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Polo: Frisches Geld, frische Manager, frische Ideen?

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Die Polo Motorrad und Sportswear GmbH hat sich neu aufgestellt. Acht Fragen, acht Antworten – so sieht der neue Geschäftsführer Dr. Michael Kern die Zukunft des Filialisten in Deutschland und Österreich.

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Polo Motorrad stellt sich neu auf: ein neues Management-Team um Dr. Michael Kern will den Filialisten in Deutschland und der Schweiz wieder auf Kurs bringen.
Polo Motorrad stellt sich neu auf: ein neues Management-Team um Dr. Michael Kern will den Filialisten in Deutschland und der Schweiz wieder auf Kurs bringen.
(Foto: Polo Motorrad; Collage: Annette Weißenberger )

Redaktion: Herr Kern – Sie sind seit 1. März 2013 der neue starke Mann bei Polo was haben Sie seither in punkto Restrukturierung von Polo in die Wege geleitet

Michael Kern: Seit Anfang März konnte ich mir zunächst einen Einblick in das Unternehmen Polo Motorrad verschaffen. Dabei habe ich neben den Besuchen von Filialen bundesweit viele Gespräche mit Mitarbeitern geführt. Meine Restrukturierung umfasst die Stärkung der Stores vor Ort durch eine Erweiterung der Vertriebsstruktur von bisher vier auf jetzt sieben Regionen. Darüber hinaus haben wir Maßnahmen ergriffen, um Einkauf, Vertrieb und Electronic Commerce nach vorne zu bringen.

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Im Fokus stehen die Filialorganisation und die Vertriebsaktivitäten was haben Sie diesbezüglich erreicht? Wie viele Filialen gibt es in Deutschland und der Schweiz

Zunächst haben wir das Team der Regionaleiter aus den eigenen Reihen verstärkt. In den sieben Regionen gibt es 83 Filialen in Deutschland und sieben in der Schweiz, wodurch Polo auch geographisch sehr gut aufgestellt ist. Aktuell konnten wir eine weitere Filiale in Berlin eröffnen, was bereits auf eine äußerst positive Resonanz bei unseren Kunden dort gestoßen ist. Unser Personalentwicklungs-Konzept für Vertriebs-Mitarbeiter stärkt unsere Position in der Region, außerdem werden wir Top Positionen in unserem Unternehmen „von innen“ mit eigenen Nachwuchskräften besetzen. So schaffen wir eine Identifikation mit der Arbeit, die von viel „Herzblut“ bestimmt ist.

Der neue Jahreskatalog ist Ende Februar 2013 erschienen wie haben ihn die Endverbraucher angenommen und wie ist die Saison in den Filialen angelaufen bzw. wie performt das Online Business?

Der Polo-Katalog 2013 wurde auf unsere Kunden und deren Wünsche abgestimmt, wodurch er sehr erfolgreich ist. In den Stores sind wir mit einer umfassenden Warenverfügbarkeit und einem hoch motivierten Verkaufsteam in die Saison gestartet. Insgesamt entwickelt sich das Onlinegeschäft in allen Sparten rasant, wovon auch Polo profitiert. Hier zahlt sich nicht nur die einfache Handhabung aus, sondern auch der erneut starke Fokus auf die Technik. So bietet die umfangreiche Bike-Datenbank über 165.000 Datensätze für rund 3.500 Fahrzeuge.

Ihnen stehen in der Geschäftsführung gleich vier Kollegen zur Seite was sind deren Stärken und wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Die Stärke unseres Teams besteht aus den Fähigkeiten jedes Einzelnen. Mit Florian Trombach steht ein erfahrener Finanz und Controlling Experte zur Verfügung, Dirk Welpotte hat das Marketing von der Pike auf gelernt und kennt die Kunden und die Agenturseite. Stefan Micklich ist ein „alter Hase“ in der Motorradbranche und als Einkaufsleiter eine feste Bank. Mit „Berliner Charme“ bewältigt Lars Immig seine Aufgaben als Vertriebs und Einzelhandels Profi. Wenn Sie mit einem solchen Experten Team zusammenarbeiten, kommen Sie mit einem kooperativen Führungsstil am weitesten, getreu dem Motto: „Jeder ist so frei wie er gut ist.“

Welche konkreten operativen Schritte stehen in der Saison 2013 auf dem Programm?

Erste Priorität ist die klare und konsequente Ausrichtung auf den Kunden. Ein wichtiges Instrument dazu sind die schon erwähnten Schulungen. Personalentwicklung und Optimierung der Prozessabläufe stehen ebenfalls auf der Agenda. Wir werden jede einzelne Filiale weiter stärken und durch unsere geschulten Regionalleiter individuell unterstützen. Mit einem neuen Store Design werden wir die Warenpräsentation übersichtlicher gestalten, analog verpassen wir dem Onlineshop eine noch stärkere „Usability“.

Mit welchen speziellen Marketingaktionen wollen Sie 2013 punkten?

Selbstverständlich möchte ich Ihnen hier nicht unseren Marketingplan für 2013 vorstellen. Nur soviel: Die Stärkung der regionalen Aktivitäten und eine Intensivierung der Basiskontakte ist uns wichtig wir werden überall dort sein, wo der Kunde ist.

Wie viel Substanz steckt Ihrer Meinung nach in der Marke Polo und wie bewerten Sie die Chancen, dauerhaft auf dem Markt zu bestehen?

Die Marke Polo existiert auf dem Motorradmarkt seit 33 Jahren und kennzeichnet einen der führenden Player in der Branche mit den meisten Standorten in Deutschland und der Schweiz. „Polo – weil ich Motorrad fahre“ ist der passende Claim, der die Substanz des Unternehmens erklärt. Wer Motorrad fährt, kennt die Marke Polo Motorrad und diese versteht sich ebenso modern wie bodenständig.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Sanierung der Marke Polo?

Nicht die Marke Polo Motorrad muss saniert werden, sondern die Strukturen der Firma. Zu den größten globalen Herausforderungen des Marktes gehört sicher die Kunst, mit dem Elan des Sommers über den Winter zu kommen, um im Frühjahr mit genügend Schwung wieder durchzustarten. Auch wird es immer wichtiger, über den eigenen Tellerrand zu blicken und den Zusammenhalt aller Marktteilnehmer zu stärken. Für Polo Motorrad geht es schließlich darum, das eigene Profil nachhaltig zu schärfen und den Kunden die Gewissheit zu geben, in allen Facetten umfassend bedient zu werden und immer etwas mehr zu bekommen, als sie erwartet haben.

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