Sie wünschen, wir spielen

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 39/2017/II), Folge 541: Immer mehr Händler sehen in der »bike und business«-Redaktion eine Clearingstelle für ihre Fragen und Anliegen. Das ist gut so. Wir helfen....

Firma zum Thema

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...nach bestem Wissen und Gewissen. Im Gegensatz zu den politischen Volksvertretungen in Bund und Ländern, hat sich das Motorradparlament der »bike und business«-Redaktion zu einem Wunschkonzert für die Branche entwickelt. Unter dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“ kümmern wir uns immer häufiger um Themen, die den Händlern unter den Nägel brennen. Zum Beispiel wollte einer wissen, wie es derzeit um den Modellversuch „Führerschein AM mit 15“ steht?

Mit der dritten Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Wirkung vom 1. Mai 2013 die Grundlage für einen Modellversuch „Moped mit 15“ für die Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt geschaffen. Seit dem 19. April 2017 nimmt auch Brandenburg daran teil.

Moped mit 15?

Der Modellversuch ist bis Ende April 2018 befristet. Wir müssen also noch ein wenig Geduld haben. Vielleicht steigt auch noch ein bevölkerungsreiches Flächenland aus dem Westen ein. Auf jeden Fall eignet sich der Modellversuch besonders dafür, mit Hilfe einer wissenschaftlichen Begleitung – ähnlich wie beim Modellversuch zum „BF17“ – die Auswirkungen einer Absenkung des Mindestalters auf 15 Jahre bei der neuen Fahrerlaubnisklasse AM zu untersuchen. Erst anhand einer solchen Evaluation lässt sich auf Basis der Ausbildungs- und Verkehrssituation in Deutschland belegen, wie sich eine solche Regelungsänderung auswirkt und ob diese in Dauerrecht überführt werden kann. Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes erfolgt durch eine unabhängige Organisation, zum Beispiel die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast). Das Mindestalter für das Führen von Kraftfahrzeugen der Klasse AM beträgt derweil in allen anderen Bundesländern grundsätzlich 16 Jahre.

Nach unbestätigten Gerüchten soll es auch in einigen bevölkerungsreichen Flächenländern des Westens wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen oder Bayern und Baden-Württemberg Überlegungen geben, auf das Trittbrett des Modellversuchs „AM mit 15“ aufzuspringen. Wir finden: Das wäre klasse. Würde doch die Aussagekraft der Studie dadurch kräftig erhöht. Wenn sie denn positiv in unserem Sinne ausfällt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen jedenfalls – so hört man – würden die positiven Erfahrungen im Feld überwiegen.

Euro 4 bei 50er-Rollern sowie -Quads/ATVs

Händleranfrage Nummer zwei betrifft die Euro 4-Norm für Roller und Quads/ATVs. „Ja, in der Tat sind 2018 die 50er dran“, bestätigt auf Nachfrage Volker Klein, Geschäftsführer von Peugeot Motocycles. Da es in Deutschland für diese Fahrzeuge kein echtes Zulassungsverfahren gibt, ist die Umstellung unproblematischer als bei den zulassungspflichtigen Maschinen. Peugeot sei auf jeden Fall vorbereitet. „Unsere eigene Lagerware sowie als auch die beim Handel kann problemlos und ohne Einschränkungen im Jahr 2018 verkauft werden. Sicherlich gibt es in Bezug auf unsere neue Modellpalette einige Änderungen, die wir in Kürze vorstellen werden“ so Klein.

„Ja es gibt eine Übergangsfrist bis Ende 2018 und kritische Fahrzeuge können ab dann über ein spezielles Formular mit Sondergenehmigung abverkauft werden“ erklärt auch Peter Hölpert, technischer Leiter bei Sanyang Deutschland. Somit könnten die Händler alte Lagerbestände auf jeden Fall auch über 2018 hinaus legal abbauen. Alle 50er-Aggregate von Sym würden derzeit als Euro-4-Fahrzeug die Abgaswerte erfüllen, allerdings nur mit Hilfe eines elektronischen Vergaser. „Der modernere Einspritzer kommt bei uns 2018 noch nicht, sondern erst ab Modelljahr 2019.“

Noch Fragen? Zu diesen oder anderen Themen? Scheuen Sie sich bitte nicht, uns zu kontaktieren. Wir werden versuchen, Ihnen mit dem versammelten Sachverstand der »bike und business«-Redaktion, stets die gewünschten Antworten zu liefern. Und wenn wir mal nicht sofort Bescheid wissen, wenden wir unsere Recherchewerkzeuge an. So wie es Ihre Spezialität in der Werkstatt ist, die Fehler zu suchen und zu finden, gehört die Fahndung nach der richtigen Antwort zu unserem journalistischen Handwerkszeug.

Derweil ist die Abfrage des 5. fabrikatsübergreifenden Betriebsvergleichs im Rahmen des »bike und business«-Benchmark-Clubs angelaufen (Abgabe der Daten ist am 16. Oktober!). Wer noch daran teilnehmen möchte, schicke mir eine E-Mail an stephan.maderner@vogel.de. Dann gehen Ihnen die Unterlagen zu. Kostet nix, hilft aber viel. Worum es geht, siehe hier.

(ID:44913085)

Über den Autor