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Selling out of the box: Zweirad-Showroom in der City

Autor / Redakteur: Lukas Maderner / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Der britische Faltradhersteller Brompton eröffnete einen Concept-Store in Berlin. Vorbild auch für Motorrad- und andere Zweiradmarken, die mit Showrooms in exklusiver, urbaner Lage anspruchsvolle und stilbewusste Kaufkundschaft ansprechen wollen?

Bikini Berlin Box 02 von oben: Vorbild für Showrooms in Citylage, die mit wenig Platz auskommen, aber dafür umso mehr Wirkung erzielen.
Bikini Berlin Box 02 von oben: Vorbild für Showrooms in Citylage, die mit wenig Platz auskommen, aber dafür umso mehr Wirkung erzielen.
(Foto: Lukas Maderner)

Strömender Regen, hupende Autos, überfüllte Straßen – und mittendrin ein Radfahrer in voller Montur. So beschreibt Henning Voss, Geschäftsführer von Voss-Spezialrad aus Kaaks in Schleswig-Holstein, die morgendliche Rushhour in London: „In Deutschland hingegen hat Radfahren bisher ein eher gemütliches und urbanes Image.“ Voss, der seit über 20 Jahren Fahrränder vertreibt, eröffnete am Mittwochabend den Brompton Store in der Bikini-Shopping-Mall Berlin. Das britische Unternehmen wirbt mit den kleinsten und leichtesten Falträdern der Welt.

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After-Work-Eröffnungsparty in Deutschlands erster Concept-Shopping-Mall

Mit dem neuen Store im Bikini Berlin präsentiert Brompton seine Produkte in bester Lage. Im Herzen der City West, gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und in unmittelbarer Nähe zum weltbekannten Ku’damm eröffnete vor genau einem Jahr Deutschlands erste „Concept Shopping Mall“. Das Einkaufszentrum richtet sich in erster Linie an ein anspruchsvolles und stilbewusstes Publikum. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 10 bis 22 Uhr. Auf zwei Etagen stellen ausgewählte Boutiquen, Modegeschäfte und Dienstleistungsunternehmen ihre Produkte vor. Im Erdgeschoss wurden mehrere Holz-Boxen errichtet, die Ladenfläche in außergewöhnlicher und moderner Umgebung bieten. Für die kommenden drei Monaten hat sich der britische Hersteller dort in Box 2 eingemietet. Am Mittwoch wurde die Brompton-Box im Rahmen einer After-Work-Party offiziell eingeweiht. Zur Eröffnungsfeier kamen neben Geschäftspartnern auch begeisterte Radfahrer aus aller Welt.

Den Asiaten gefällt's: Selfie mit Geschäftsführer Henning Voss von Voss Spezialrad.
Den Asiaten gefällt's: Selfie mit Geschäftsführer Henning Voss von Voss Spezialrad.
(Foto: Lukas Maderner)

„Mit dem neuen Concept-Store in Berlin wollen wir gemeinsam neu denken“, sagte Geschäftsführer Voss bei der Eröffnung, „auf lediglich 25 Quadratmetern können wir hier die gesamte Brompton-Welt präsentieren“. In der kleinen Holzbox ist in der Tat wenig Platz für große Fahrräder. Das Faltradkonzept des Herstellers, der nach dem Londoner Stadtteil Brompton benannt ist, ermöglicht es jedoch, auch auf kleinem Raum eine Vielzahl an Ausstellungsstücken unterzubringen. Eine Wand der Box ist für die Falträder reserviert, die rund 70 Prozent des Geschäfts ausmachen. Auf der anderen Seite befinden sich Accessoires wie Fahrradtaschen oder die hauseigenen Nutcase-Helme. Am hinteren Ende der Box ist ein Touchscreen-Monitor angebracht, über den der Kunde technische Details der einzelnen Produkte abrufen kann.

Showroom-Vorbild für den gesamten Zweiradmarkt

„Der Händlerstandort Deutschland unterscheidet sich von dem in Großbritannien ganz wesentlich“, so Voss. London erlebe derzeit eine Renaissance des Fahrrads. Diese Fahrradbegeisterung ist in Deutschland bislang noch nicht so wirklich angekommen. Hierzulande wird das Rad eher als urbanes Freizeitobjekt, nicht aber als praktisches Fortbewegungsmittel gesehen. Der ansprechende, moderne Showroom in der Bikini-Box soll dazu beitragen, dieses Image nachhaltig zu ändern.

Für andere Händler könnte der Pop-up-Store sogar eine Art Flagship-Showroom werden. „Für uns ist es ganz wichtig, als Marke auch Marke zu leben.“ Im Motorrad-Business herrscht bereits eine große Markenverbundenheit, die Brompton auch in den Fahrradmarkt zu übertragen versucht. Der Fokus liegt dabei besonders auf dem Radfahren in Städten. Berlin als fahrradfreundliche Stadt mit niedrigen Steigungen bietet sich für das englische Fahrradlabel also bestens an, um auch in Deutschland langfristig Fuß zu fassen.

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