Ready to race: KTM setzt auf Bearbeitungszentren von Heller

Redakteur: Anne Richter

Der Motorradhersteller KTM setzt im österreichischen Munderfing in seiner Gleichteilestrategie auf Bearbeitungszentren von Heller.

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KTM ist auf die Entwicklung und Fertigung rennsporttauglicher Offroad- und Street-Motor­räder spezialisiert.
KTM ist auf die Entwicklung und Fertigung rennsporttauglicher Offroad- und Street-Motor­räder spezialisiert.
(Bild: KTM)

Ob Offroad- oder Straßenmaschinen, KTM fertigt seine Motorräder nach Bedarf, die Losgrößen bewegen sich je nach Bedarf zwischen 100 und 2.000 Stück. Bei der Bearbeitung von Motorgehäusen und Zylinderköpfen setzt man im österreichischen Munderfing seit fast 30 Jahren auf Bearbeitungszentren von Heller. Aktuell sind 19 komplett baugrößengleiche, davon neun H 4000 im Einsatz.Man geht nicht zu 150 Prozent an die Leistungsgrenzen der Maschinen. Viel wichtiger ist den Verantwortlichen, dass die erforderliche Präzision von zwei Hundertstel Millimetern erreicht wird und man damit in der Serienfertigung eine entsprechende Reproduzierbarkeit sicherstellt. So verfügt man mittlerweile, vor allem aus Gründen der Liefertreue und Flexibilität, über 19 komplett baugrößengleiche Bearbeitungszentren von Heller.

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Fertigung nach Bedarf und Saison

Flexibilität deshalb, weil man bei KTM nach Bedarf und Saison fertigt. Während die Straßenmotorräder zwischen September und Mai produziert werden, bewegt man sich mit den Offroad-Maschinen hauptsächlich zwischen März und November. Zusätzlich ist es eine enorme Fertigungstiefe und Teilevielfalt, mit der die mechanische Fertigung den KTM-Kunden „Motorbau“ termingerecht zu beliefern hat. Teilevielfalt, das sind sechs grundlegende Varianten mit zahlreichen Untervarianten. Der 2-Zylindermotor wird beispielsweise in fünf unterschiedlichen Konfigurationen gefertigt.

In der Summe, so Walter Uitz, Vice President Produktion, sind es über 150 verschiedene Modellvarianten, die kontinuierlich zu fertigen sind: „Wir haben hier bei KTM drei Teilbereiche. Das sind die mechanische Fertigung, der Motorenbau und die Fahrzeugmontage in Mattighofen. Der Motorenbau ist unser Kunde und zusätzlich beliefern wir periodisch unser Ersatzteilcenter. Neben den Motorgehäusen und Zylinderköpfen fertigen wir allerdings noch weitere diverse Bauteile, so dass es in Summe zwischen 250 bis 300 unterschiedliche Artikel sind. Die Losgrößen sind je nach Bedarf unterschiedlich und bewegen sich von 100 bis 2.000 Stück.“

Auslastung der Bearbeitungszentren

In einem Jahr kann man also pro Motorrad-Typ von einer Losgröße von 2.000 bis 15 000 Stück ausgehen. Damit sind die 19 komplett baugleichen Bearbeitungszentren nahezu 100-prozentig ausgelastet. Einerseits kann bei einem eventuellen Ausfall, Wartungsarbeiten etc. problemlos mit jedem Bauteil auf ein x-beliebiges Heller-Bearbeitungszentrum gewechselt werden. Andererseits sieht man auch in der benötigten Produktivität eine feste Größe. Obwohl die älteren Maschinen noch einwandfrei fertigen, wird bei KTM jedes Jahr in neue Bearbeitungszentren von Heller investiert. Waren das bis 2008 noch MC 25 bzw. MCi25, setzt man heute ausschließlich auf die neue Generation H 4000. Insgesamt sind das inzwischen neun Bearbeitungszentren.

Ein Paket, das selbst bei Aluminium einfach ideal passt

Helmut Hansel, Produktionsleiter in der mechanischen Fertigung bei KTM, sieht in dieser konsequenten Ausrichtung zahlreiche Vorteile: „Zunächst haben auch wir keine Zeit zu verschenken. Die Maschinen, die wir austauschen, sind 10 bis 12 Jahre in Betrieb. Da ist dann die neuere Generation einfach schneller. Dass wir dabei seit Jahren auf Heller setzen, hat freilich viele Gründe. So arbeiten wir zum Beispiel sehr viel mit Spanntürmen, Vorrichtungen etc. Zwei der H 4000 sind zudem mit einem Rundspeicher mit einem 6-fach-Paletten-Rundspeicher und 160 Werkzeugplätzen ausgerüstet. So lassen sich Werkzeuge und Spannsysteme an jeder Maschine eins zu eins übernehmen.“

In der Aluminiumbearbeitung sind es allerdings meist Drehzahlen und Dynamik, die im Vordergrund stehen. Und mit der Zerspanleistung der H 4000 ist man in Munderfing mehr als zufrieden, denn die Leistungsgrenzen bestimmen ohnehin die dünnwandigen Bauteile. In Sachen Drehzahlen wurden Spindeln mit 16 000 min-1 gewählt und zusätzlich das Achs-Dynamik-Paket Speed für 90 m/min Eilgang und 2,5 s Span-zu-Span-Zeit gezogen. Ein Paket, das für den Werkstoff Aluminium ebenso ideal passt wie der Arbeitsraum mit 800 x 800 x 800 mm zum Produktspektrum.

Service und Wartung für durchgehende Verfügbarkeit

Zuständig dafür, dass die Bearbeitungszentren bei KTM in drei Schichten über das gesamte Jahr verfügbar sind, ist Günther Schickbauer. Ein Praktiker, der Schwingungsanalysen mit seinem Gehör durchführt und der für den gesamten Service inklusive Wartung verantwortlich ist: „Meist erledigen wir diese Aufgaben selbst, obwohl der Service von Heller mustergültig aufgestellt ist: Ersatzteile sind innerhalb von wenigen Stunden verfügbar. Und bei Fragen hat man es ausschließlich mit kompetenten Leuten zu tun. Unsere Mitarbeiter haben inzwischen aber auch so viel Sensibilität für die Maschinen entwickelt, dass eventuell anstehende Probleme frühzeitig erkannt bzw. gehört werden.“

Dass die Maschinen gut in Schuss sind, kann Johann Schlecht, Key Account Manager bei Heller, nur bestätigen: „Die Maschinen von KTM sind selbst nach 10 bis 12 Jahren noch sehr gefragt, weil sie einfach entsprechend behandelt und gewartet werden. Da diese Maschinen teilweise auch an Zulieferer von KTM gehen, ist das Eigen­interesse natürlich entsprechend hoch, diesen Unternehmen einwandfreie und zuverlässige Maschinen zur Verfügung zu stellen.“ Das heißt, in Munderfing verlässt man sich nicht nur auf Präzision und Zuverlässigkeit, sondern man hat bei den Investitionen auch den Restwert im Auge. Und Walter Uitz ergänzt: „Für die von uns geforderte Präzision nutzt uns keine Maschine, die dazu vielleicht in der Lage wäre. Bei KTM ist die Reproduzierbarkeit über tausende von Bauteilen Grundvoraussetzung.“

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