Per Nachrüstsatz zum Pedelec

Smart und edel

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Florian Fraunholz

Selbstredend fährt man in der Regel in höchster Unterstützungsstufe, die euphemistisch „Sport“ genannt wurde. Mit prall gefülltem Akku hat der Strom in unserem Fall für 55 Kilometer gereicht. Angesichts der großen 500-Wh-Batterie geht das absolut in Ordnung. Wer mehr Reichweite will oder braucht, kann auf „Smart“ oder „Eco“ wechseln, bei denen dann der Motor nicht mehr so tatkräftig die Beinmuskeln entlastet, aber ebenfalls bis 25 km/h unterstützt. Im Idealfall kann so laut Pendix eine Ladung für bis zu 160 Kilometer reichen. Sollte der Strom unterwegs ausgehen, wäre das ohnehin kein Drama, denn das Bike fährt sich trotz eDrive fast so, wie man es vor der Umrüstung gewohnt war. Bei ausgeschaltetem Motor ist jedenfalls kein Tretwiderstand spürbar. Wer das Risiko scheut, sich abstrampeln zu müssen, kann sich zur Sicherheit auch einen Zweitakku zulegen.

Zwar verzichtet Pendix auf eine Bordcomputer-Lösung oder Bedientasten am Lenkrad, doch wirklich vermisst haben wir das nicht. Zumal es eine schicke Alternative gibt: Wenn man per Pendix-App sein Smartphone mit dem eDrive verbindet, eröffnen sich viele Anzeige- und Nutzungsmöglichkeiten. Neben einer Navigation kann das Handy dann auch Restreichweite, Fahrtempo oder Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen. Mit einer entsprechenden Lenkerhalterung lassen sich die Infos zudem bequem während der Fahrt ablesen. Die Traktionsbatterie hat sogar eine Anschlussbuchse für ein Ladekabel, mit dem sich das Smartphone unterwegs mit Strom versorgen lässt. Außerdem informiert das kleine Programm über das Antriebssystem, zum Beispiel über Batteriezustand, Zellenspannung oder die Zahl der Ladezyklen.

Apropos: Praktischerweise lässt sich die Batterie mit einem Handgriff wieder aus der Halterung lösen und zum Laden mit in die Wohnung nehmen. Dort kann man den Tubus sogar dekorativ inszenieren, denn Pendix liefert einen massiven Metallfuß mit, auf den man den schicken Akku zum Laden abstellen kann. Das während des Ladevorgangs pulsierende LED-Licht signalisiert den Füllstand, in dem das Farbspektrum allmählich von Rot zu Grün changiert. Das dauert dank eines schnellen Ladegeräts bis maximal drei Stunden, was für ein 500-Wh-Akku erfreulich kurz ist.

So unterstreicht auch die Ladetechnik den Anspruch von Pendix, mit dem eDrive eine hochwertige Nachrüstlösung bieten zu wollen. Wer meint, mit dem System viel Geld sparen zu können, den könnte der Preis ernüchtern. Für die Kombination mit großer Batterie, alternativ gibt es auch eine kleine 300-Wh-Version, muss man 1.700 Euro investieren – mittlerweile gibt es viele vollwertige Pedelecs für weniger Geld. Mit zwei 500-Wh-Akkus kostet das eDrive-Paket rund 2.000 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für die Montage beim Fachhändler, der in der Regel unter 100 Euro für den Umbau verlangen wird. Das mag teuer erscheinen, doch der eDrive ist nicht als Billigalternative zu anderen E-Bikes gedacht, sondern als Edel-Umbausatz, den sich Besitzer hochwertiger Räder gönnen wollen, die Wert auf eine ebenso hochwertige E-Antriebstechnik legen. Wer diesen Anspruch hat, wird vom Pendix-System gewiss nicht enttäuscht. Falls doch: Ein Rückbau ist grundsätzlich möglich, was aber wohl nur wenige in Betracht ziehen dürften.

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