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Patrick Rittich: Der Allrounder

| Autor / Redakteur: Kathrin Koltunow / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Die Creditplus steigt dieses Jahr erstmals als Sponsor des Bike Woman of the Year-Awards ein. Patrick Rittich ist Prokurist bei der Bank und wird als Teil der Jury die Bewerbungen der Powerfrauen genauer unter die Lupe nehmen. Das Thema Diversity, Frau und Business liegen ihm dabei besonders am Herzen.

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Patrick Rittich, Leiter Vertrieb Automotive, Prokurist, Creditplus Bank AG, Business Partner.
Patrick Rittich, Leiter Vertrieb Automotive, Prokurist, Creditplus Bank AG, Business Partner.
(Bild: Creditplus)

„Den Job könntest du glaube ich ohne gewisses Benzin im Blut nicht machen“, erzählt Patrick Rittich, während er lässig in T-Shirt und Cap in seinem Homeoffice in Neuss sitzt. Als Vertriebsleiter bei der Bank ist er primär für die Steuerung der Vertriebsteams und Kooperationen zuständig und befasst sich mit Themen wie Konditionen und Digitalisierung. „Gerade das Thema Remote arbeiten, auch mal ein Finanzierungsgeschäft zu uns zu kriegen, ohne dass der Kunde zwingend zum Händler muss, das sind so Dinge, die ich dann koordiniere“. Dabei spielen Emotion und Leidenschaft stets eine große Rolle, denn dahinter steht ein Produkt, ein Objekt: das Auto oder Zweirad.

Der gelernte Automobilkaufmann wusste schon früh, dass er was mit Menschen machen will und startete nach der Schule seine Lehre bei BMW. „Ich hatte nie direkt das Ziel, irgendwas mit Autos zu machen. Für mich war nur der Kontakt mit Menschen wichtig – gepaart mit Dienstleitung fand ich das irgendwie cool“. Geboren 1985 in Zschopau, Sitz des MZ-Werks und damit Zweiradtradition in Deutschland, gibt es einige Kindheitserzählungen, bei dem das Zweirad eine Rolle spielt. „Einmal hat meine Mutter mich auf dem Moped, da war ich keine zwei Jahre alt, im tiefsten Winter in die Kinderkrippe gefahren. Ohne Furcht, wo du heute sagst, das geht mal gar nicht“, erzählt Rittich und lacht. Ein Motorradführerschein kommt für ihn aber nicht infrage – zu groß der Respekt und zu groß das Risiko. Deshalb sind ihm die Themen Diversität, Frau und Bike umso wichtiger: „Gerade im Sommer, wenn man sich anschaut, wer da so auf dem Bike unterwegs ist, sind das alles starke Frauen. Ich bin ein Freund davon, das Thema mitzugestalten“.

Als Rittich viereinhalb Jahre alt war, im November 1989, zog die Familie ins Rheinland, nach Kerpen, wo er den Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Dort kam er im Kinderhort bereits mit dem Thema Business in Berührung, wie er schmunzelnd verrät. „Da hat man sich mit Kumpels und Freunden zusammengetan und aus Holz irgendwelche Möbel oder sonstige Dinge gebaut, die man dann an die Eltern oder anderen Kindergartengruppen vertickt hat“. Und diese Leidenschaft zum ‚People Business‘ zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Nach der Ausbildung arbeitete Rittich einige Zeit als Serviceberater, zunächst bei BMW und später im Autohaus Schönauen, wo er den Umschwung in den Vertrieb fand. Sein guter Freund und damaliger Arbeitskollege, Sascha Kölln, erinnert sich: „Wir haben relativ schnell gemerkt, dass er Vertriebler ist. Er hat eine sehr offene Art und kann sich gut auf verschiedene Arten von Kunden und Geschäftspartnern einstellen“.

Doch das reichte ihm nicht: Rittich wollte einen Schritt weitergehen, sich weiterbilden und machte seinen Kfz-Betriebswirt an der BFC in Nordheim. Nach erfolgreicher Bewerbung auf eine Kfz-Traineestelle fand er schließlich seinen Weg zur Santander Consumer Bank, wo er einige Jahre als Gebietsleiter tätig war. „Im Endeffekt habe ich nur die Seiten des Schreibtischs gewechselt“, stellt er fest. Bei seinem jetzigen Arbeitgeber, der Creditplus, setzt er sich hohe Ziele, die er am liebsten im Team erreicht: „Die Leute von einem gewissen Weg zu überzeugen, gemeinsam Konzepte zu entwickeln und auf der Reise mitzunehmen, das ist das, was mir am meisten Spaß macht“. Vertrauen gegenüber Kollegen und Entscheidungsfreiheiten sind ihm dabei besonders wichtig, sagt auch Stephan Maderner, Chefredakteur der Bike and Business: „Er versucht sein Know-How so rüberzubringen, dass er sich nicht unnahbar als alerter Manager hinter einem schicken Vorstandsbüro verschanzt. Er ist sehr weltoffen und smart, geht raus, informiert sich“.

So sehr ihm das Business Freude bereitet, so wichtig ist ihm auch, viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Mit seiner Frau, die er seit seiner Jugend kennt, haben sie einen kleinen Sohn, der viel Aufmerksamkeit erfordert. „Klar, ist es im Moment eine Herausforderung. Mit Kita ist es dann schon besser zu koordinieren, Privatleben und Job. Aber seitdem er auf der Welt ist, ist es ein ganz anderes Leben, ein viel schöneres Leben“. Familie hat den höchsten Stellenwert. Nicht zuletzt deshalb geht es jedes Jahr im großen Familienkreis für drei Wochen mit Camper an die Atlantikküste – zum Entspannen und Bodyboarden.

Neben dem Reisen verbringt Rittich seine freie Zeit am liebsten mit Laufen, Lesen und Fußball. Doch eine seiner größten Leidenschaften ist die Musik. Mit seinem Kumpel Sascha Kölln geht es deshalb jedes Jahr mit dem Camper oder Zelt auf ein Hip-Hop Festival: „Wir sind dann immer vier Tage auf einem anderen Planeten“, so Kölln. Auch zahlreiche Live-Konzerte werden jedes Jahr zusammen besucht. Neben R’n’B, Hip-Hop und Soul geht es mit seiner Frau aber auch mal in Richtung Mumford and Sons oder Annenmaykantereit.

Für seine Familie und Freunde ist Rittich sehr dankbar. „Ich glaube, dass ich oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Ich habe zwar immer viel und gerne gearbeitet, aber ein gewisses Glück gehört immer dazu. Und ich glaube, ich hatte oft Glück in meinem Leben“. Angefangen bei einem Lehrer, der einen besonders guten Zugang zu ihm fand, bis hin zu einigen zufälligen Begegnungen und Gegebenheiten, die ihn dahin führten, wo er heute ist. In Zukunft will er deshalb weiter seinen Arbeitgeber, die Creditplus, voranbringen und hat bereits genaue KPIs und Ziele im Kopf. Dabei soll die Work-Life- Balance in einen vernünftigen Einklang kommen: „In einer so schnelllebigen Welt, in der man über sehr viele Kanäle kommuniziert, muss man aufpassen, dass man nicht zu schnell unterwegs ist und sich auch immer mal wieder entschleunigt“, so Rittich. Und das habe Corona auch ganz gut gezeigt.

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