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Österreich: Neue Nova mutiert zur C02-Steuer

Die Normverbrauchsabgabe (Nova) ist in Österreich seit Jahresbeginn 2020 zur neuen CO2-Steuer für Motorräder geworden, die Versicherungssteuer zieht am 1. Oktober 2020 nach.

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Seit dem 1. Januar 2020 gilt auf Österreichs Straßen für Krafträder die neue Nova.
Seit dem 1. Januar 2020 gilt auf Österreichs Straßen für Krafträder die neue Nova.
(Bild: Alexandra Koch auf Pixabay)

Die Normverbrauchsabgabe (Nova kennt der österreichische Motorradfahrer bereits seit 1991. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art Aufschlag zur 20-prozentigen Umsatzsteuer bei Kraftfahrzeugen. Damals wollte der Gesetzgeber die früher in Österreich unter anderem geltende erhöhte Umsatzsteuer von 32 Prozent bzw. davor 30 Prozent (die sogenannte Luxussteuer) kompensieren, die beim Kauf neuer Kraftfahrzeuge anfiel. Andererseits wollte man damit einen Bonus zugunsten verbrauchsarmer Kraftfahrzeuge schaffen.

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Branche offenbar mit der neuen Steuer zufrieden

Alle paar Jahre wird an der Nova herumgedoktert, zuletzt wurde sie 2014 modifiziert. So auch im vergangenen Jahr. Viele Verhandlungstage und ein Regierungswechsel später stehen nun die Regelungen für „Nova neu“ und Versicherungssteuer in Österreich fest. „Es war uns wichtig, hier eine Lösung für die Branche zu finden, die zu keiner Schädigung des Marktes führt“, so Karin Munk, Generalsekretärin der Arge 2Rad, dem Dachverband der österreichischen Zweiradindustrie und Zweiradimporteure. So konnten, wie auch bisher, die Zweiräder bis einschließlich 125 cm³ „Nova neu frei“ gehalten werden. Diese Segmente zeichnen sich in der Gesamtheit durch einen geringen CO2-Ausstoß aus und sollten auch nicht durch die neue umweltfreundliche Steuer bestraft werden. Einige wenige Modelle mit sehr hohem C02-Ausstoß hingegen wurden mit einen „Malus“ belegt. „Aber das liegt in der Natur der Sache, wenn aufkommensneutral ökologisiert werden soll,“ so Munk. Dem Vernehmen nach sei die Branche mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Es gebe in Summe viel mehr Gewinner- als Verliererfahrzeuge. Der Industrieverband glaubt sogar daran, dass die Einführung der Nova den Markt insgesamt positiv beeinflussen könnte.

Auch die neue Versicherungssteuer wurde aufkommensneutral leicht angepasst und teil-ökologisiert durch eine neue Formel, die CO2-Ausstoß und Kubatur berücksichtigt. „Die Auswirkungen auf den Konsumenten sind durchaus tragbar“, meint Karin Munk.

Die neuen Bestimmungen im Stenogramm

Nova-Regelung neu (Krafträder)

Gültigkeit: ab 1. 1.2020

Rechtsgrundlage: StRefG 2020, Artikel 12, § 6 Abs. 1

Nova neu in Prozent: CO2 in g/km minus 55 dividiert durch 4 (gerundet auf vollen Prozentsatz, maximal 20 Prozent)

Nova Malus: 20 Euro für jeden g/km über 150 g/km CO2

Nova bis 125 cm³: Für Fahrzeuge mit nicht mehr als 125 cm³ beträgt der Steuersatz 0 Prozent.

Spätere Anpassungen: Ab 01.01.2024 wird der Abzugswert 55 alle zwei Jahre um den Wert zwei reduziert.

Versicherungssteuer neu (Krafträder)

Gültigkeit: ab 1.10.2020

Rechtsgrundlage: StRefG 2020, Artikel 7 § 6 Abs. 3

Fahrzeuggruppe: Klasse L1e, L2e, L3e, L4e und L5e

VST EUR monatlich: Hubraum minus 52 x 0,014 + CO2 in g/km minus 52 x 0,2.

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