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Polo: Massekredit sichert Finanzierung der Saison 2012

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Dezember hat sich der Geschäftsbetrieb des Bekleidungs- und Motorradzubehörhändlers Polo stabilisiert.

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Noch ist unklar, ob 2012 ein Polo-Katalog erscheinen wird.
Noch ist unklar, ob 2012 ein Polo-Katalog erscheinen wird.
( Polo )

Der Geschäftsbetrieb des insolventen Motorradbekleidungs- und Zubehörhändlers Polo verläuft wieder in stabileren Bahnen. Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit den wichtigsten Lieferanten, Spediteuren und Dienstleistern ist es dem vorläufigen Insolvenzverwalter Horst Piepenburg gemeinsam mit der Geschäftsführung gelungen, die bestehenden Geschäftsbeziehungen nach der Insolvenzantragstellung fortzuführen. Dies geht aus einer offiziellen Mitteilung des Insolvenzverwalters vom 6. Januar 2012 hervor. Die eingeleitete Suche nach Investoren sei bislang auf großes Interesse gestoßen, beispielsweise beim Mitbewerber Louis, der Gesprächsbereitschaft signalisiert habe.

Für die mittel- und langfristige Fortführung würden derzeit die Sanierungspotenziale im Detail untersucht. Hierbei habe der vorläufige Insolvenzverwalter knapp ein Dutzend Filialen auf den Prüfstand gestellt. Die übrigen Filialen operierten ertragreich. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben auch bereits in der Lage, für diese Filialen die Januarmieten zu zahlen.

Über die Insolvenzgeldvorfinanzierung sei den etwa 800 Mitarbeitern außerdem die November- und Dezembergehälter gezahlt worden. Für den Monat Januar werde diese Zahlung bei den Mitarbeitern pünktlich eingehen. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens rechnet man am 1. Februar 2012. Rechtsanwalt Horst Piepenburg aus Düsseldorf ist zuversichtlich, dass über die Insolvenzeröffnung hinaus insbesondere die Warenversorgung sichergestellt werden kann. Anlass für diese Zuversicht sei die Zusage der Polo-Hausbanken, einen Massekredit von neun Millionen Euro zu gewähren.

Die Stabilisierung des Geschäftsbetriebes spiegele sich in den aktuellen Umsatzzahlen wider. „Wir liegen vollkommen im Plan, was wir insbesondere einer treuen Stammkundschaft zu verdanken haben. Viele Menschen haben sich im Internet und in persönlichen Gesprächen mit uns solidarisiert. Dafür bedanke ich mich im Namen aller 800 Mitarbeiter ganz herzlich“, sagte Polo-Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter Klaus Esser.

Ob der die Liquidität stark belastende Hauptkatalog erscheinen wird, ist indes noch offen. „Wir prüfen derzeit zielgerichtete Alternativen zu der bisherigen Erscheinungsweise. In sehr naher Zukunft werden wir hierzu eine Entscheidung treffen“, sagte Piepenburg.

Dass Polo Vertrauen auch bei Gläubigern genießt, dokumentiert die Tatsache, dass die wichtigsten Lieferanten wieder auf Zahlungsziel liefern. Auch mit Spediteuren und anderen Dienstleistern seien Gespräche geführt worden, die zu einer Aufrechterhaltung der benötigten Leistungen geführt haben. „Die ersten Grundlagen für eine Sanierung des Unternehmens durch Insolvenz sind damit gelegt“, fasst Piepenburg die Entwicklung seit der Insolvenzantragstellung am 6.12.2011 zusammen. Vom Insolvenzantrag sind deutschlandweit über 800 Mitarbeiter betroffen, davon ca. 230 am Hauptsitz in Jüchen. Die weiteren rund 570 Mitarbeiter sind in den 95 Filialen tätig.

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