Nutzlose Hobbys oder Offroader, Biker und Valerias Daily Business

Vom bevorstehenden Ende eines tollen Praktikums

| Autor / Redakteur: Valeria Schulte-Niermann / Valeria Schulte-Niermann

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 29/2016/II). „Stephans Speedlog“ ist ein Branchenseismograph für Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV. Folge 435, diesmal verfasst von Valeria Schulte-Niermann: Praktikum mit Drehmoment + Was Biker und Offroader gemein haben + Gute und schlechte Praktika + Coole Biker + Die Liebe zur Maschine + Verabschiedung zum Bike-Wochenende + Website der Woche: Zweirad Trinkner

Jetzt ist auch dieses Praktikum bald vorbei. Die letzte Woche bei »bike und business« liegt noch vor mir. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man etwas zu tun hat. Und hier hatte ich richtig viel zu tun. Mein E-Mail-Postfach war eigentlich immer voll mit Pressemitteilungen, die zu einem Artikel verarbeitet werden wollten. Langeweile und Zeit absitzen gab es hier nicht. Wenn ich nicht gerade an Veröffentlichungen von neuen Produkten, Bikes oder Events saß, fotografierte ich Stephan vor einem neuen Test-Bike, telefonierte Händlern für die „Fragen der Zeit“ hinterher und brachte die Neuzulassungsstatistiken für Europa, Österreich, Schweiz sowie Quads auf den aktuellsten Stand.

Bei dem zwei Mal jährlich stattfindenden Motorrad-Betriebsausflug, neudeutsch flotter als „Vogel-After-Work-Ride“ tituliert, durfte ich auch zum ersten Mal Bikerluft schnuppern. Das war schon aufregend, als Sozia auf einer Triumph Tiger die Welt des Zweirads zu entdecken. Über die Eindrücke meiner Motorradfahrt-Premiere erzählte ich in einem kleinen Bericht. Eine echte Reportage mit persönlichem Touch.

Das Praktikum und seine Hürden

Über Zweiräder wusste ich anfangs nicht viel. Aber man wächst schnell in das Metier hinein. Die Mitteilungen der Industrie sind oftmals ziemlich ausführlich und man braucht die Texte nur ein wenig zu strukturieren und in verständlichere Worte zu fassen. Man muss nicht über alle Themen 100 prozentig Bescheid wissen, um Informationen zu liefern. Ich hoffe das ist mir recht gut gelungen.

Stephan schmiss mich einfach ins kalte Wasser und ich musste zusehen, wie ich zurechtkomme. Das ist aber keinesfalls negativ gemeint. Man ist schließlich erwachsen und so läuft das im Berufsleben. Es gibt keinen Tutor oder so, der alles hunderte Male mit einem durchgeht. Man kann zwar immer fragen, doch letztendlich ist man auf sich allein gestellt. Die vorherige Praktikantin zeigte mir das Programm Censhare, mit dem hier alles steht und fällt. Da gibt es hunderte Optionen und Funktionen. Mit dieser Informationsflut fühlt man sich am Anfang ziemlich überfordert. Doch ich hatte zum Glück ein schlaues Stück Papier, auf dem alles draufstand.

UMFRAGE
Elektro-Tretroller, Monowheeler & Co. - die in vielen Ländern weltweit boomende Elektrokleinstmobilität wird in Zukunft auch in Deutschland …
Foto: BMW Motorrad

…stark wachsen

31 %

…wachsen

34 %

…stagnieren

17 %

…zurückgehen

6 %

…vom Markt verschwinden

12 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Egal in welche Art von Unternehmen man kommt, am Anfang denkt man immer, man werde niemals mit dies und jenem zurechtkommen und tragisch verzweifeln. Doch schon nach einer Woche hatte ich mich an Struktur und Ablauf des Unternehmens sowie deren Computerprogramme gewöhnt. Meine Generation ist ja damit gesegnet mit allerlei Technik aufgewachsen zu sein. Die meisten Kinder kommen besser mit Computer und Co zurecht als deren Eltern. Deshalb habe auch ich das ziemlich kompliziert wirkende Programm schnell verstanden. Vielleicht lag das aber auch nur an meinem technischen Interesse. Das war hier auf vielen Arten von Vorteil. Schließlich schrieb ich über neue Technik an Motorrädern und Zubehör. Außerdem bin ich mit dem Offroadfahren schon ein wenig vorinfiziert, was motorisierte Fahrzeuge angeht. Doch auch am Ende meines sieben-wöchigen Praktikums kann ich, logischerweise, Motorräder noch nicht so gut unterscheiden wie Offroad-Autos. Versucht habe ich es immer wieder, wenn mir auf der Straße ein Biker entgegen kam. Allerdings ist die Vermutung der Marke oft schwer zu überprüfen. Man kann ja nicht einfach umdrehen und hinterher fahren.

