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Polo stellt Insolvenzantrag

Der Geschäftsbetrieb des Motorradbekleidungs- und Zubehör-Händlers Polo mit Sitz in Jüchen läuft zunächst weiter.

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Die Firmenzentrale von Polo in Jüchen.
Die Firmenzentrale von Polo in Jüchen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Motorradbekleidungs- und Zubehör-Händler Polo mit Hauptsitz in Jüchen hat am gestrigen 6. Dezember Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht Mönchengladbach bestellte heute Rechtsanwalt Horst Piepenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Vom Insolvenzantrag sind deutschlandweit über 800 Mitarbeiter betroffen, davon ca. 230 am Hauptsitz in Jüchen. Die weiteren rund 570 Mitarbeiter sind in den 95 Filialen deutschlandweit tätig. Die Löhne und Gehälter aller Beschäftigten werden über das Insolvenzgeld bis Ende Januar 2012 gesichert.

Derzeit verschafft sich ein Expertenteam den Überblick über die Vermögenssituation und mögliche Sanierungsansätze von Polo. „Jetzt machen wir eine Bestandsaufnahme. Der Betrieb wird auf jeden Fall erst einmal vollständig fortgeführt. Das gilt auch für sämtliche Filialen des Unternehmens“, so Piepenburg in einer ersten Stellungnahme. Erste vorläufige Ergebnisse werden erst innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet.

Polo zählt zu den führenden Anbietern von Motorradbekleidung, Motorradzubehör und Motorradtechnik. Den Vertrieb der Produktpalette von mehr als 30.000 Artikeln erfolgt über ein Filialnetz an mehr als 95 Standorten in Deutschland und sechs in der Schweiz sowie über einen Katalog-Versandhandel und den Polo-Onlineshop.

Rückblende: Vor 15 Jahren zog die Polo-Firmenzentrale mit Verwaltung, Lager und Logistik nach Düsseldorf um. 2008 erfolgte der Neubau der Polo-Europazentrale mit Lager und Versand, Verwaltung, Shop, Lagerverkauf und Gastronomie in Jüchen. 2009 folgt die Eröffnung des Polodrom mit einer der größten fest installierten Open-Air-Bühnen in Europa.

Das Unternehmen gehört zu 49 Prozent der US-amerikanischen Fairchild Corporation, die im Jahr 2009 Insolvenz gemäß Chapter 11 angemeldet hat. Die übrigen 51 Prozent wurden laut einer Mitteilung der Fairchild Corp. am 23. Dezember 2008 für einen hohen Millionenbetrag an Firmengründer Klaus Esser verkauft, der bis zuletzt auch die Geschäfte führte.

Auf der Firmen-Homepage hat sich die Meldung bisher noch nicht verbreitet. Dafür ist die Meldung über die Insolvenz inzwischen auf Polos Facebook-Kanal (34.401 Fans) zu lesen und hat dort ein rasantes Kundenecho ausgelöst. Kurz vor 18 Uhr am Mitwoch abend ging die Meldung dann auch über Twitter auf Sendung (217 Follower).

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