Polo Motorrad: Das Jahr eins unter dem neuen Chef

Management-Ebene neu strukturiert

| Redakteur: Stephan Maderner

Dr. Michael Kern, seit gut einem Jahr am Polo-Firmenruder.
Dr. Michael Kern, seit gut einem Jahr am Polo-Firmenruder. (Foto: Polo)

Der einstmals finanziell angeschlagene Motorradausstatter und Filialist Polo Motorrad fährt derzeit nach eigenen Angaben mit Rückenwind – eine Bilanz nach dem Einstieg des neuen Konsortiums.

Wer in der Motorradbranche Zubehör und Bekleidung für Zweiräder und Biker anbietet, ist stark abhängig von den Zweirad-Zulassungen. Vor drei, vier Jahren spürten die Ausstatter wegen rückläufiger Verkaufszahlen in Deutschland einen kräftigen Gegenwind. Auch Polo geriet Ende 2011 in finanzielle Turbulenzen, ging dann aber mit Hilfe eines Konsortiums und neuer Geschäftsleitung recht schnell wieder an den Start. Seit gut einem Jahr lenkt Dr. Michael Kern als Vorsitzender der Geschäftsführung die Geschicke der Polo Motorrad & Sportswear GmbH in Jüchen. Unterstützt wird er dabei von einem starken Management-Team. Zeit für ein erstes Resümee: Was hat sich nach einem Jahr verändert und wo steht das Unternehmen Polo Motorrad zum Saisonstart 2013/14?

Umsatz stieg um 8,4 Prozent

Der neuen Geschäftsleitung ist es im vergangenen Geschäftsjahr gelungen, den Umsatz um 8,4 Prozent zu steigern und hat damit nach eigenen Angaben „eines der besten Jahresergebnisse seit Firmenbestehen“ erzielt. „Wir haben mit einer gelungenen Konsolidierung und einem hervorragendem Team die Weichen für eine gute Zukunft gestellt“, sagt Dr. Michael Kern. Doch was hat trotz nahezu stagnierender Zulassungszahlen im Motorradmarkt zu diesem hervorragenden Jahresergebnis geführt? Erste Priorität für den Polo-Chef war und ist eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Polo-Akademie. Wer in den Stores kompetente Biker beraten soll, muss seine Produkte kennen und wissen, wovon er redet. Deshalb wurde im Jahr 2013, unter Federführung der Geschäftsführung, die Polo-Akademie gegründet. In unterschiedlichen Schulungsmodulen werden die Mitarbeiter nun regelmäßig geschult: Verkaufs- und Führungsqualifizierungen, Produkt/-Warenkenntnisse, Anwendung von EDV-Systemen, Abläufe und Prozesse, um nur einige wichtige Module zu nennen. Mittelfristig ist geplant, jeden Mitarbeiter in diese Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen einzubinden. Das neue Akademie-Team kommt aus den eigenen Reihen. Damit unterstreicht Polo die Mitarbeiterentwicklung und -Förderung. Im ersten Durchlauf wurden bereits rund 300 Mitarbeiter geschult.

Weniger Filialen, mehr Umsatz

Doch nicht nur das Thema Beratungskompetenz wurde bei der Neuausrichtung umgesetzt. „Das hervorragende Ergebnis aus dem letzten Geschäftsjahr wurde unter anderem durch eine attraktivere Sortimentsgestaltung, die Neuordnung von internen Ressourcen und Prozessen und Investitionen in die Storeausstattung sowie in den Online-Vertriebskanal erreicht.

Laut Dr. Kern macht Polo heute mit weniger Filialen mehr Umsatz als vor zwei Jahren. „So wie die Biker ständig und oftmals schnell unterwegs sind, muss es auch im dazu gehörenden Ausstatter- und Zubehörsegment permanent Bewegung geben, um in der ersten Reihe mitfahren zu können.“

Auch mit dem neuen Katalog für 2014 – ein 700 Seiten starkes Werk, das sich wie ein Magazin lesen soll – hat sich Polo nach eigener Lesart stärker am Bedarf seiner Kunden orientiert. Motorradfahrer brennen zwar alle für dieselbe Leidenschaft und das Gefühl von Freiheit, Beschleunigung, Speed und Flexibilität, sind aber alles andere als eine homogene Gruppe. Die Biker-Szene unterteilt sich in Abenteurer, Kurvenjäger und andere Individualisten.

Mitarbeiter sind „im Stoff“

Diese Kunden finden im neuen Katalog jetzt zu ihren Themen Touren, Enduro, Sport oder Custom in gesonderten Kapiteln vom Helm bis zu den Stiefeln alle Produkte, die zu ihnen passen, auf einen Blick. Ein Marken-Erleben, dass nach und nach auch in den Polo-Stores umgesetzt werden soll.

Auf dem sehr dynamischen Zubehör- und Ausstattungsmarkt für Biker und mit 40.000 Produkten, die Polo den Motorradfahrern im Katalog und online anbietet, müssen die Mitarbeiter immer up to date sein. Mit Blick auf die Belegschaft sieht Geschäftsführer Kern deshalb einen großen Vorteil. 90 Prozent der derzeit rund 700 Mitarbeiter fährt selbst Motorrad. „Die sind im Stoff“, sagt der Wahl-Kölner.

Auch im Segment der Eigenmarken hat Polo in den vergangenen zwei Jahren Gas gegeben. Mit Marken wie FLM, Pharao, Thermo Boy, Spirit Motors oder Q-BAG setzen die Jüchener auf Qualität, Vielfalt und Zuverlässigkeit. Bei Polo finden sich zudem die meisten marktrelevanten Labels im Sortiment.

Das laufende Geschäftsjahr hat für Polo gut begonnen. Die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden und die Konzentration auf das Kerngeschäft zahlen sich weiterhin positiv aus. „Natürlich hat auch das hervorragende Wetter zu einem gelungenen Saisonstart beigetragen“, freut sich Dr. Michael Kern. Der Geschäftsführer hofft auf weiteres kräftiges Wachstum im aktuellen Geschäftsjahr.

Personalrochaden im Management

Dies lässt sich aber nicht alleine stemmen, weshalb er die Managementebene teils neu aufgestellt hat: neben dem lange Jahre erfahrenen Vertriebsleiter Lars Immig reihte sich Ende 2013 der neue kaufmännische Leiter Kilian Roos, vorher als geprüfter Steuerberater und Wirtschaftsprüfer für Ernst & Young tätig, in die Geschäftsleitung ein. Dennis Andreas, verantwortlich für den Bereich Einkauf, und Anselm Zessler, Leitung Sortiment, bilden ein starkes und fachkundiges Team für eine kundenorientierte Warenversorgung. Der Marketingbereich wird durch eine Doppel-Spitze von Simon Meyer und Nicolai Werner geleitet, die sich durch ihre jeweilige Fachkompetenz ergänzen.

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