Dem Zweiradhimalaya(n) so nah

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 20/2018/I), Folge 595: Die Royal Enfield Himalayan ist ein solides, charakterstarkes und originelles Bike, um das Tempo des Alltags auszubremsen. Es verspricht Freiheit...

...auf zwei Rädern in Reinkultur und verkörpert Motorradfahren in seiner ursprünglichsten Form. Nicht nur wegen des zentimeterdicken Blütenstaubes, der bei der Übergabe auf der Testmaschine liegt, umweht die Royal Enfield Himalayan die Aura eines Nutzfahrzeugs. Weder Designchic noch Schnickschnack lenken ab. Im Gegenteil: Sie ist schwarz-matt lackiert, hat Speichen und viel stabil zusammengeschweißtes Hardcore-Gestänge.

Mittendrin im simplen Zweiradensemble thront der Einzylinder-Motor mit 411 Kubik. Er leistet 25 Pferdestärken – Motorrad pur, 185 Kilogramm leicht. Schon nach den ersten Metern (selbst mit Sozius an Bord) wird schnell klar: Bequemes Bike, viel Platz für Pilot und Beifahrer. Der Durchzug aus dem Drehzahlkeller passt und die langen Federwege und große Bodenfreiheit sorgen für ein stressfreies und komfortables Fortkommen. Das Fahrwerk ist sehr ordentlich, alles ist robust verbaut, wie überhaupt nirgendwo irgendetwas klappert.

Mit Rückenwind und leicht bergab sind knapp 130 Sachen drin, bevor der Drehzahlbegrenzer bei 7.000 Umdrehungen die Treibstoffzufuhr unterbricht. Am meisten taugt mir das Moped zwischen 80 und 110 Sachen. Der Tank fasst 15 Liter und reicht locker für 500 Kilometer. Benzindurst kennt die Himalayan nicht. Auf jeden Fall reichen alle Leistungswerte, um auf der Landstraße smooth voranzukommen und beim sanften Dahingleiten die Blüten der Rapsfelder zu zählen. Der Fahrer sitzt auf 800mm Höhe, aufrecht, entspannt und cool; Rücken bekommt man da nicht. Der Tacho mit einem für indische Verhältnisse überbordenden Infoangebot zeigt alles Wesentliche an – und sogar Unwesentliches wie die Himmelsrichtungen. Immerhin kann so die Fahrt in den Sonnenunter- oder -aufgang verlässlich geplant werden.

Die montierten Enduro-Reifen MT60 von Pirelli kleben hervorragend auf Asphalt. Gleichwohl taugen die groben Stollen auch für Abstecher ins Gelände. Diese Endurovariante von Royal Enfield reiht sich nahtlos ein in die bisherigen puristischen Modelle des indischen Motorradbauers. Man darf jetzt schon auf den neuen Zweizylinder gespannt sein, der zur Intermot kommt. Die Marke ist eine Ausnahmeerscheinung in der Welt seelenloser Massenproduktion. Ein Motorrad, das wunderbar gegen den Strom der Hightech-Bikes anschwimmt, die mit komplizierter Elektronik überladen und mit Plastik verkleidet sind.

UMFRAGE
Zweiradkunde unter Strom? Das Kaufinteresse für Elektroroller und -Motorräder ist in den vergangenen Monaten ...
Bild: Kumpan Electric

stark gewachsen

6 %

leicht gewachsen

29 %

unverändert

19 %

leicht zurückgegangen

17 %

stark zurückgegangen

29 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Fazit: Für mich ist die Royal Enfield Himalayan das richtige Motorrad zum Entschleunigen, passend zum Wiederentdecken kleinster Wege. Einfach aufsteigen, E-Starter drücken und abdüsen – das Motorradfahren in seiner ursprünglichsten Form genießen. Das heißt für mich: Kontemplation in freier Natur, federleichtes Kurvenfeeling, Freiheit auf zwei Rädern. Für rund 4.500 Euro zu haben, Bikers finest choice.

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