Pirelli: Roter Teufel Nummer drei

Der Diablo Rosso 3 bietet mehr als nur sportliche Fahreigenschaften

| Autor: Jan Rosenow

Im Rahmen eines Superbike-Laufes mit Ex-Champ Tom Sykes stellte Pirelli den Diablo Rosso III vor.
Im Rahmen eines Superbike-Laufes mit Ex-Champ Tom Sykes stellte Pirelli den Diablo Rosso III vor. (Foto: Pirelli)

Der Diablo Rosso ist der Kern der Straßenbaureihe von Pirelli. Er definiert das sportliche Image des italienischen Herstellers und bringt Technik aus dem Rennsport auf die Straße. Doch nur sportlich zu sein reicht heute nicht mehr aus.

Pirelli hat ziemlich genaue Vorstellungen von den Kunden, die den neuen Supersportreifen Diablo Rosso III kaufen sollen: jünger als der Durchschnitt der Motoradfahrer seien sie, hätten eine größere Jahresfahrleistung und würden ihr Bike gern täglich und bei jedem Wetter nutzen. Als Reifenverkäufer würde man diesen Jungs (und Mädels) eigentlich zu einem modernen Tourensportreifen raten – etwa zum Angel GT, um bei der Marke zu bleiben.

Doch jüngere Kunden fahren gern sportliche Motorräder, und entsprechend wählen sie auch die Reifen aus. Die Freigabeproblematik tut ihr übriges. Um ihnen bei unveränderter Sportlichkeit mehr Sicherheit auf Nässe und eine höhere Laufleistung zu geben, hat Pirelli bei der Konstruktion des Diablo Rosso III an praktisch allen Bestandteilen des Reifens gearbeitet: Struktur, Mischung und Profil.

„Kurvenmischung“ mit 100 Prozent Silica

Der Dual-Compound-Hinterreifen besitzt Mischungen mit hohem Silica-Anteil für Grip bei allen Bedingungen sowie eine hohe Laufleistung: Pirelli verspricht sogar die höchste Laufleistung im Segment der Supersportreifen. Der Hinterradreifen besteht aus zwei Mischungen: die breiten Seitenstreifen (je 40 Prozent der Breite) aus einer Rezeptur für besten Grip und der Mittelstreifen aus einem Gummi, der hohe Laufleistung und Topspeed-Stabilität gewährleisten soll. Die „Kurvenmischung“ enthält 100 Prozent Silica, während der rund 45 Millimeter breite Mittelstreifen der Lauffläche 70 Prozent enthält.

Aus dem Rennsport, vor allem aus der Superbike-Weltmeisterschaft, hat Pirelli die Reifenkonturen abgeleitet: Die Kontur des Vorderradreifens etwa setzt sich aus mehreren Radien zusammen. Sie verbessert das Handling und ermöglicht es dem Fahrer, sich schnell in die Kurven zu legen und gleichzeitig zügige Richtungswechsel vorzunehmen.

Im Vergleich mit dem Diablo Rosso II ist die Kontur in der Mitte höher und an den Seiten flacher, um eine größere Kontaktfläche und mehr Stabilität in Schräglage zu bieten. Gleichzeitig ist die Höhe der Seitenwand um drei Millimeter gestiegen. Dies macht sie beim Herausbeschleunigen aus Kurven flexibler, was der Traktion zu Gute kommt. Der Hinterradreifen folgt demselben Schema und einer ähnlichen Geometrie wie der Frontreifen, so dass sich ein synchrones Zusammenspiel der beiden Gummis ergibt.

Das Profilmuster: Weiterentwickelter Blitz

Das Profilmuster der Lauffläche ist eine Weiterentwicklung des vom Diablo Supercorsa bekannten „Blitz“-Designs. Das soll nicht nur Sportsgeist und Aggressivität ausdrücken, sondern auch eine gute Balance von Positiv- und Negativprofil sowie eine ausreichende Wasserdrainage gewährleisten.

Die Eigenschaften des Diablo Rosso III sollen dem Fahrer folgende Vorteile bringen:

  • 1. Präzises Handling wie im Rennsport
  • 2. Vorbildlicher Grip nicht nur im Trockenen, sondern auch bei Nässe
  • 3. Lang anhaltende Leistung: Die Reifen-Eigenschaften bleiben auch mit höherer Laufleistung erhalten

Auf den Testfahrten, die auf der Rennstrecke Motorland Aragon bei Barcelona sowie auf Landstraßen stattfanden, konnte der Reifen vor allem bei dem für Spanien ungewöhnlich ausgiebigen Regen punkten. Schnelle Fahrt auf nassen, kurvenreichen Landstraßen bei einstelligen Temperaturen ist sonst nicht das Allerschönste, was man sich auf dem Motorrad vorstellen kann – aber der Diablo Rosso III konnte dem Fahrer trotzdem ein gutes Gefühl und viel Vertrauen einflößen.

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