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Österreichs Zweiradhandel: So geht Corona-Exit

Ferdinand O. Fischer, Sprecher des österreichischen 2Radhandels und Karin Munk von der Arge2Rad über die bevorstehenden ersten Schritte in der Zweiradbranche nach der von der Regierung angekündigten Lockerung des Lockdowns am 14. April.

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Zweirad-Allianz: Karin Munk (Arge2Rad, li.) und Ferdinand Fischer (2Radhandel Österreich), vereint im Kampf gegen das Corona-Virus.
Zweirad-Allianz: Karin Munk (Arge2Rad, li.) und Ferdinand Fischer (2Radhandel Österreich), vereint im Kampf gegen das Corona-Virus.
(Bild: Arge2Rad, WKO)

Good news aus Österreich: Unser Nachbarland hat bereits vor Ostern beschlossen und angekündigt, nach den Feiertagen den durch die Corona-Krise bedingten wirtschaftlichen Komplett-Shutdown zu beenden und erste Lockerungen zu erlauben. Ferdinand Fischer, Sprecher des österreichischen 2Radhandels wurde gestern von höchsten Regierungskreisen über die Lockerungen informiert – dem Fahrplan aus der Pandemie.

Nicht zuletzt aufgrund seiner und Karin Munks (ARGE Zweirad) Interventionen sei es gelungen, dass die Zulassungsstellen am 14. April flächendeckend öffnen werden. „Somit können wir endlich die vielen Neu-Bikes, die in unseren Dealerships lagern, ausliefern und vor allem kassieren. Ferner ist es ab kommenden Dienstag möglich, die vielen Nummerntafeln, die über den Winter hinterlegt waren, aus den Lagern zu bekommen. Sprich die Bikes kommen endlich auf die Straßen“, so Ferdinand Fischer gegenüber »bike und business«.

Auch die Zweiradbranche habe daran gearbeitet, eine rechtzeitige Öffnung der Geschäfte ermöglicht zu bekommen. Laut Fischer ist das gelungen: „Alle Läden, die nicht größer als 400 m² sind, dürfen schon ab Dienstag 14. April öffnen! Alle, die mehr Verkaufsfläche haben, könnten Anfang Mai wieder aufsperren.“ Aber Achtung: eine Abtrennung von Shops, um die 400 m² zu erreichen sei NICHT erlaubt! „Ich denke, wir haben dadurch die Möglichkeit, doch einiges wieder aufzuholen! Also auch das: Good News“, so Fischer.

Das hat die österreichische Regierung festgelegt. Ab 14. April können kleine Geschäftslokale für den Verkauf von Waren und Handwerksbetriebe wieder unter den folgenden Bedingungen öffnen:

- Max. 400 m² Verkaufsfläche

- Nur 1 Kunde pro 20 m²

- Sicherstellen der maximalen Kapazität durch Einlasskontrolle

- Kunden und Mitarbeiter müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen

- Regelmäßiges Desinfizieren muss sichergestellt werden

- Bau- und Gartenmärkte können auch bereits ab 14.4. aufmachen, unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche – die weiteren Auflagen gelten selbstverständlich auch in diesem Bereich. Die 400 m²-Grenze gilt für die gesamte Fläche von Einkaufszentren.

Ab 1. Mai können dann alle Geschäfte für den Verkauf von Waren sowie Friseure unter strengen Auflagen öffnen. Alle anderen Dienstleistungsbereiche inkl. Hotels und Gastronomie werden bis Ende April evaluiert, mit dem Ziel ab Mitte Mai eine stufenweise Öffnung zu ermöglichen. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat alle wichtigen Informationen zum Corona-Exit-Fahrplan.

Neues gebe es auch in puncto Nothilfefonds: Ferdinand Fischer ist nach eigenen Angaben dran, eine für die Branche adäquate Regelung zu bekommen. Aus dem Nothilfefonds kommt man auch in österreich an Kredite über die Hausbank. Sie wird vom Staat mit 90 bzw. sogar mit 100 Prozent besichert werden können! Nach Vorliegen der Bilanz 2021 soll entschieden werden, welcher Teil der Kredite zurückbezahlt werden muss und welcher in einen Zuschuss – je nach Ergebnis – umgewandelt wird.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz beweist mit dieser Corona-Exit-Strategie, die minutiös mit seinen zahlreichen Regierungsexperten aus allen Bereichen erördert worden sei, einen mutigen und pragmatischen Weg aus der Pandemie, der auch in Deutschland Schule machen könnte. Der Schlusssatz mit einem zwinkernden Auge gehört Ferdinand Fischer: „Wenigstens sind wir mit der Corona-Exit-Strategie nach längerer Zeit Deutschland wieder mal einen Schritt voraus.“

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