Peugeots Zweiradstrategie: Das steckt Mahindra

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 5/I), Folge 749: Auf der Ralf Schumacher-Kartbahn im niedersächsischen Bispingen durfte ich vergangene Woche in gut anderthalb Stunden schwindelerregender Fahrt durchs Kurvenlabyrinth den Akku des neuen Peugeot E-Ludix 50er-Scooters leersaugen. Hat Spaß gemacht, mit dem...

...leichten und wendigen Stadtflitzer um die engen Steilkehren des Indoor-Kurses zu flitzen (okay, V-Max war nur so um die 45 Sachen, war aber trotzdem dynamisch). Mit von der Partie bei diesem großen Spaß waren u.a. meine Kollegen Mario Hommen (SP-X/Spotpress) oder Nicolas Streblow (Leitender Redakteur Motorrad-Katalog der Motorpresse). So ein Presse-Event ist nämlich immer auch ein großes Ereignis zum Netzwerken. Alle Beteiligten tauschen sich über aktuelle Themen aus (A1 in B, AM mit 15, Elektromobilität), fachsimpeln über dies und das, befördern kreative Ideen ans Tageslicht. Bei aller Digitalisierung vieler operativer Prozesse sind diese Face-to-Face-Ereignisse ein wichtiger Baustein in unserem (Business)leben.

Das gilt auch für die gastgebende Truppe von Peugeot Motocycles. Darunter viele erfahrene Leute und bekannte Gesichter, die mich schon mein ganzes bisheriges Motorradleben begleiten. Zum Beispiel der branchenversierte Verkaufsleiter Robert Schön. Nach Managementstationen zuletzt bei Parts Europe, Gilles Tooling oder SW-Motech ist er nun in Mörfelden-Walldorf angekommen. Unvergessen ist mir eine gemeinsame Reportagereise vor 17 Jahren zum damaligen französischen Motorradhersteller Voxan nach Issoire in der Auvergne. Der deutsche Importeur saß damals im Odenwald: Zweirad Röth – und Robert war der Vertriebsleiter. Der Bericht aus der »bike und business« 7/2003 trug die Überschrift „Fährst du noch oder Voxanst du schon?“ und war, wenn ich mich richtig entsinne, mein erster große Motorradtrip als frischgebackener »bike und business«-Chefredakteur ins Ausland.

Good old stories

Gemeinsame Stories zuhauf gibt es auch mit Jan Breckwoldt, seit Mai 2019 neuer Peugeot-Geschäftsführer, ebenfalls ein Mann mit großem Erfahrungsschatz in der Zweiradbranche. Mit meinen 18 Jahren Motorradbranchenexpertise auf dem Buckel habe ich kennengelernt als Country Manager von Polaris, als General Manager bei Suzuki und jetzt als Peugeot-Deutschland-Geschäftsführer. Gemeinsam waren wir schon auf einem Journalistentrip in den USA zur Markteinführung von Victory im summer of '08. Die Headline in der »bike und business« 10/2008 lautete: „Victorys Secret“. Es folgte ein paar Jahre später der unvergessliche Businesstrip nach Japan in seiner Zeit als Suzuki-Verkaufsleiter, damals war Akira Kyuji noch General Manager in Bensheim. Die publizistische Quintessenz des Trips nach Fernost erschien in »bike und business« 9/2012. Überschrift: „Die Rückkehr der Samurais?“ – Unterzeile: „Suzuki will den Hebel umlegen und bringt charakterstarke ,Euro'-Bikes.“

Viel Bosch im E-Scooter

Insofern schloss sich am vergangenen Dienstag in der Ralf-Schumacher-Kart-Bahn zu Bispingen erst einmal der Kreis. Wir erfuhren viel Neuigkeiten rund um die Marke Peugeot, die seit einigen Monaten eben dem indischen Mischkonzern Mahindra & Mahindra Ltd. gehört, ganz geschickt aber seine französischen Wurzeln betont. Immerhin ist Peugeot Motocycles bereits im Jahr 1898 gegründet worden und weist bereits eine 122jährige Tradition vor. Die drei Säulen des Unternehmens sind Elektroroller, Benzinscooter und Motorräder. Der Fünf-Jahresplan von Mahindra sieht vor, jedes Jahr ein neues Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen. Im neuen Peugeot E-Ludix, der in Mumbai gebaut wird, steckt viel deutsches E-Know-how. Der Global Player Bosch liefert alle wichtigen Komponenten wie Batterie, Motor, Steuergerät, Display und den Spannungswandler.

Da geht was in Indien

Jan Breckwoldt erzählte auch ein bisschen aus dem Nähkästchen. Erst neulich habe er einen der beiden Vorstände, einer der beiden Mahindra-Brüder, kennenlernen dürfen. Hochprofessionell und smart seien jene, mit einem klaren Plan in der Tasche. Der indische Konzern erziele derzeit über sechs Milliarden Euro Umsatz. 2011 erwarb Mahindra & Mahindra 70 Prozent des südkoreanischen Autoherstellers SsangYong. Seit Januar 2015 hält Mahindra & Mahindra die Aktienmehrheit von 51 Prozent an Peugeot Motocycles, im Dezember desselben Jahres wurden 76,06 Prozent der Aktien der Pininfarina S.p.A. übernommen.

Das geht was in Indien. Ein elektrisches Modell für die 125er-Klasse hat Peugeot – in Zusammenarbeit mit Mahindra & Mahindra – in Vorbereitung. Gut so, denn die vielen deutschen Pkw-Fahrer, welche die Schlüsselzahl B196 in diesem Jahr in ihren Schein eintragen wollen und entsprechende Fahrzeuge brauchen, liefern Stoff für Wachstumsfantasien. Da käme eine schnellerer E-Ludix gerade recht.

Die arbeitsteilige Gesellschaft

PS. Zu guter Letzt empfehle ich Ihnen an dieser Stelle noch die Lektüre des Fahrberichts über den neuen Peugeot E-Ludix. Verfasst hat ihn Mario Hommen von unserem Newspartner SP-X/Sportpress. Der ist so gut geschrieben, dass ich mich einfach mal zurückgehalten habe – um dafür im Speedlog ausführlich ein paar Hintergründe zum Peugeot-Event niederschreiben zu können. Arbeitsteilung ist doch eine tolle Sache. Danke, Mario!

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