Sachen gibt's: Der Online-Reputations-Verbesserer

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 6/2016/II). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 12. Febraur 2016 – Von einem mir bislang unbekannten Digital-Berufsbild möchte ich heute berichten. Und zwar geht es um den Online-Reputations-Verbesserer. Was ist denn das bitteschön? Zur Erklärung des Sachverhalts zitiere ich eine Mail, die mich vor kurzem erreichte: Sehr geehrte Damen und Herren, unser Auftraggeber Herr xyz (Name der Redaktion bekannt) beauftragte www.yourreputation24.com mit der Verbesserung seiner Online-Reputation. Wir kontaktieren Sie im Auftrag unseres Auftraggebers, da auf Ihrer Webseite unerwünschte Inhalte gefunden wurden. Wir verwiesen dabei auf den Link: www.bikeundbusiness.de/xyz.... Der kritische Eintrag befindet sich auf Ihrer Internetseite, wir haben Sie als verantwortlichen Betreiber (bzw. Hosting-Provider mit der Bitte um Weiterleitung) ermittelt. Im gegenseitigen Interesse bitten wir Sie um Kooperation und Entfernung/Veränderung des benannten Online-Eintrages. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diesem Wunsch und der Bitte nachkommen.“

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Wow – Verbesserung der Online-Reputation! Im gegenseitigen Interesse der Wunsch nach Entfernung/Veränderung „unerwünschter Inhalte“!? Ich würde es eher als Versuch der Zensur werten. Wenngleich die Agentur in diesem Fall wohl rechtlich wissen dürfte, was Sie tut. Immerhin fragt Sie ja der Form nach höflich an. Trotzdem finde ich: Wo kämen wir da hin, wenn jeder seinen Namen googelt und auf unbequeme oder kritische Beiträge stößt, dann beim Urheber anklopft und ihn zu bewegen versucht, den Artikel zu löschen? Im monierten Falle handelt es sich um die Meldung über den Weggang eines Geschäftsführers. Würden wir jetzt einfach die Löschen-Taste betätigen, fehlte in unserem Online-Archiv in der Historie des Unternehmens das passende News-Mosaiksteinchen - und das Bild der Wirklichkeit wäre ein kaschiertes! Wir versprechen: »bike und business« bleibt stets bei der Wahrheit und ein Hort der Meinungsfreiheit.

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