf der schwarzen Liste: auf 4.420 Euro beziffert der norwegische Staat die bei der Neuzulassung zusätzlich zu entrichtende Steuer. Die Kawasaki Z 900 schlage mit 4.117 Euro zu Buche. Man muss kein Prophet sein, dass diese zusätzliche Klima-Steuer schnell das Verkaufs-Aus für besagte Modelle in Norwegen bedeuten könnte.

Klar, der norwegische Motorradmarkt ist so klein, dass sich die zusätzliche Klimasteuer nicht negativ auf die Stückzahlen insgesamt auswirken wird. Doch warnen die führende europäische Motorradfahrer-Organisation Fema und der norwegische Motorradfahrerverband NMCU davor, dass das norwegische Beispiel bald auch in anderen Ländern Schule machen könnte und dort emissionsbasierte Steuern erhoben werden könnten. Was meinen Sie? Droht den Motorradbauern bald auch andernorts Ungemach in Form der CO2-Strafe? Schreiben Sie uns Ihre Meinung (wie immer an stephan.maderner@vogel.de): Kommt die Klimasteuer auf breiter Front und dünnt die Modellpalette der Motorradhersteller aus, wenn diese nicht mehr Power in die Entwicklung von sauberen Motoren investieren?

Über 1.000 Euro für eine Handvoll Lämpchen

Die Diskussion um die Abmahnwelle des Kraftfahrtbundesamtes gegen Teile ohne ABE, die in Ebay-Shops offeriert werden, geht weiter. Gestern Abend schrieb mir wieder ein Betroffener. „Ich hatte einen minimalen Lagerbestand von diversen Blinkerkappen etc. aus den achtziger Jahren, als ich noch Louis- und AME-Vertragshändler war. Diese (teilweise nur einmal auf Lager) hat die neu eingerichtete Verfolgungsbehörde des KBA angemahnt, und mich mit einem Bußgeldverfahren belegt: Über 1.000 Euro für eine Handvoll Lämpchen! Ich werde es morgen meinem Rechtsanwalt übergeben. Meine Frage an Sie: Hat sich gegen diese neuen Machenschaften dieser Verfolgungsbehörde ggf. ein Widerstand formiert? Gibt es jemanden anderen Betroffenen, der sich auch dagegen zu wehren versucht? Könnte man in einer „Gemeinschaft“ mehr erwirken? Gibt es einen darauf spezialisierten Anwalt? Wer hat zu diesem Thema Erfahrungen gemacht? Wie hoch wäre ggf. die Chance sich erfolgreich zu widersetzen?“

Das tut »bike und business«

Meine Antwort auf die Anfrage: „Gegenwärtig findet auf der „bike und business“-Plattform der Austausch von sachlichen Argumenten statt, aber so ein richtiger offizieller Widerstand kann nur von der Branche selbst initiiert werden. Ich habe unseren Autor für die Rechtsthemen von der Kanzlei Voigt auf das Thema angesetzt, das Ergebnis steht noch aus. Von einem Händler hörte ich kürzlich, dass, wenn Sie höflich beim KBA anrufen und die angemahnten Teile von sich aus wieder aus dem Ebay-Shop nehmen, das Verfahren problemlos eingestellt wird. Gerne starte ich im Speedlog einen Aufruf in Ihrem Sinne.“ Also Leute, bitte mal mit konstruktiven Vorschlägen bei mir aufschlagen.

Bundesinnungsverband im TV

Neu einführen möchte ich an dieser Stelle den aktuellen Fernsehtipp. Heute abend gegen ca. 19 Uhr 10 wird Marcus Büttner, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbands für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV), Fernsehgast bei der „Aktuellen Stunde“ im WDR sein. Sein Thema: „Wie klappt es mit dem Fahrradkauf?“ Wenn Sie mögen, haben Sie zum Feierabend ein „Date“ mit dem Fernseher. Alle, die nicht mehr linear TV gucken, ziehen sich den Beitrag später in der Mediathek rein.

Letzte Plätze zur Motorradtour 2017 sichern

Noch 23 Tage sind es, bis es wieder heißt: Gentlemen and Women start your engines. Auf geht's zu der Branchenausfahrt des Jahres. „Vogel Business Media on the road“ – bereits zum 12. Mal laden die Fachmedienmarken »bike und business«, »kfz-betrieb« und »Fahrzeug+Karosserie« zum gemeinsamen Cruisen mit Business-und Weiterbildungsdrehmoment ein. Es geht gechillt zu auf der Tour und alles im Rahmen der StVO – versprochen. Alles, was die Teilnahme an einem solchen Motorrad-Event so wertvoll und begehrenswert macht, finden Sie hier. Danke vorab an unsere drei Hauptsponsoren und die zahlreichen Tourförderer, die das Event mit ihren Produkten und Services bereichern.

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