Per Nachrüstsatz zum Pedelec

Smart und edel

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Florian Fraunholz

Wäre Ihnen das aufgefallen? Dieses Fahrrad wurde mit Hilfe des Nachrüstsatzes Pendix zum Pedelec aufgepeppt.
Wäre Ihnen das aufgefallen? Dieses Fahrrad wurde mit Hilfe des Nachrüstsatzes Pendix zum Pedelec aufgepeppt. (Bild: SP-X/Max Friedhoff)

Der Markt für Pedelecs boomt. Doch muss es gleich ein neues Fahrrad sein? Nein, man kann auch vorhandene Bikes umrüsten. Der Pedelec-Umrüstsatz Pendix eDrive im Test.

Bei vielen Bikern geht – vor allem angesichts der Verlockungen neuzeitlicher Pedelec-Technik – der Trend zum Zweit- oder Drittfahrrad. Doch statt sich den Keller mit einem weiteren Rad vollzustellen, kann man alternativ ein vorhandenes einfach zum E-Bike umbauen. Ein solches Nachrüstsystem bietet etwa die deutsche Firma Pendix. Nahezu jedes konventionelle Fahrrad lässt sich dank dieser „eDrive“ genannten Lösung zum vollwertigen Pedelec umwandeln. Sieht man von konzeptionell bedingten, leichten Schwächen ab, vermag diese Lösung in nahezu allen Aspekten überzeugen. In einigen sogar besonders, wie die Praxis zeigt.

Als Basis für unseren Test-Transformer musste das Trekking-Rad-Modell Chromat von Poison Bikes mit achtstufiger Alfine-Nabenschaltung, Riemenantrieb und perfekt dosierbaren, hydraulischen Scheibenbremsen herhalten. Um diese gediegene Basis zu elektrifizieren, wurde nachträglich ein eDrive-Antrieb montiert, der aus zwei Kernelementen besteht: dem getriebelosen Direktantrieb auf der linken Seite des Tretlagers sowie der Batterie samt Halterung. Letztere wurde ähnlich wie ein Trinkflaschenhalter am Unterrohr befestigt. Diese Lösung ist optisch nicht unscheinbar, doch sie fügt sich durchaus tolerierbarer in die Gesamtästhetik des Fahrrads ein.

Mehr noch: Der metallische Tubus, der neben Lithium-Ionen-Akkus auch die Steuerungselektronik integriert, ist haptisch und optisch ein erfreulich dekoratives Teil. Zudem macht es einen soliden Eindruck, was sich unter anderem an der Unterseite zeigt, wo eine Metallplatte neben Elektronik-Kontakten drei Öffnungen aufweist, die sich präzise mit entsprechenden Zapfen der Halterung verbinden. Der Akku wird einfach aufgesetzt und eingedreht, um fortan fest verankert zu bleiben. Ebensolche Präzision bietet der große Metall-Drehknopf am oberen Ende, über den man zwischen drei Unterstützungsstufen wählen kann. In seiner Mitte befindet sich noch der Ein- und Ausschaltknopf, der, kurz gedrückt, unterhalb vom Drehschalter ein schickes LED-Licht aktiviert.

Leuchtet dieses grün, ist der Akku voll. Mit abnehmendem Füllstand wechseln die Farben zu Gelb, Orange und schließlich Rot. Blinkt es rot, ist sehr bald Schluss mit dem Rückenwind aus der Steckdose. Dieser bietet eine Unterstützung, wie man sie auch von reinrassigen E-Bikes erwartet. Vielleicht nicht ganz so spritzig wie manch anderer Mittelmotor, aber dennoch kräftig und vor allem angenehm gleichmäßig schiebt der eDrive Fahrer und Bike auf die obligatorischen 25 km/h. Die lassen sich bei niedriger Trittfrequenz auf ebener Fahrbahn ganz entspannt halten. Das Fahrgefühl ähnelt dabei eher dem konventionell getriebener Räder als einem typischen Vollblut-Pedelec. Geht es bergauf, müssen kleinere Gänge her, um nicht zu viel Schwung zu verlieren. Zum souveränen Gipfelstürmer reicht es für die Pendix-Lösung nicht, doch mit dem geräuschlosen Motor lassen sich auch Höhenmeter problem- und schweißfrei bewältigen. Im Wesentlichen arbeitet der Antrieb recht feinfühlig und homogen, etwas irritierend kann bei den ersten Fahrten allerdings ein kurzes Nachlaufen des Direktantriebs sein. Wenn man das Strampeln während der Fahrt spontan einstellt, laufen die Tretkurbeln oft noch eine Viertelumdrehung weiter. Der Grund: Anders als bei den üblichen Mittelmotorlösungen wie von Bosch oder Bafang gibt es hier keinen Freilauf zwischen Kurbel und Motor. Doch dank lernfähiger Software stellt sich der eDrive auf die Fahrweise des Fahrers ein und nach einiger Zeit diese verzeihliche Nachlauf-Unsitte weitgehend ab.

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