Pro und Contra Hassreden-Blockade

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 49/II), Folge 740: Meine Ankündigung vom 19. November, die Kommentierungsfunktion im »bike und business«-Newsstream nur noch registrierten Usern mit Klarnamen zu erlauben, um den zuletzt überbordenden Hassreden einen Riegel vorzuschieben, hat (aus meiner Sicht erwartungsgemäß) bislang dazu geführt, dass kaum einer aus der Motorradszene...

...mehr so richtig den Mund aufmachen will. In diesem Speedlog möchte ich gerne der Frage nachgehen, warum das so ist und nochmal eine Diskussion anstoßen, ob wir unsere Entscheidung noch einmal überdenken und adaptieren sollten.

„Recht habt ihr“, schrieb mir jedenfalls Axel Roewer aus Berlin, dem das Niveau der Kommentierungen im Newsstream und der fast ausschließlich negative Touch ein Dorn im Auge war. Was helfe das ganze Jammern? „Nach vorne schauen, Lösungen finden, Ideen umsetzen – nach vorne denken“, lautet für ihn die Devise.

Kommen wir zu Dieter Klann, Verkaufsleiter bei Paaschburg & Wunderlich. Er gehört zu einem der wenigen, der schon immer unter Klarnamen seine Meinung kund tut: „Hallo Stephan, nicht nur im Internet scheint die Fähigkeit und der Wille zu einem sachlichen Diskurs abhanden gekommen zu sein. Da aber selbst mit Klarnamen schon gepöbelt wird, was das Zeug hält (Stichwort „das muss man doch wohl noch sagen dürfen“), würde ich es begrüßen, wenn ihr Kommentare, die einen zivilisierten Ton vermissen lassen, gleich löscht und somit solchen Meinungsäußerungen keine Bühne mehr bietet. Für ein seriöses Medium kann es, meiner Meinung nach, keinen anderen Weg geben, wenn es in Zukunft noch Bestand haben möchte. Viele Grüße Dieter Klann.“

Contra Hassrede im Netz

Contra Hassrede im Netz

19.11.19 - Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 47/I), Folge 735: Der Speedlog „Händlers Beziehungsdramen mit den Herstellern“ vom 18. Oktober stieß auf ein breites Leserecho. Leider und wie so oft wurde in punkto Kommentare sprachlich wieder mal... lesen

Etwas anders sieht die Sache Daniel Haller vom Motorradland Bodensee in Meckenbeuren: „Hallo Stephan, ich habe kein Problem mit Klarnamen. Aber ich werde mich nicht einloggen und Vogel Media meine Daten geben. Stichwort DSVGO! Was macht ihr damit und sind meine Daten sicher oder bekomme ich dann noch mehr Spam? Außerdem ist mir der Aufwand fürs Einloggen für einen Kommentar zu groß. Du siehst ja, seit es das gibt, diskutiert keiner mehr. Ich finde es eine völlig übertriebene Reaktion. Ich habe die Kommentare auch gelesen, aber echt? Das muss man auch mal aushalten und die Reaktionen waren doch toll, d.h. demjenigen wurde direkt contra gegeben. Aber melden (Nutzer) und blockieren (Ihr) sollte man es schon können.“

Meine Gedanken dazu: Lieber Dieter, selbstverständlich werden wir alle Kommentare auch unter Klarnamen einer kritischen Qualitätsprüfung unterziehen und sie im Falle von verletzender Sprache und anderer purer Pöbeleien einfach löschen. Der Registrierungsprozess ist übrigens ganz einfach: Einmal eingeloggt, immer eingeloggt. Das frisst also keineswegs Eure Zeit. Die Frage nach dem Datenschutz und der Angst vor Spam, lieber Daniel, ist sicherlich eine verständliche. Doch glaubst du wirklich, dass ich Schindluder mit Euren Daten treibe? Du kennst mich lange genug und solltest Vertrauen haben. Ich bin ein Freund des konstruktiven Diskurses, der euch nur mit möglichst sinnvollen und branchenbezogenen Tipps versorgt. Dass dazu mal ein Whitepaper eines interessanten Zubehöranbieters gehört oder andere branchentypische Dienstleistungen und Services, die mit euch ins Gespräch kommen möchten, gehört im digitalen Zeitalter von heute einfach dazu.

Das Newsletterabo ist gratis, ihr bekommt das Heft regelmäßig zugeschickt, die Teilnahme an der Fachtagung »bike und business« ist für Euch kostenlos – weil der Eintritt durch die zahllosen Aktivitäten der Zubehörindustrie und Hersteller subventioniert wird. Das Alles kommt nicht vom Himmel geflogen. Wer möchte, dass »bike und business« auch im 25. Jahr seines Bestehens (wir feiern im August 2020 Jubiläum) auf diesem Niveau weitermachen kann, der muss als Gegenleistung auch akzeptieren, dass wir diesen Zugang zur von uns gepflegten und betreuten Community auch auf die eine oder andere Weise vermarkten. Kein Spam, keine Partnerbörsen, keine Glücksspiel- oder Wettanbieter sondern ehrliche Angebote und Offerten der Industrie!

Als registrierter User könnt Ihr übrigens kostenlos im elektronischen Archiv der »bike und business« blättern und nach Herzenslust in allen Ausgaben seit 2004 schmökern und euch fürs Jubiläum einlesen.

Unser Resümee: Wir werden unsere vor drei Wochen getroffene Entscheidung auf den Prüfstand stellen. Wir beobachten weiterhin sehr genau Eure Postings und Kommentare auf unsere Artikel und hoffen, dass sich künftig mehr Branchenplayer trauen, als registrierte User mit kundigen und sprachlich sauberen Beiträgen auf unseren Plattformen tätig zu werden. Die Schwarmintelligenz ist so in der Lage, innovative Prozesse anzustoßen und zu erzeugen. „Crowd Innovation Platform“ – so heißt ein interessantes agil gecoachtes Projekt, in dem ich mich gerade mit vielen schlauen Kollegen der Vogel Communications Group befinde. Den Mitgliedern des »bike und business«-„Benchmark-Clubs“ haben wir das Vorhaben schon mal vorgestellt. Bleiben Sie dran. Es bleibt spannend in der disruptiven Welt des Fachjournalismus, der sich um seine Leser und User kümmert und sie fit machen will für die Herausforderungen einer schwierigen Branchenzukunft.

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