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Schrauberblog: Wie aus zwei Kfzlern Social-Media-Größen wurden

| Autor: Christoph Seyerlein

Zwei Kfz-Meister sorgen bei Facebook und Instagram für Furore. Mit dem „Schrauberblog“ erzielen Christian Cloppenburg und Marco Tenhagen Millionen-Reichweiten. Ihre Inspiration ziehen sie aus ihrer täglichen Arbeit in Kfz-Betrieben.

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Die Gesichter hinter dem „Schrauberblog“: Christian Cloppenburg (li.) und Marco Tenhagen (re.), hier auf der Essen Motor Show 2018 mit Liberty-Walk-Gründer Wataru Kato.
Die Gesichter hinter dem „Schrauberblog“: Christian Cloppenburg (li.) und Marco Tenhagen (re.), hier auf der Essen Motor Show 2018 mit Liberty-Walk-Gründer Wataru Kato.
(Bild: Schrauberblog)

Im Nachhinein müssen Christian Cloppenburg und Marco Tenhagen einem ihrer Lehrer in der Kfz-Meisterschule dankbar sein. In einer Whatsapp-Gruppe mit ihren Mitschülern gingen die besten Sprüche des Ausbilders herum. Was die beiden Kfz-Mechatroniker aus dem Berchtesgadener Land damals noch nicht wussten: Aus jener Gruppe entstand die grundsätzliche Idee für ein Projekt, aus dem heute eine der größten Kfzler-Communities Europas entstanden ist.

Ursprünglich wollten die beiden eine Seite zum Austausch für Kfz-Mechaniker schaffen. Aufmerksamkeit dafür sollte vor allem über Social Media entstehen. Schnell erkannten die Gründer des „Schrauberblog“, dass die sozialen Netzwerke „anders funktionieren“, wie es die beiden nennen. Die zündende Idee kam ihnen, als sie sich an ihren einstigen Lehrer zurück erinnerten. Es entstand ein Konzept mit der Grundidee, den Alltag von Beschäftigten in der Kfz- und Nfz-Branche auf humorige Art und Weise – zumeist über sogenannte Memes (siehe Bildergalerie) – aufzuarbeiten.

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Gestartet sind die beiden im März 2017 bei Facebook, im Januar 2018 kam Instagram dazu. Die Idee entpuppte sich schnell als Volltreffer: Heute folgen dem „Schrauberblog“ bei Facebook knapp 56.500 User, bei Instagram sind es gut 45.000, Tendenz schnell steigend. Christian Cloppenburg sagt: „Wir erreichen den gängigen Auswertungstools zufolge rund acht Millionen Menschen mit unseren Beiträgen.“

Praktisch genauso schnell wuchs bei den beiden Kfzlern die Erkenntnis, dass man das eigene Angebot auch über die Beiträge bei Facebook, Instagram und auf dem eigenen Blog erweitern könnte. So bieten Cloppenburg und Tenhagen inzwischen auch Fanartikel wie Sticker, Caps oder T-Shirts an. Gerade die Aufkleber kommen nach Auskunft der beiden sehr gut an. Genaue Verkaufszahlen möchten sie zwar nicht nennen, „aber es sind bereits so viele, dass sich davon unsere anderen Projekte finanzieren“, sagt Cloppenburg.

Neue Ideen statt Ausruhen auf dem Erfolg

Denn auch für die Zukunft haben sich die Schrauberblog-Gründer viel vorgenommen. Auf dem bisherigen Erfolg ausruhen ist für sie keine Option. Kürzlich haben sie die „Schrauberapp“ live geschaltet. „Darauf liegt aktuell unser Fokus“, sagt Marco Tenhagen. Mit der App besinnen sich die beiden auch wieder auf ihr ursprüngliches Vorhaben zurück: Sie soll eine Plattform zum Austausch für Menschen aus der Branche werden. Nach wenigen Wochen hatten sich bereits gut 2.000 Nutzer die App heruntergeladen.

Besonders wichtig ist es Christian Cloppenburg und Marco Tenhagen, den alltäglichen Bezug zu ihrer Zielgruppe nicht aus den Augen zu lassen. Deswegen arbeiten beide auch weiterhin als Angestellte in Kfz-Betrieben. Der Beruf bereite ihnen großen Spaß und sei schließlich die Inspirationsquelle für den Schrauberblog. „Wir wollen den Berufsstand mit unseren Aktionen auch wieder attraktiver machen und junge Menschen für das Handwerk begeistern“, sagt Cloppenburg.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Schwesternzeitschrift "kfz-betrieb".

Die Redaktion von "bike und business" findet: Eine gute Idee, die auch im Zweiradhandwerk Schule machen sollte.

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