So meistert man Biker-Handicaps

Autor / Redakteur: Dieter Thurm / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Zweiradmeister Markus Bonk aus Offenbach verhilft sich und anderen behinderten Motorradfahrern mit Lenkerumbauten zu mehr Fahrfreude.

So sehen die Unterarme und Hände von Markus Bonk aus. (Anmerkung der Redaktion: Er hat der Veröffentlichung dieser Fotos ausdrücklich zugestimmt). Der Zweiradmechaniker-Meister hat wegen seines Handicaps den Lenker seines Motorrades umgebaut. Jetzt soll dies sogar in ein Businessmodell münden.
So sehen die Unterarme und Hände von Markus Bonk aus. (Anmerkung der Redaktion: Er hat der Veröffentlichung dieser Fotos ausdrücklich zugestimmt). Der Zweiradmechaniker-Meister hat wegen seines Handicaps den Lenker seines Motorrades umgebaut. Jetzt soll dies sogar in ein Businessmodell münden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der frisch gebackene Zweiradmeister Markus Bonk möchte sich auf Fahrzeugumbauten für behinderte Biker spezialisieren. Er war der älteste Teilnehmer des Ende März 2010 zu Ende gegangenen Meister-Vorbereitungs-Kurs an der Bundesfachschule für das Zweiradmechaniker-Handwerk in Frankfurt. Er wollte kompromisslos den Meister machen, obwohl alle Voraussetzungen vorhanden waren, über eine Ausnahmegenehmigung zu diesem Titel zu kommen. Aber er wollte es sich und anderen beweisen, dass er es auch ohne „Sonderkonditionen“ kann. Er hat seine Meister-Prüfung mit Bravour bestanden, dazu als Prüfungsarbeit einen Lenker für Behinderte entwickelt und gebaut.

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Markus Bonk nahm seine ganz persönliche Behinderung zum Anlass, für sich und auch für andere auf diesem Sektor zu forschen und experimentieren. Markus hat zwei unterschiedlich lange Arme, und die Hände samt Fingern sind auch nicht so ausgeprägt wie das üblicherweise der Fall ist. Er ist andererseits seit vielen Jahren ein begeisterter Biker und fährt eine BMW 1100 R, deren serienmäßiger symmetrischer Lenker aufgrund der oben beschriebenen Behinderung eine schiefe Sitzposition und damit erhöhte Belastung beim Fahren für ihn bedeutet. Schmerzen im Rücken und rascher eintretende Müdigkeit waren unter anderen die Folgen.

Also musste ein asymmetrischer Lenker her, der eine Verbesserung ergab. Freund Holger Finkernagel vom 1. Offenbacher Motorsport-Club, der sich früher schon mit dem Eigenbau von Seitenwagen erfolgreich in Szene gesetzt hatte, half mit, einen Prototyp des Lenkers zu entwickeln. Nach etlichen Versuchen ein Rohrstück entsprechend zu biegen, lag ein brauchbares Ergebnis vor. Nach dieser Vorlage stellte das Haus Wilhelm Humpert GmbH & Co.KG in Wickede kostenlos einen verchromten Lenker her. Die Weichen dazu hatte die Frankfurter Bundesfachschule gestellt.

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