Sommer, Sonne, Bike: ifz gibt Tipps zum PS-Trip auf zwei Rädern

Tipps von den Exegeten der Zweiradsicherheit

| Autor: Stephan Maderner

Worauf Biker bei der sommerlichen Motorradausfahrt achten sollten, hat das Institut für Zwieradsicherheit (ifz) zusammengefasst.
Worauf Biker bei der sommerlichen Motorradausfahrt achten sollten, hat das Institut für Zwieradsicherheit (ifz) zusammengefasst. (Bild: ifz)

Nachdem die vergangenen Wochen zum Vorbräunen und für die ersten Motorradkilometer unter sommerlichen Bedingungen genutzt werden konnten, steht nun für viele die schönste Zeit des Jahres an: die Sommer- und Urlaubssaison. Klar, dass viele Motorradfahrer die freie Zeit nutzen und ausgiebige Ausfahrten planen oder endlich die Urlaubstour auf zwei Rädern starten.

Das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) mit Sitz in Essen liefert wichtige Tipps für sichere Touren und deren Planung. Ob in der Gruppe oder auch solo, die besonderen Fahrten „mit Sack und Pack“ bedingen auch einen besonderen Umgang mit der Maschine, und aus Gründen der Sicherheit sollte sich jeder Motorradfahrer mit einigen Aspekten eingehend im Vorfeld beschäftigen:

Technischer Zustand

Nicht nur wichtig für den Motorradurlaub, sondern Grundregel: das Motorrad muss in einem einwandfreien Zustand sein. Hier gelten die gleichen Kriterien wie beim Saisonstart. Eine ausführliche Checkliste gibt es auf der Homepage des ifz. Wer auch nur den geringsten Zweifel daran hat, dass sein Motorrad nicht zu hundert Prozent fit ist, sollte den Urlaubs-Check von der Fachwerkstatt erledigen lassen.

Vor der Fahrt

Zusätzliches Gepäckgewicht verändert die Fahrphysik des Motorrades. Dieser Effekt kann durch schlechte Verteilung noch verstärkt werden. Masse, Schwerpunkt, Lenkkräfte, Kipp-, Nick- und Giermomente, all das wird beeinflusst und kann zu unerwarteten Fahrzeugreaktionen führen. Wichtig ist, den Schwerpunkt des Motorrades tief zu halten. Schwere Gepäckstücke gehören möglichst tief deponiert und leichte darüber. Zudem sollte man darauf achten, die Verteilung auf beide Räder nicht zu sehr zu verändern und das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.

Da beim Beladen folgenschwere Fehler begangen werden können, sollte man dies nicht „auf den letzten Drücker“ unter Zeitdruck erledigen. Lieber ein paar Tage vor der Abfahrt beginnen, um noch Zeit für Korrekturen zu haben und „unter Last“ eine Proberunde auf der Hausstrecke zu fahren. Immer im Fokus muss dabei die maximale Zuladung stehen, die keinesfalls überschritten werden darf. Hierbei sind die Herstellerangaben unbedingt zu berücksichtigen. Gleiches gilt natürlich für die Höchstgeschwindigkeit, insbesondere mit Koffern, hier sind die Grenzen schnell erreicht. Bei der Probefahrt kann man sich auch gleich mit den veränderten Fahreigenschaften des Motorrads vertraut machen. Beladen wird so manches Motorrad deutlich träger, was die Beschleunigung betrifft. Somit verlängern sich auch Überholvorgänge, die aus diesem Grund besonders vorsichtig angegangen werden sollten. Zudem führt die Beladung zu längeren Bremswegen.

Um das Packen zu erleichtern, bietet das ifz seine neue App Moto an. Mit der hier enthaltenen „Urlaubs-Checkliste“ kann jeder ganz einfach auf seinem Smartphone abhaken, welche Teile ins Gepäck wandern.

Endlich unterwegs

Je nach Fahrerkonstitution und Wetterlage sollte sich niemand überschätzen. Der ifz empfiehlt pro Tag nicht mehr als 400 Kilometer auf gut ausgebauten Landstraßen. Werden die Strecken sehr kurvenreich, sollte die Tagesdosis bei 200 bis 300 Kilometern liegen. Auf der Autobahn können es bei günstigen Witterungsverhältnissen auch mal 600 bis 800 Kilometer sein. Jeder Tankstopp und jede Pause sollten genutzt werden, um sich ein wenig die Beine zu vertreten und natürlich ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um das Konzentrationsvermögen aufrecht zu halten.

Gleichgesinnte unter sich

Um in der Motorradgruppe sicherer und entspannter unterwegs zu sein, müssen schon vor Fahrtbeginn klare Regeln besprochen werden, die jeder Mitfahrer einhalten sollte. Alle sollten sich einig darüber sein, dass kein Wettbewerb untereinander herrscht. Also nicht gegenseitig zu längeren oder schnelleren Etappen hochschaukeln, sondern versetzt mit genügendem Abstand zueinander und ohne gegenseitiges Überholen fahren. Auch beim Überholen Dritter gilt: Jeder mit Abstand und Augenmaß für sich, statt dem Vordermann 'blind' nachzusetzen! Und ganz wichtig: Jeder fährt trotz Teamgeist – unter Beachtung der besprochenen Gruppenregeln und vor allem der Straßenverkehrsordnung – für sich selbst verantwortlich.

Andere Länder, andere …

Es empfiehlt sich, auf unbekanntem Terrain lieber ein paar Sicherheitsreserven ins Kalkül zu nehmen, da man sich bei Fahrten in fremde Gefilde nicht auf bekannte Fahrbahnzustände und Kurvenverläufe verlassen kann. Auch ein Blick in die rechtlichen Bestimmungen der Reiseländer gehört dazu. Zum Beispiel sind Verbandkästen, Warndreiecke etc. auch für Kräder in einigen Ländern mitzuführen. Gewusst? In Frankreich besteht beispielsweise Handschuhpflicht und sogar die Mitführung eines Alkoholtesters ist obligatorisch.

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