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Seidl Motobikes: Gebunden war gestern, heute zählt der Erfolg

| Autor / Redakteur: Norbert Rubbel / Martina Eicher

Bernd Seidl und sein Team von Seidl Motobikes Nürnberg holten sich in der Kategorie Freie Werkstatt den zweiten Platz beim »bike und business«-Award-„Motorradhändler des Jahres 2013“.

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Das Seidl-Team verbucht auch im Winter eine relativ gute Werkstattauslastung. An rund 50 eingelagerten Kundenfahrzeugen führen die Mechaniker Wartungs- und Reparaturarbeiten durch, die im Sommer nicht unbedingt notwendig waren.
Das Seidl-Team verbucht auch im Winter eine relativ gute Werkstattauslastung. An rund 50 eingelagerten Kundenfahrzeugen führen die Mechaniker Wartungs- und Reparaturarbeiten durch, die im Sommer nicht unbedingt notwendig waren.
(Foto: Rubbel)

Wenn Bernd Seidl von den Weltmeisterschaftsläufen seines Vaters in den 60er Jahren und seinen eigenen Grand-Prix-Erfolgen mit der Suzuki T 500 Daytona erzählt, bekommt nicht nur er glänzende Augen. Auch seine Zuhörer geraten ins Schwärmen. Zahlreiche Pokale, Bilder und Plakate in der Werkstatt erinnern an den Rennsport der Seidls. Ihre Leidenschaft zu den Classic-Bikes haben sie zum Beruf gemacht: Vor rund 50 Jahren eröffnete Vater Horst Seidl eine Tankstelle, übernahm 1967 die Vertretung für Honda-Pkw und -Motorräder, unterschrieb wenige Jahre später einen BMW-Motorrad-Vertrag und investierte viel Geld in einen neuen Betrieb an der Scharrerstraße.

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Die Geschäfte mit rund 500 verkauften Fahrzeugen der japanischen und deutschen Marke entwickelten sich für das damals 15-köpfige Seidl-Team prächtig – bis die Hersteller ihre Händlernetze umstrukturierten. Nach der Vertragskündigung erst von BMW (1996) und dann auch Honda (2001) musste der Nürnberger Familienbetrieb Insolvenz anmelden. „Mit einem Mechaniker und einem gemieteten, kleinen Raum in meinem früheren Betrieb fing ich 2004 mit einer freien Werkstatt wieder bei null an“, erinnert sich Bernd Seidl. Das Schöne war, dass ihm viele seiner Honda- und BMW-Kunden treu blieben.

Als die Werkstatt vor etwa drei Jahren aus allen Nähten zu platzen drohte, zog der 51-Jährige in ein ehemaliges Toyota-Autohaus an der Pfälzerstraße ein. Heute betreut er mit seiner Frau Astrid und seinen beiden Mechanikern über 700 Stammkunden.

Dass man auch ohne einen Händlervertrag erfolgreich sein kann, dokumentiert seine zweistellige Umsatzrendite im Werkstattgeschäft. „Durch den Umzug in die größeren Räumlichkeiten konnten wir in den letzten beiden Jahren unser wirtschaftliches Ergebnis nahezu verdoppeln“, freut sich Bernd Seidl.

Das liegt aber nicht nur an dem neuen Betrieb mit seinen drei großzügigen Werkstattboxen und der attraktiven Serviceannahme an der vielbefahrenen Pfälzerstraße. Auch die Mitarbeiter und die gut funktionierende Mund-zu-Mund-Propaganda haben großen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg von Seidl Motobikes. Viele Werkstattbesucher wollen von ein und demselben Mechaniker betreut werden. „Unsere Kunden fühlen sich bei uns wie zu Hause. Sie haben zu meinen Mitarbeitern ein sehr persönliches Verhältnis“, erklärt der Betriebsinhaber und fügt hinzu: „Unsere Werkstatt ist für alle Besucher offen und zugänglich.“

Große Werbeaktionen muss Bernd Seidl nicht betreiben, weil sich seine guten Serviceleistungen über seinen regionalen Markt hinaus längst herumgesprochen haben. Die Empfehlungen der Kunden haben noch zwei wichtige Vorteile: Die Mundpropaganda ist effektiv und billig.

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