Positiv in Posen: Bikeee!!!

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Gruppenbild vor der Zespół Szkół Budowlanych.
Gruppenbild vor der Zespół Szkół Budowlanych. (Bild: Stephan Maderner)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 41/2017/I), Folge 543: Die EU in der Krise, Gerangel um den zukünftigen politischen Kurs, Emmanuel Macron contra Christian Lindner, Jamaika oder quo vadis vereinigtes Europa? Gut, dass die »bike und business«-Initiative „Bike Experts Europe“ weiß, wohin...

...die gemeinsame Reise führt. Anfang nächsten Jahres geht an der Bundesfachschule für Zweiradtechnik in Frankfurt der zehnte Europacup der Zweiradberufe über die Bühne. Zur Vorbereitung dieses Events und der weiteren Entwicklung der 2015 in Würzburg gegründeten europäischen Ausbildungsinitiative, der mittlerweile sechs Länder angehören, fand am 28. und 29. September im polnischen Posen ein Workshop statt. In Europa wächst zusammen, was zusammengehört: Träger ist das europäische Handwerks-Förderprogramm Programm Erasmus+. Ab dem 1. September 2017 startet das zweijährige EU-Projekt namens „Bikeee!!!“ Brüssel unterstützt hier speziell das europäische Handwerk in Tschechien, Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Bei Bikeee!!! (Kürzel für Bike Experts Europe mit drei Ausrufezeichen!!!) beteiligt sind also die offiziellen Europacup-Vertreter aus Deutschland (Zweiradmechaniker Landesinnung Hessen), der Schweiz (2rad Schweiz), Österreichs (Berufsschule für Kfz-Technik Wien) und Tschechiens (Intergrovaná Skola Brno). Dem erweiterten Kreis gehören außerdem die Handwerksvertreter aus den Niederlanden (Innovam, Kennis Koning Willem I College aus s'Hertogenbosch) und Polens (Zespół Szkół Budowlanych) an.

Medienpartner des Projektes ist »bike und business«, das Fachmagazin für Handel und Service. Mit von der Partie war auch die Hamburger Großhandelsfirma Matthies und Larsson, unter deren Dach Matthies seine ausländischen Märkte steuert (Polen, aber auch in UK, Italien sowie Spanien). Der „offizielle Förderer des europäischen Zweirad-Handwerks“ unterstützt die Bike Experts Europe mit seinen Netzwerken sowie seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Know-how.

Die Teilnehmer

Die Teilnehmer des Workshops waren Lorenz Schertler von der Berufsschule für Kfz-Technik Wien (Österreich), Pavla Rysava, Milan Chylik und Pavel Krejci von der Intergrovaná Skola Brünn (Tschechien), Ruud Glorius vom Kennis Koning Willem I College aus s'Hertogenbosch (Niederlande), Peter Sommer und Roland Fischer, 2rad Schweiz, Aarau (Schweiz), Ernst Brehm, Brehm-Zweiräder und Landesinnungsmeister Hessen sowie Fritz Merkel (Deutschland). Claudia Dillenburger und Lars Vellmer von der Bundesfachschule Frankfurt waren verhindert. Zu den polnischen Gastgebern zählte Arkadiusz Dratwas, Schulleiter der Zespół Szkół Budowlanych sowie Maciej Jozwiak und Henryk Sobkowoiak.

Mit von der Partie war auch Marzena Radomska vom Posener Marschallamt für Berufsbildung. Sie interessierte sich auch für die Ausbildung von Zweiradfachleuten in der Fachrichtung Fahrrad, die es in Polen bislang nicht gibt. Ernst Brehm von der hessischen Landesinnung sagte zu, dass er die dazu gehörende Ausbildungs- und Prüfungsordnung sowie den deutschen Ausbildungsrahmenplan übermittelt. Er soll möglicherweise im zuständigen Ministerium in Warschau zur Vorlage kommen.

Den Reigen der Bike Experts Europe ergänzten und bereicherten Stefan Onken, Leiter Motorrad Matthies, der Larsson-Mitarbeiter Jakub Piwowarczyk und der Larsson Polen-Geschäftsführer Adam Lacz aus Danzig – und natürlich ich mittendrin; in meiner Funktion als Branchennetzwerker, Sprecher und PR-/Marketingbeauftragter der Bike Experts Europe.

Ausbildungsnetzwerk der sechs Nationen

In der Planungsrunde für den Europacup ging es wie immer um einen konstruktiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch, wie die einzelnen Nationen ihre Aus- und Weiterbildung von Zweiradberufen organisieren und wo die besonderen Stärken und wo die jeweiligen Herausforderungen liegen.

Wo die nächsten Europacups stattfinden

Schwerpunkt der Zusammenkunft in Polen war allerdings die Diskussion über die zukünftigen Wettkampforte in den nächsten vier Jahren. Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf: Der nächste Europacup findet vom 18. bis 20. Januar 2018 in Frankfurt statt; es ist der Jubiläumswettbewerb anlässlich des zehnjährigen Bestehens dieses Ländervergleichs.

2019 soll Österreich in Wien den Europacup ausrichten, 2020 könnte Polen (erstmals) an der Reihe sei. Es ist geplant – quasi als Probelauf für den Europacup – dass im Rahmen der Internationalen Fahrzeugmesse Posen vom 5. bis 8. April 2019 die nationale Ausscheidung der polnischen Zweiradmechaniker stattfindet. Der Austragungsort in vier Jahren könnte dann Utrecht sein. 2021 will Ruud Glorius den Europacup in die Niederlande holen und ihn nach den Vorbildern Brünn (2016) und Zürich (2017) während einer Motorradmesse in Utrecht durchführen.

Lech-Pils, zwei wütende Ziegenböcke und ein Oldtimer-Narr

Am späten Nachmittag besuchte die Delegation dann noch die Freie Werkstatt von Zbigniew Kopras vor den Toren Posens und dessen spektakuläre Oldtimersammlung von über 330 Motorrädern und zahlreichen Autos aus polnischer Produktion, wovon über die Hälfte noch funktionstüchtig und fahrbereit ist. Ein kulturelles Begleitprogramm mit einem Rundgang durch die hypermoderne Lech-Brauerei, eine Besichtigung der Altstadt von Posen (mit den zwei kämpfenden Ziegenböcken um Punkt 12 Uhr oben vor der Rathaus-Uhr) und der Besuch des Museums zur polnischen Geschichte rundeten den Besuch in Polen ab.

Fazit des Workshops in Posen: Reisen bildet und das europäische Zweiradnetzwerk wächst und gedeiht. Posen ist definitiv ein Geheimtipp. Die mit knapp über 500.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt Polens ist bekannt für seine Partyszene. Die vielen Studenten machen die Stadt jung. Die Altstadt ist ein barocker Traum des Ostens. Industrie und Wirtschaft ist reichlich vorhanden. Das Business wächst, die Schalter für nachhaltiges Wachstum sind umgelegt. Der nächste Workshop der Bike Experts Europe findet vom 30. November bis 2. Dezember 2017 in Brünn statt.

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