Biker und Offroader: Cool and the gang

Was mir aber immer wieder auffällt ist, dass Motorradfahrer viel Verständnis für die Leidenschaft am Fahrzeug haben. Klar, sie lieben ihr Bike ja genauso, wie wir unsere Offroader. Anders als „normale“ Autofahrer, schauen sie öfter hin und hinterher, wenn ich mit meinem höher gelegtem Suzuki New Grand Vitara vorbeifahre (dem richtigen, nicht dem neuen SUV). Ob das für die tiefergelegte Fraktion genauso gilt, kann ich nicht sagen. Das beste Beispiel für diese Empathie ist eine Begegnung auf der Autobahn gewesen. Nach einem Wochenende im Offroad-Park, bei dem wir das Auto richtig schön eingesaut hatten, fuhren wir so wie wir waren nach Hause. Nur das nötigste war sauber, also Lichter, Nummernschild und Frontscheibe. Im Stau fielen wir auf wie ein buntes Huhn. Jeder drehte sich zu uns um. Einige mit angewidertem und verständnislosem Gesicht, andere freudig lachend (wobei der erste Teil überwog). Motorradfahrer waren nicht sehr viele unterwegs, doch einer fuhr neben uns, nickte und streckte den Daumen hoch. Keine große Geste, aber eine coole.

Fahrzeugliebe

Generell verbindet Offroad- und Motorradfahrer einiges. Wir lieben und leben unsere Fahrzeuge und werden dafür schief angeschaut. Welchen Nutzen hat das Fahren? Was bringt das? Ist doch völlig egal! Darum geht es doch nicht! Es geht um den Spaß! Natürlich könnten wir auch bei Wettbewerben mitmachen, doch dazu sind wir dann doch nicht unbedingt gut genug ausgestattet. Der Nutzen ist bei Geländewagen nur bei Förstern und Bauern ersichtlich, die tagtäglich auf unbefestigten Wegen fahren. Und im Winter wünschen sich manche bestimmt öfters Allradantrieb, wenn sie die glatte steile Straße zum Wohnhaus nicht hoch kommen. Nach einem Motorrad sehnen sich die meisten wahrscheinlich nur im Stau. „Ach wäre das jetzt schön einfach an allen vorbei zu fahren.“

Ansonsten braucht man diese Fahrzeuge eigentlich nicht. Sie sind zu groß beziehungsweise zu klein, unnütz und blasen unnötig CO2 in die Luft, weil sie nur zum Spaß ausgeführt werden. Tja so ist das eben. Jedes Hobby ist von außen betrachtet nutzlos und unnötig. Aber es bereitet einem selber Freude. Das ist alles, was zählt. Mit diesem Gedanken kann man dummen Kommentaren gut die kalte Schulter zeigen.

Auf der Motorradtour von »bike und business« werden sicherlich auch einige verständnislose Gesichter von „normalen“ Autofahrern zu sehen sein. Darüber kann man nur lachen und stolz weiterfahren. In diesem Sinne wünsche ich der ganzen „Bike“-Truppe viel Spaß bei den Fahrten durch Luxemburg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Genießt die Natur und die Kraft unterm Hintern!

Für mich geht es im August auf große Fahrt. Zum Offroad-Sommerfestival nach Lichterfeld-Schacksdorf in Brandenburg . Bis dahin lasse ich in der letzten Woche mein Praktikum noch ausklingen und lerne die Neue in das Computerprogramm ein. Beziehungsweise überschütte sie mit Informationen.

Praktikum mit Drehmoment

Fazit: Auf jeden Fall hat mich das Praktikum in meiner Entscheidung gestärkt, mit Wort und Schrift zu arbeiten. Natürlich hat man auch mal eine kleine Schreibblockade. Doch die ist schnell überwunden. Hier konnte ich so viel machen, wie in keinem meiner vier Praktika vorher. Dort gab es immer wieder Zeiten, in denen man nur herumsaß, weil alles schon gemacht war. Das frustriert, demotiviert, langweilt und ermüdet. Außerdem musste ich mich da oftmals zur Arbeit schleppen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es nur noch ein paar Tage sind. Ich zählte die Stunden bis zum Feierabend. Diese negativen Erfahrungen haben mir nichtsdestotrotz weitergeholfen. Jetzt weiß ich, was ich möchte und das bestätigte sich noch einmal in dieser Redaktion. Hier habe ich mich darauf gefreut, ins Büro zu kommen und musste mich nicht aufgrund von Unlust aus dem Bett kämpfen. Höchstens wegen Müdigkeit.

Meiner Nachfolgerin wünsche ich, dass sie wie ich tolle Erfahrungen sammeln kann und sich ihr Berufswunsch festigt. Egal, ob sie Redakteurin werden möchte oder merkt, dass das gar nichts für sie ist. Hilfreich ist ein Praktikum auf jeden Fall.

PS. Kleiner persönlicher Lesetipp: Der Bericht vom emotionalen Motorradtour-Start in Würzburg, den Sie im Newsletter finden, ist natürlich auch von mir. Stephan Maderner und seine Crew hängen jetzt am Gas, und ich darf für einen Tag „Chefredaktuerin“ spielen. Auch 'ne coole Vorstellung.

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