Roadmap zu Motorradhändlers Erfolg (5): The future is now – das furiose Finale

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 45/II), Folge 733: Das letzte Kapitel der Juryrundreise zu den Top-Betrieben der Motorradbranche ist angebrochen. Ich beginne meine Erzählung am Freitag, den 18. Oktober. Nicht ohne vorher..

...noch kurz die Geschehnisse am Abend zuvor zum Besten zu geben. Übernachtet haben wir im Design & Lifestyle Hotel Estilo Aalen. So was gibt es wirklich in Aalen, mitten auf der Schwäbischen Alb. Coole Zimmer und viele chinesische Business People beim Onboarding, die wohl gerade zu Gast bei der Optik-Weltfirma Zeiss im benachbarten Heidenheim sind. Schnell treibt uns der Hunger nach den Donnerstags-Triple-Betriebsbesuchen per pedes in die City.

Als Restaurantempfehlung spuckt uns Google Das Deck aus. Ein Gasthaus, das tatsächlich als Schiffsdeck daherkommt. Cooles Ambiente im Seefahrerstil, mit einem Smutje statt Koch in der Küche, gespeist wird in der Kombüse, unter Positionsleuchten und hölzernen Steuerrädern. Leider ist der angesagte Schuppen wegen eines Trauerfalls geschlossen. Doch ruft man uns dort einen Geheimtipp für eine Alternativgaststätte zu: „Geht doch in die Bierhalle Aalen“. Seit 1686 ist sie Teil der Stadtgeschichte. Das historische Wirtshaus ist nicht nur das Stadtälteste, sondern auch eines der beliebtesten Wirtshäuser dort. Schon der Dichter und Schriftsteller Christian Daniel Friedrich Schubart kehrte hier tagtäglich ein und pflegte den journalistischen Diskurs beim einen oder anderen Krug frisch gezapftem Bier. Von Schubart stammt übrigens der Text für Franz Schuberts berühmtes Kunstlied „Die Forelle“. „In einem Bächlein helle da schoß in froher Eil, die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil.“ Tja, Juryrundreisen bilden ungemein...

Auf jeden Fall war die Bierhalle wie geschaffen für die Jury des Awards „Motorradhändler des Jahres“, die traditionell am Vorabend vor der letzten Etappe schon mal das finale Ranking andiskutiert. Gut in Schwung gekommen ist die Diskussion, weil Sven, Gerd und Rudi kurz vorher in der Roßstraße am Nostalgiekarussell vor dem Traditionsgeschäft Spielzeug Wanner (das wegen Insolvenz vor kurzem leider schließen musste) ein paar blutkreislauffördernde Runden drehte.

Warm-up Zweiradtechnik: Tommy, can you hear me?

An diesem Freitagmorgen bei herrlich strahlendem Sonnenschein ging die Anfahrt der Jury zur nächsten Bewerberstation in Rekordzeit vonstatten. Gerade mal 500 Meter waren von der Hotelgarage bis in den Hof von Warm-up Zweiradtechnik zu bewältigen. Mit frisch-gebrühtem Kaffee und knackigen schwäbischen Butterbrezeln empfing uns Thomas „Tommy“ Holzner und sein Team. Das Motto der Truppe: „Bikes, especially made for you! Wir bauen jedes Motorrad um, ob Streetfighter, Chopper, Sportler, oder Big Bike.

Individuelle Umbaulösungen von A wie Auspuff bis Z wie Zierblende.“ Die Story, die uns Tommy zunächst auftischte, ging uns zunächst ziemlich an die Nieren. Nach einem plötzlichen, personellen Aderlass stand Thomas Holzner Anfang 2018 alleine mit zwei Azubis da; und dann noch ein Einbruchsdiebstahl. Kurz vor der Geschäftsaufgabe ermutigten ihn Familie und Händlerkollegen zum Weitermachen und Tommy erfand sich neu – mit einem frischen, jungen Team, zu dem auch seine Tochter samt Partner gehören. Und wie: Voll motiviert, mit Umsetzung innovativer Ideen auch seiner frischen Mitarbeiter im Verkauf und in der Werkstatt konzentriert sich Warm-up auf das Wesentliche und genau das, was man kann.

