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SIP Scootershop und Corona: Nicht unterkriegen lassen und #vorfreude

So verändert Corona unsere alltägliches Business: Ralf Jodl, Geschäftsführer SIP Scootershop, lässt uns einen Blick hinter die Kulissen des Rollerspezialisten aus Landsberg am Lech und seine aktuelle Gefühlswelt werfen.

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Ralf Jodl, Geschäftsführer SIP Scootershop.
Ralf Jodl, Geschäftsführer SIP Scootershop.
(Bild: SIP)

An dieser Stelle veröffentlicht »bike und business« ab sofort Berichte aus dem Unternehmensalltag in Zeiten von Corona. Den Anfang macht Ralf Jodel, CEO des SIP Scootershop: „Am 4. Januar erschien in der Süddeutschen Zeitung eine kleine Meldung ,44 Menschen an mysteriöser Lungenentzündung erkrankt'. Man wusste damals nicht, ob die Krankheit von Bakterien, Viren, Pilzen oder Giften ausgelöst wird. Aus diesem kleinen Lüftchen in Zentralchina hat sich ein weltweiter Monsterorkan entwickelt deren Folgen sich niemand mehr entziehen kann. Wir alle beobachten die Entwicklungen des Corona-Virus täglich. Die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter hat oberste Priorität und steht bei all unseren Überlegungen an erster Stelle.

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Die andere Seite der Betrachtung: wir haben 115 Mitarbeiter, mit Familien. Wir möchten für diese weiterhin ein zuverlässiger Arbeitgeber sein. Und wir haben, nur in Deutschland, ca. 1.000 Fachhandelskunden, die sich auf unsere tägliche Ersatzteilversorgung verlassen. Nicht zuletzt kommen die meisten unserer Lieferanten aus dem stark geplagten Norden Italiens und dem Motor Valley rund um Bologna. Auch diese arbeiten, wenn auch unter Einschränkungen, und sind auf Lieferungen auf uns gerade jetzt dringend angewiesen, weil der Heimatmarkt schlagartig weggebrochen ist. Nicht zu reden von Seecontainern aus China, auf die wir teils seit Februar warten. Alles hängt mit allem zusammen, das zeigt uns das Virus mit aller Wucht.

Unseren traditionellen Open Day Anfang Mai mit bis zu 2.000 Besuchern haben wir dieses Jahr leider komplett absagen müssen. Wir hoffen im Lauf der Saison eine andere Veranstaltung, vielleicht einen Aperitivo, durchführen zu können!

Viele kleine Werkstätten, oft mit einer großen Portion Herzblut inhabergeführt, haben unverdrossen weitergearbeitet. Endkunden in Kurzarbeit oder vom Lockdown daheim eingesperrt, europaweit, nutzen die Zeit, um ihre Roller zu reparieren oder zu restaurieren. Eine sinnvolle Beschäftigung, die von den Alltagssorgen ablenkt und uns weiterhin einen guten Geschäftsbetrieb ermöglicht. Denn es wird ja eine Zeit nach der Krise geben und darauf freuen wir uns schon jetzt #vorfreude!

Besonders hart trifft es unsere vielen Kunden, Freunde und Lieferanten im Norden Italiens. Wir sind mit allen in Kontakt, viele Firmen haben ein paar Tage in der Woche offen, es kommen im kleineren Umfang unsere Bestellungen. Hier ein paar Auszüge aus Schreiben, die wir aus Italien als Antwort auf einen Brief von uns bekommen haben:

Malossi

„After the latest governmental decree we will be open only three days a week until April 20, in order to ship out sales orders. All other corporate departments will be closed. We hope that this further restrictive measure allows our hospitals to recover some beds and some tranquillity. For the moment we and our staff are well and we have not been directly affected by Coronavirus. Thank you for all the support that you are giving us and especially for the prayers, which perhaps are the best thing we can do right now to defeat this invisible monster.“

Best Regards from Alessandra and Andrea Malossi, Bologna, Italy

Centauro

„I can say only two simple words: thank you. Centauro is closed due to the Government restrictions but I have been working from home since the beginning of March. I am alone, far from my family, but with skype, whatsapp, duo I can see daily my daughter, wife and also parents. It is a big sacrifice to me but I am doing it because I am sure that also my little actions can make the situation better. I have always tried to establish a good personal partnership and friendship with all people, prior to business and your e-mail shows that my goal has been reached. Sometimes is hard to work, sometimes I think that it would be better to leave this job, when you see that your efforts are not understood or ignored, but I can’t as I would leave friends as you are. Thank you for your prayers. They are only words but they can move mountains. I also wish you all the best.“

Regards Luca, Centauro, Milano Italy

Polini

„Polini family are all healthy but I do not hide you that the situation is more dramatic than you can read on the newspaper. I live in Nembro, the small village that is now famous because of the highest number of deaths, more than 1000 people in 10 days. A couple of Polini’s workers are in the hospitals, others at home in quarantine.... At the moment we cannot do anything else than stay at home and pray. The company is still closed hoping that the situation may change soon and open again. We will come back stronger and ready to supply our customers. I thank you again for your words. Be careful and stay healthy.“

Kind regards Roberta, Polini, Bergamo Italy

Wir betreiben ja immer schon betriebswirtschaftlich recht unvernünftig umfangreiche Lagerhaltung. Das hat jetzt den großen Vorteil, dass wir sehr lange viele Artikel werden liefern können, auch wenn die Lieferanten längere Zeit nicht dazu imstande sein sollten. Wir alle können diese Krise bewältigen wenn wir körperlich Abstand aber als Gesellschaft zusammenhalten.

Wir haben einen Corona-Vespa-Roadtrip in der Garage gedreht und auf Youtube gestellt – als Aufheiterung in diesem manchmal etwas trüben Tagen.

Gesund bleiben und hoffentlich bald wieder persönlich, Ralf Jodl.“

(ID:46530752)