Praktikant No. 21: Das Resümee

Bike-Redakteur ohne Führerschein – geht das?

| Autor / Redakteur: Jan Matzke-Volk / Jan Matzke-Volk

Erster Tag: Fototermin für die Vorstellung im Intranet und auf der Facebook-Seite. #jointhespirit
Erster Tag: Fototermin für die Vorstellung im Intranet und auf der Facebook-Seite. #jointhespirit (Bild: »bikeundbusiness«)

Aus dem Leben eines Praktikanten der »bike und business« Redaktion erzählt in diesem Artikel Jan Matzke-Volk. Acht Wochen lang acht Stunden pro Tag eintauchen in die Biker-Welt – ein Erfahrungsbericht.

In den vergangenen acht Wochen habe ich bei Stephan Maderner, Chefredakteur »bike und business«, in der Redaktion ein Praktikum absolviert. Ich bin absoluter Kfz-Laie, habe zwar einen Führerschein, allerdings kein Auto und erst Recht kein Motorrad. Ich hatte also verständlicherweise Bedenken, ob ich für diesen Job der richtige sei. Stephan meinte allerdings, das wäre kein Problem und dass ich zwar ins kalte Wasser geworfen werde, aber durch schnelles Lernen und ein bisschen Engagement dieses Defizit ausbessern könne. Er sollte Recht behalten…

Und dann ging´s los

Am Freitag des Wochenendes vor Praktikumsbeginn wurde ich einbestellt, um mich von meiner Vorgängerin Melissa grob in meine zukünftigen Aufgaben bei der »bike« einweisen zu lassen. Melissa zeigte mir die Handhabung der unternehmensinternen Software und wie ich welche Tools und Webseiten für die Erstellung von Artikeln nutzen kann. Stephan lud mich auf einen Kaffee ein und überließ mich sonst Melissas Einführung. Bei einem kurzen Foto-Termin im Hof des VCC teilt mir Stephan dann die erste frohe Botschaft meines Praktikums mit: den schicken E-Roller, mit dem ich für das Vorstellungsbild posierte, sollte ich in den nächsten Wochen testfahren um anschließen einen Bericht darüber zu verfassen. Das kann ja nur gut werden, dachte ich – und wurde nicht enttäuscht.

Sprung ins kalte Wasser

In meiner ersten Woche hatte ich alle Hände voll zu tun: Direkt an meinem zweiten Arbeitstag war ich live bei einem Telefoninterview mit BMW Motorrad über einen neuen Masterabschluss des Unternehmens für Servicekräfte in der Handelsorganisation dabei, um im Anschluss einen Artikel darüber zu schreiben. Bei einem Meeting zur neuen Aufmachung der Webseite konnte ich bereits erste Ideen einbringen, welche positiv aufgenommen und umgesetzt wurden. Das Verfassen informativer Artikel beherrschte ich nach ein paar Tagen schon recht gut, sodass Stephan manchmal nur noch eine Überschrift oder einzelne Wörter im Text änderte, bevor diese online veröffentlicht wurden.

In meiner zweiten Woche bei der »bike« war dann die Katze aus dem Haus und die Mäuse tanzten auf dem Tisch: Stephan war eine Woche auf Reisen quer durchs Land um die Bewerber für den „Motorradhändler des Jahres“ zu besuchen – während ich in Würzburg dem E-Roller E-Bee von Saxx ordentlich einheizte. Einen Erfahrungsbericht zu schreiben erfordert es Erfahrungen zu sammeln – und zwar möglichst viele. Während dieser Zeit war ich also stolzer Pilot der elektrischen Biene im Zeichen des Journalismus. Diese „Arbeit“ beinhaltete natürlich auf das schießen von Produktfotos: Also fuhr ich an einem wunderschönen Herbst-Vormittag durch Würzburg, um die E-Bee an verschiedenen Spots im perfekten Licht zu präsentieren. Als ich von diesem Foto-Trip in die Redaktion zurückkehrte, wartete Stephan bereits mit der nächsten Überraschung auf mich: Den brandneuen Speeds Helm, den mir Stephan aus Redaktionsbeständen zur Verfügung stellte, sollte ich doch bitte behalten. Nicht nur durfte ich während meiner Zeit als Praktikant also einen flinken E-Roller der neuen Generation privat für mehrere Wochen nutzen, den Helm hierzu bekam ich obendrauf auch noch geschenkt – kein schlechter Deal für einen Praktikanten.

Jede Menge zu tun

Die Vorbereitungen für die jährliche »bike und business« Fachtagung am 20. November liefen auf Hochtouren, parallel zum Redaktionsschluss der Printausgabe vom November/Dezember: es wurde also nicht langweilig. Für die Fachtagung hatte Stephan die Idee, die Reisezeile der Jury des Awards„Motorradhändler des Jahres“ der vergangenen 15 Jahre auf einer Karte darzustellen. Ich schlug vor: Warum nicht „old-school“ die Idee auf einer großen Deutschlandkarte mittels kleiner Fähnchen verwirklichen? Wir besorgten also eine Karte und Fähnchen in verschiedenen Farben und ich begann zu basteln. Das Endergebnis konnte sich sehen lassen und wurde auf der Fachtagung ausgestellt.

