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Scout-24-Gruppe geht an Finanzinvestor

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Bei der Onlinebörse Autoscout und ihren Schwesterplattformen haben dem Vernehmen nach bald Finanzinvestoren das Sagen. Presseberichten zufolge ist die Scout-24-Gruppe verkauft.

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(Foto: Scout 24)

Die Deutsche Telekom hat Presseberichten zufolge nach langer Suche einen Käufer für die Scout-24-Gruppe gefunden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Donnerstag berichtet, sei die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman bereit, für 1,4 Milliarden Euro 70 Prozent des Online-Unternehmens zu erwerben. Auch „Spiegel Online“ und die „Berliner Morgenpost“ veröffentlichten bisher noch unbestätigte Informationen des Verkaufs. Auf Anfrage von »kfz-betrieb« wollte Scout-24-Pressesprecherin Beatrice Charrier die Meldungen nicht weiter kommentieren.

Kommt es zu dem Verkauf, wäre es eine der größten Übernahmen durch eine Private-Equity-Gesellschaft in diesem Jahr in Deutschland. Allerdings sind die betriebswirtschaftlichen Eckdaten unklar, da die Scout-24-Gruppe wie ihre Tochtergesellschaften traditionell keine Ergebnisse veröffentlichen. In der Branche wird das Gesamtunternehmen laut FAZ auf einen Umsatz von 350 Millionen Euro geschätzt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bei rund 100 Millionen Euro liegen. Damit würde das Unternehmen mit dem Zwanzigfachen des operativen Jahresgewinns bewertet.

Die Deutsche Telekom hatte die Scout-Gruppe 2004 gekauft. In der Folge entwickelte sich das Unternehmen zu einem der wichtigsten Anbieter von Online-Portalen in Europa. Zu den Angeboten gehören neben Autoscout 24 auch Immobilenscout 24, Friendscout 24 und Travelscout 24. Die Stellenbörse Jobscout 24 wurde bereits Ende 2011 an einen Wettbewerber verkauft.

Der Verkauf der profitablen Tochter soll der Telekom liquide Mittel in die Kassen bringen, mit denen sie unter anderem Investitionen ins Breitbandnetz finanzieren will. Mehrere Investoren waren an der seit dem vergangenen Jahr angebotenen Scout-Gruppe interessiert, darunter der sich verstärkt digital orientierende Axel-Springer-Verlag und weitere Finanzinvestoren. Der finale Abschluss war jedoch immer wieder an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.

Hellman & Friedman hat sich bereits mehrfach auf dem deutschen Medienmarkt engagiert, unter anderem mit Beteiligungen am Axel-Springer-Verlag sowie am Medienkonzern Pro Sieben Sat 1.

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