Rückrufaktionen sind nicht per se schlecht

Erich Popp aus Marktredwitz, Inhaber und Chef der Popp-Service KG, über die Grundsätzlichkeit von technischen Rückrufaktionen.

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Die Zahl der Rückrufe eines Fabrikats lässt nicht automatisch Rückschlüsse über die generelle Qualität zu.
Die Zahl der Rückrufe eines Fabrikats lässt nicht automatisch Rückschlüsse über die generelle Qualität zu.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Artikel in „bike und business“ ONLINE vom 6. August 2010 „Yamaha hat die meisten Rückrufe“ hat unseren Leser Erich Popp aus Marktredwitz zu einer spontanen Replik angeregt, die wir an dieser Stelle gerne abdrucken:

„Zu Ihrem Artikel über die Rückrufe muss ich unbedingt etwas sagen, das kann man nicht so mit dem Ruch des Schlechten propagieren! Es muss doch nicht unbedingt schlecht sein, wenn eine Firma einen Rückruf startet. Es zeugt doch vielmehr von Verantwortungsbewusstsein, diesen für die Firma teueren Schritt zu tun. Denn nicht immer sind diese Rückrufe sicherheitsrelevant, und selbst wenn ja – gut, dass es gemacht wird.

Es sind häufig Rückrufe mit reinem Produktpflegecharakter dabei. Ich mache viele dieser Rückrufe mit und weiß, wovon ich spreche. Es gibt auch Firmen (ich nenne bewusst keine Namen!), bei denen der eine oder andere „Murks“ auf der Straße rumfährt, der unbedingt nachgearbeitet werden müsste, die sich aber den Teufel drum scheren, ob das nachgebessert wird oder nicht. Die stehen in ihrer aktuellen Statistik natürlich proper da, obwohl sie eigentlich die „Bösen“ sind.

Ein Rückruf ist grundsätzlich notwendig, weil irgendwo bei Konstruktion, Entwicklung, Fertigung, Testfahrten oder wo auch immer geschlampt wurde; soweit richtig. Das soll zwar nicht, kann aber in jeder Firma passieren. Der Unterschied ist, wie man damit umgeht und ich finde, lieber zwei Rückrufe mehr, als einen zuwenig. Also: bitte nochmal nachdenken und dem Artikel eine andere Klangfarbe geben.“

Mit freundlichen Grüßen, Erich Popp

Die »bike und business«-Redaktion freut sich immer auf Leserreaktionen, vor allem dann, wenn sie zur Versachlichung und Vertiefung eines Branchenthemas dienen.

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