Tolle markengerechte Verkaufswelt für Neu-Motorräder Kawasaki und Triumph, riesige, super präsentierte Gebrauchtmotorrad-Welt und damit die dritte Marke, top ausgestattete Werkstatt und kompetente Mechaniker und das Customizing als weiteres Geschäftsfeld mit eigenen Kreationen und vielen Kundenaufträgen und Umbauten. Warm-up ist zum dritten Mal im Kampf um die Award-Krone dabei und landete bisher einmal in den Top Ten und einmal in den Top Five – seien Sie gespannt, welchen Platz Tommys Team dieses Jahr in den Würzburger Asphalt brennen wird.

Zweirad Trinker: Lockruf der Goldmedaille

Bereits 2012 stand Achim Trinkner und sein Team von Zweirad Trinkner in Löchgau – zwischen Stuttgart und Heilbronn gelegen – auf dem Goldtreppchen des Awards. Den Ehrgeiz, diesen Coup einmal zu wiederholen, trägt der Chef nach eigenem Bekunden schon länger in sich. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagte sich Achim Trinkner, wohl wissend, dass sich das Familienunternehmen, das Team und die Gesamtstruktur des Zweiradhauses in den vergangenen sieben Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Die vergrößerte, attraktiv gestaltete und klar strukturierte Ausstellungsfläche, die neu angebaute großzügige Werkstatt mit 100 Prozent Direktannahme und anschließendem ebenfalls komplett neu konzipiertem und durchdachten Lager sind nur die äußeren Zeichen dieser Optimierung.

Grundlegend ist die neue Team- und Arbeitsstruktur. Die Teamstärke wurde mehr als verdoppelt; Aufgabenbereiche sind jetzt kompetenten Leitern zugeteilt, die Ihre Ideen nach Absprache mit dem Chef selbstverantwortlich einbringen und im Team umsetzen. Dabei wird alles auf den Prüfstand gestellt und der Erfolg zeitnah analysiert. Da jedes Teammitglied sich einbringen darf und soll ist die Motivation jedes einzelnen spürbar. Durch diese Delegation von Verantwortung gewinnt der Chef auch wertvolle Zeit für die unternehmerische Gestaltung und Planung, die individuelle Pflege von Kunden und für eine veränderte Work-Life-Balance. Und so wuppte das Team den Besuch der vielköpfigen Jury mit Bravour! Auch und gerade weil der Boss an diesem Tag im Ausland weilte, haben sich alle mächtig ins Zeug gelegt und eine tolle Performance hingelegt. Allen voran Achims drahtige Assistentin Andrea Gillen, die den Jurybesuch als „prima inter pares“, also als Gleiche unter Gleichen, perfekt moderierte und koordinierte. Den Imagefilm zur Bewerbung hat übrigens Alex produziert, einer der vielen talentierten Azubis bei Trinkner. Die passende Filmmusik dazu hörte auf den Titel „The future is now.“ Wohl dem, der solch einen talentierten Nachwuchs in seinen Reihen hat. Chapeau Alex! Chapeu Team Trinkner! Das war eine echte Teamleistung, ein Gemeinschaftswerk vom Feinsten.

So, das war der Showdown der fünften und letzten Etappe der 2019er-Juryrundreise zu den Top Ten-Betrieben des »bike und business«-Awards „Motorradhändler des Jahres“ Auf der A 81 zwischen der Anschlussstelle Ahorn und auf Höhe der Taubertalbrücke brachen wir schließlich mit unserem Leih-Audi auch noch den Tempo-Rekord unserer diesjährigen 2.310 Kilometer langen Reise. Fridays for Hubraum – die passende Zahl dazu ist in unserem Trailer auf dem Tacho zu sehen!

Hinweis in eigener Sache

Der Countdown für die Fachtagung »bike und business« am 20. November in Würzburg läuft: Noch zwölf Tage bis zum Tag X. Zum Tag der neuen Ideen und Konzepte für ein einträglicheres Geschäft in Motorradhandel und -werkstatt. Seien Sie mit dabei. Hier geht's zur Anmeldung. Code nicht vergessen: „bike 2019“ und es öffnen sich die Tore zu neuen Branchenwelten mit Zukunftsperspektiven.

10 Jahre Fachtagung: Ideen-Feuerwerk zum Jubiläum

10 Jahre Fachtagung: Ideen-Feuerwerk zum Jubiläum

28.10.19 - Die Fachtagung »bike und business« ist 2010 erstmals angetreten, um Motorradhändlern, Werkstätten und der Zweiradindustrie eine neue moderne Plattform für die Wissensvermittlung zu bieten. Längst hat sich das Netzwerk-Event einen festen Platz im Branchenkalender erobert. 2019 ist es der 20. November. lesen

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