Peugeot-Leichtkraftroller: die vierte Generation

Speedfighter und Citystar – enmal sportlich, einmal gediegen

| Autor / Redakteur: SP-X/Ulf Böhringer / Fabian Pfeiffer

Der neue Peugeot Speedfight 125 kommt mit Voll-LED-Beleuchtung und Sparmotor daher
Der neue Peugeot Speedfight 125 kommt mit Voll-LED-Beleuchtung und Sparmotor daher (Bild: Peugeot)

Peugeot überarbeitet seine Leichtkraftroller Speedfight 125 und Citystar 125 und macht sie deutlich sparsamer

Mit den Modellen Speedfight und Citystar kann sich der französische Peugeot-Konzern seit Jahren im heftigen Gerangel des von Piaggio dominierten Marktes der 125 ccm-Leichtkraftroller behaupten. Der vor 20 Jahren erstmals erschienene Speedfight tritt im Oktober 2017 in seiner vierten Generation an, mit einem überarbeiteten, den jüngsten Euro 4-Regularien entsprechenden Motor und einem neuen Integralbremssystem. Auch der deutlich potentere, aber auch teurere GT-Scooter Citystar 125 SBC erhält serienmäßig das neue Bremssystem, dessen automatische Bremskraftverteilung eine Vorderradblockade verhindern soll.

Weniger Verbrauch durch neues Patent

600.000 Speedfight hat Peugeot Scooters seit 1997 in 35 Ländern unters Roller fahrende Volk gebracht – eine Erfolgsstory für den französischen Zweiradhersteller. Zumeist zwar in Moped-Konfiguration, also mit 50 Kubik-Motor, doch seit jeher gibt es den Speedfight auch als Leichtkraftroller mit 125 Kubikzentimetern Hubraum. In seiner jüngsten Auflage rollt er mit Voll-LED-Beleuchtung daher, zudem bietet sein Smart-Motion-Einzylinder-Viertaktmotor eine technische Besonderheit: ein neues Patent ermöglicht in Beschleunigungs- und Abbremsphasen das Ausschalten des Schwungradmagneten, was weniger Verbrauch zur Folge haben soll. Nach der neuen WMTC-Norm begnügt sich der Speedfight 125 denn auch mit lediglich 2,1 Litern Benzin pro 100 Kilometer. Mit gut 10 PS Leistung ist der 120 Kilogramm wiegende Speedfight 95 km/h schnell, was im Stadt- und Vorortverkehr absolut ausreichend ist.

Mehr Wenigkeit im Pariser Stadtverkehr

Die vierte Speedfight-Generation verfügt über je eine Scheibenbremse im Vorder- und Hinterrad, wobei die Integralbremsanlage SBC – soll Synchro Braking Concept bedeuten – die Bremskräfte zwischen Vorder- und Hinterrad automatisch verteilt. So soll einer eventuellen Überbremsung des Vorderrads wirksam begegnet werden; zudem genügt es, den linken Bremshebel zu ziehen, um beide Bremsen zu aktivieren. Wird auch der rechte Bremshebel betätigt, verstärkt sich die Bremswirkung. Im überaus hektischen Pariser Stadtverkehr spielt der sehr kompakte Speedfight seine hervorragende Wendigkeit aus; auch dank der sehr guten Bremsanlage lässt sich jede noch so kleine Lücke fürs geschmeidige Vorwärtskommen nutzen.

Gut ist auch die restliche Ausstattung: Das volldigitale Cockpit wirkt modern, ein USB-Anschluss ermöglicht das Laden eines Smartphones, eine zusätzliche 12 V-Steckdose im geräumigen Staufach gibt bei Bedarf ebenfalls Strom ab. Mit 2.749 Euro für den in drei Farben lieferbaren Speedfight 125 ist Peugeot ein wettbewerbsfähiger Preis gelungen. Nicht ganz ins sonst wertige Bild passt, dass das Sitzbankscharnier labberig wirkt und auch die Sitzbank nicht immer beim ersten Versuch verriegelt. Dass der Speedfight frecher klingt und auch etwas härter gefedert ist als der neue Großradroller Belville, ist konzeptionsbedingt.

Der erwachsene, große Bruder

900 Euro mehr zahlen muss, wer den deutlich kräftigeren Citystar 125 SBC fahren will; dessen Vierventil-Viertaktmotor stellt allerdings auch rund 3,5 PS mehr zur Verfügung, was die Höchstgeschwindigkeit auf 108 km/h treibt. Damit wird das um 37 Kilogramm höhere Gewicht locker kompensiert. Der im ostfranzösischen Stammhaus der Löwenmarke produzierte Leichtkraftroller wirkt sehr erwachsen und ist auch gut ausgestattet; so finden sich im Cockpit beispielsweise eine Restreichweitenanzeige, eine Anzeige der Umgebungstemperatur sowie der Wert für die aktuelle Batteriespannung. Während Blinker und Rücklicht in LED-Technik ausgeführt sind, müssen die beiden Scheinwerfer ohne diese Technologie auskommen. Wer den sich gediegen fahrenden Citystar optisch etwas sportlicher wünscht, kann zum 100 Euro Mehrpreis kostenden Citystar 125 RS greifen: Diese Modellvariante weist eine dunkle Sportscheibe, rote Nähte an der Sitzbank und rote Sticker an den Aluminiumgussfelgen auf. Identisch ist der Stauraum, der Platz für einen Integralhelm plus einen Jethelm aufweist. Auch den in der Praxis sehr vorteilhaften flachen Durchstieg bieten beide Modellvarianten.

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