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Ominöse Marktzuwächse oder wie voll ist das Branchenglas?

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 37/2014/I). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 9. September 2014 – In meiner Sommerpause hat sich meine E-Mail-Box mit zahlreichen Leserbriefen bzw. Useranfragen gefüllt. Eine davon kam von einem Motorradhändler aus dem Nordhessischen: „Hallo verehrtes »bike und business«-Team. Wir sind jetzt seit 30 Jahren Motorradhändler der Marke Honda. Ich belächele mittlerweile immer wieder Ihren neuen Saisonreport. In den letzten, komischerweise für uns vorne im Verkauf immer ruhiger werdenden Jahre, erfahren wir von Ihnen fast jedes Jahr neue Zulassungszuwächse. Nach meiner Einschätzung müssten dann heute in der Summe ca. 30 bis 40 Prozent mehr an Motorrädern auf der Straße sein als zur Jahrhundertwende. Das ist aber nicht so. Wie erklären Sie sich das?“

Ich möchte Ihnen meine Antwort an den Motorradhändler zum Besten geben und freue mich wiederum auf Ihre Sicht der Dinge: „Hallo Herr S., vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Mit unseren Berichten über die Neuzulassungen geben wir nur die KBA-Statistiken wider, welche über den IVM publiziert werden. Am Ende der Berichte weisen wir sogar ausdrücklich auf folgendes hin: Es sei an dieser Stelle explizit erwähnt, dass die hier präsentierten Zahlen auf Grundlagenmaterial des Industrie-Verbandes Motorrades beruhen, der die Zahlen und Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) aufbereitet. Diese beinhalten leider keinerlei Aussagen über gewerbliche Händler- und Herstellerzulassungen, welche zu einer echten Transparenz beitragen und die echten Marktverhältnisse ehrlicher widerspiegeln würden. Wir wollen die Lage nicht schönreden und es stimmt, dass von 2000 bis 2010 die Neuzulassungskurve stets nach unten gezeigt hat. Erst seit 2011 gehen zumindest die Zulassungszahlen statistisch gesehen nach oben. Was nicht heißen mag, dass alle Neuzulassungen auch verkaufte Fahrzeuge sind. Insoweit gebe ich Ihnen absolut recht, dass wir auf diesen Sachverhalt künftig etwas stärker hinweisen sollten (und es auch tun werden) Die Lage im Motorradverkauf ist und bleibt nämlich angespannt und schwierig. Wenngleich unser »bike und business«-Motto „Das Glas ist halb voll und nicht halb leer“ weiterhin Gültigkeit besitzen soll. In der Hoffnung, Ihnen damit ein wenig aus dem Herzen gesprochen zu haben verbleibe ich mit den herzlichsten Grüßen“.

Wie erleben Sie gerade die Märkte? Produzieren die Hersteller marktkonform oder verstopfen Überproduktionen der Werke die Showrooms der Händler? Wachsen die Chancen im Neufahrzeugverkauf oder hält der Schrumpf an? Gibt es ausgesprochene Marken- und Firmenkonjunkturen? Wie läuft's im Gebrauchtfahrzeugbusiness? Wir würden uns freuen, mit Ihnen an dieser Stelle eine lebhafte Debatte führen zu können.

(ID:42945915)