Eine meiner Aufgaben in den Vorbereitungen der Fachtagung war es zudem, die Laudationen für die Kandidatinnen der Bike Woman of the year zu schreiben. Aus den Bewerbungsunterlagen- und Videos einen Text zu verfassen, welcher dann vor über 300 Gästen auf der Bühne verlesen wird, war ein aufregender Gedanke. Also schrieb ich was da Zeug hielt und war, wie Stephan, mit dem Ergebnis letzten Endes sehr zufrieden – die Kandidatinnen auch (hoffe ich).

Die Fachtagung 2019: Einfach beeindruckend

Auf die Fachtagung war ich gespannt wie ein Flitzebogen, hatte diese doch in den vorherigen Wochen einen großen Teil der Arbeit in der Redaktion bestimmt. Um halb neun Uhr morgens stand ich auf der Matte und half beim Aufbau des »bike und business« Standes der Tagung. Die anderen Aussteller waren ebenfalls noch mitten in den Vorbereitungen und ich erkannte viele der Gesichter aus meiner Berichterstattung der vorherigen Tage. Ich verbrachte den Tag damit, zusammen mit einem Kameramann verschiedene Aussteller und Sponsoren vor laufender Kamera zu interviewen. Die Interviews fielen sehr unterschiedlich aus, da es zum Teil Unternehmen gab, die die Fragen frei von der Leber beantworteten, jedoch auch Unternehmen, die aufgrund firmeninterner Bestimmungen die Antworten im Nachrichtensprecher-Stil via Teleprompter ablasen. Spaß gemacht haben mir diese Interviews sehr, da die Aussteller der Fachtagung allesamt sehr freundlich und aufgeschlossen auftraten – man ist eben in der Branche und unter seinesgleichen. An der Abendveranstaltung der Fachtagung befüllte ich dann zusammen mit der neuen Werkstudentin Nika den Facebook-Kanal »der bike« mit Impressionen des Abends. Die Verleihungen der Awards: „Best Brands“, „Bike Woman of the Year“ und „Motorradhändler des Jahres“ fing ich mit dem Smartphone ein, so dass sie wenige Minuten später bereits auf der Facebook-Seite der Bike veröffentlicht waren. Der Tag war ein voller Erfolg, jedoch auch sehr anstrengend. Um halb eins in der Nacht fiel ich erschöpft ins Bett – doch ausschlafen war nicht: Denn am nächsten Tag veranstaltete »bike und business« das jährliche Treffen des Benchmark-Clubs.

Spion unter Händlern – Praktikant 007

Dieser Club besteht aus rund 100 Motorrad-Händlern aus ganz Deutschland, die sich einmal im Jahr treffen um im Rahmen von Workshops, Vorträgen und offenem Diskurs ihre Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig bei schwierigen Themen weiterzuhelfen. Dieses Mal waren gut 30 Teilnehmer angereist zum großen Erfahrungsaustausch unter den Dealern. Meine Aufgaben an diesem Tag waren einfach: Zuhören und Lernen. Die Motorradhändler offen aus dem Nähkästchen plaudern zu hören war sehr interessant, jedoch kann ich darüber hier nicht berichten, da die Inhalte des Benchmark-Clubs der höchsten »bike und business«-Geheimhaltungsstufe unterliegen.

Als mir Stephan dann Mitte November die neueste Print-Ausgabe in die Hand drückte war ich zugegebener Maßen stolz zu sehen, wie viele der dort gedruckten Texte tatsächlich aus meiner Feder stammten. Die Ausgabe behalte ich auf jeden Fall in Ehren, um im späteren Leben auf die Anfänge meiner (womöglich journalistischen?) Laufbahn zurück blicken zu können. In meiner letzten Woche des Praktikums werde ich mit Stephan für eine Reportage über einen tschechischen Quad-Großhändler ASP Group in Letkov bei Pilsen düsen, um dort als rasender Reporter den Betrieb zu inspizieren. Da dieser Trip für meinen letzten Arbeitstag angesetzt ist, wird er zum krönenden Abschluss eines spannenden und vielseitigen Praktikums unter Stephans Fittichen.

Großes Dankeschön an den Chef!

Ich habe in den vergangenen acht Wochen bei »der bike« sehr viel gelernt und einen großartigen Einblick in die redaktionelle Arbeit erhalten, die hinter einer solchen Fachzeitschrift steckt. Stephan hat mir sehr vielfältige Aufgaben zugewiesen und stand mir dabei stets mit Rat und Tat und konstruktiver Kritik zur Seite. Er hat sich wirklich ins Zeug gelegt, um mir meinen Aufenthalt hier so interessant und angenehm wie möglich zu gestalten – mit Erfolg! An dieser Stelle auch noch meinen persönlichen Dank an dich Stephan: einen besseren Chef kann man sich schwer vorstellen. Für mich ist es trotz allem kein schwerer Abschied, da ich im Anschluss an mein Praktikum nicht Adieu sage, sondern intern die Abteilung wechsle um als Werkstudent weiterhin bei der Vogel Communications Group zu arbeiten.

In diesem Sinne: Bis Bald beste »bike«!

gez.: Begeisterter Praktikant Nummer 21 – Jan Matzke-Volk.

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