Scooter Attack unter Sanierungsdruck

Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

| Redakteur: Stephan Maderner

Streetbuzz hat vergangene Woche einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Wie geht es weiter?
Streetbuzz hat vergangene Woche einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Wie geht es weiter? (Bild: Screenshot Homepage Streetbuzz)

Die Streetbuzz Distribution GmbH betreibt u.a. das in der Rollerszene bekannte Label Scooter Attack (Laden und Online-Shop) und stellte am 4. September den Antrag auf ein Insolvenzeröffnungsverfahren.

Aufreger in der Scooterszene: Scooter Attack steckt in Schwierigkeiten. Das Amtsgericht Saarbrücken, Außenstelle Sulzbach, hat in dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Saarbrücken unter HRB 14078 eingetragenen Streetbuzz Distribution GmbH, Brachalmeth 4, 66271 Kleinblittersdorf, gesetzlich vertreten durch den Geschäftsführer Herrn Gökce Soycan – Geschäftszweig: Der Handel mit Ersatzteilen, Tuningteilen und sonstigem Zubehör für motorisierte Zweiräder und Personenkraftwagen – am 4. September 2018 die vorläufige Eigenverwaltung durch die Schuldnerin angeordnet (§270a InsO). (Aktenzeichen: 107 IN 43/18). Die Schuldnerin ist berechtigt, unter Aufsicht des vorläufigen Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen (§§ 270 - 285 InsO). Die Streetbuzz Distribution GmbH betreibt u.a. das in der Rollerszene bekannte Label Scooter Attack (Laden und Online-Shop).

Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Jean-Olivier Boghossian, Petersbergstraße 20, 66119 Saarbrücken, Telefon: 0700/ 26 446 774 26, Fax: (0681) 59180 1262 bestellt.

In einem Exklusivstatement für »bike und business« stellt Jean-Olivier Boghossian fest: „Die Streetbuzz Distribution GmbH befindet sich seit dem 04.09.2018 in einem Insolvenzeröffnungsverfahren in vorläufiger Eigenverwaltung. Herr Rechtsanwalt JR Günter Staab unterstützt hierbei die Geschäftsführung der Streetbuzz Distribution GmbH als Sanierungsbevollmächtigter. Ich begleite das Verfahren zunächst als vorläufiger Sachwalter und kontrolliere als solcher die Geschäftsführung und sichere im Interesse der Gläubiger den rechtmäßigen Ablauf des Verfahrens ab. Unterstützt werden wir bei unserer Arbeit von einem durch das Insolvenzgericht eingesetzten vorläufigen Gläubigerausschuss, der in die wesentlichen Angelegenheiten eingebunden ist und maßgebliche Entscheidungen verfahrensbegleitend zu treffen hat.

Der Geschäftsbetrieb der Streetbuzz Distribution GmbH wird derzeit uneingeschränkt fortgeführt. Ziel ist die Sanierung des Unternehmens mittels eines Insolvenzplans. Das Geschäftsmodell der Streetbuzz Distribution GmbH ist grundlegend intakt, die Insolvenzursachen liegen vor allem in seinerzeit unterschätzten Altlasten bzw. nicht vollständig zu verwirklichender Synergieeffekten, die mit der seinerzeitigen Zusammenführung der Geschäftsbetriebe durch Verschmelzung der Scooter-Attack GmbH auf die vormalige Maxiscoot GmbH (der jetzigen Streetbuzz Distribution GmbH) verbunden waren. Diese Beeinträchtigungen werden im laufenden Verfahren abschließend bereinigt bzw. durch den Abschluss der bereits vor der Insolvenzantragstellung eingeleiteten Restrukturierung beseitigt.

Die gerichtliche Entscheidung über die formale Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird voraussichtlich Ende November 2018 erfolgen. Die Mitarbeiter erhalten bis dahin ihre monatlichen Arbeitsentgelte in Form von Insolvenzgeld, das mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit vorfinanziert werden wird.

Der Insolvenzplan soll bis dahin bereits ausgearbeitet und sodann im eröffneten Insolvenzverfahren den Gläubigern vorgestellt und zur Abstimmung gestellt werden, so dass seitens der Beteiligten auf einen Verfahrensabschluss, d.h. Aufhebung des Insolvenzverfahrens, noch im Verlauf des 1. Quartals 2019, hingearbeitet wird.“

Gökce Soycan stellt im Gespräch mit »bike und business« fest: „Wir wollen das Unternehmen, das wir vor drei Jahren übernommen haben, fortführen, es neu strukturieren und es auf eine erfolgreiche Zukunft ausrichten. Wir sind davon überzeugt, dass es gelingen wird, das Unternehmen zu sanieren.“

Das Verfahren der Eigenverwaltung unterscheide sich dabei im Grundsatz von einem „normalen“ Insolvenzverfahren, dem sog. Regelinsolvenzverfahren. Die Eigenverwaltung ist klar darauf gerichtet, das Unternehmen zu gesunden und so dauerhaft fortzuführen, während die Regelinsolvenz zumeist mit der Zerschlagung des Unternehmens verbunden ist.

O-Ton Gökce Soycan: „Das Geschäftsmodell der Streetbuzz Distribution GmbH ist grundlegend intakt, die Insolvenzursachen liegen vor allem in seinerzeit unterschätzten Altlasten bzw. nicht vollständig zu verwirklichender Synergieeffekten, die mit der seinerzeitigen Zusammenführung der Geschäftsbetriebe durch Verschmelzung der Scooter-Attack GmbH auf die vormalige Maxiscoot GmbH (der jetzigen Streetbuzz Distribution GmbH) verbunden waren. Diese Beeinträchtigungen werden im laufenden Verfahren abschließend bereinigt bzw. durch den Abschluss der bereits vor der Insolvenzantragstellung eingeleiteten Restrukturierung beseitigt.“

Für alle, die das Unternehmen live erleben wollen findet, vom 15. bis 17. September das Scooter-Weekend in Bitburg „Air Base“ wie geplant und ohne Abstriche statt. Weitere Infos zu dem Weekend gibt es hier.

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