Allianz für das motorisierte Zweirad

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 45/I), Folge 642: Zur Stunde tobt in Mailand der Kampf der Fotografen um den besten Platz bei den zahlreichen erwarteteten Fahrzzeugpremieren. Da sind wir mal gespannt...

...welche Weltpremieren sich die Motorradhersteller für die Show in der lombardischen Hauptstadt nach der Intermot noch alles aufgespart haben. Ducati hat ja bereits am Sonntag Abend mit der Panigale V4 R, der Divael 1260 und der Hypermotard 950 drei neue Bikes gezeigt – 48 Stunden, bevor die Messe ihre Pforten für die Pressemeute öffnet. Und gestern legten MV Agusta mit der spektakulären Brutale 1000 Serie Oro nach sowie Yamaha u.a. mit der Ténéré 700, der Niken GT und dem Concept CT-3. Freue mich aber schon auf die nächsten bereits avisierten neuen Bikes wie die BMW S 1000 RR oder was Triumph, Kawasaki, Honda, Suzuki und Co. noch enthüllen werden. Angesichts der ohnehin knappen Ressourcen, des brennend nahen Redaktionsschlusses der Jahresendausgabe sowie den finalen Vorbereitungen der Fachtagung habe ich mich schweren Herzens durchringen müssen, den geplanten Flug nach Mailand zu canceln. Ist aber gar nicht so schlimm: Denn dank der fortschreitenden Digitalisierung und der in Echtzeit verschickten Pressemeldungen verpasse ich (und Sie) nichts. Die relevanten Fahrzeugneuvorstellungen und Fakten können live an meinem Rechner bearbeitet werden. Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit. Wir hängen für Sie am Livestream und posten schlaglichtartig alle Highlights auf Instagram, Facebook & Co., befüllen unseren Online-Nachrichtenkanal auf der Homepage und letzten Endes die gedruckten Seiten des Heftes. Die interessanten Face-to-Face-Branchengespräche habe ich ohnehin bereits intensiv in Köln geführt – dazu ist die Intermot einfach besser geeignet als Mailand.

Themenwechsel: In diesem Speedlog möchte ich einmal den Industrie-Verband Motorrad (IVM) zu Wort kommen lassen. Nein, nicht zum vielleicht erwartbaren Thema Intermot versus EICMA, sondern diesmal geht es generell um das Thema Lobbyarbeit. Jüngst lobte ich die Fahrradleute vom ZIV wegen ihrer parlamentarisch aktiven Einflussnahme im politischen Berlin.

Vom Fahrrad lernen: Motorradlobby, hört die Signale!

Vom Fahrrad lernen: Motorradlobby, hört die Signale!

16.10.18 - Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 42/I), Folge 637: Eine Meldung im aktuellen Newsletter lässt aufhorchen. In der Bundeshauptstadt Berlin haben drei Zweiradverbände die Institution eines Parlamentarischen Abends... lesen

Der Speedlog stand unter dem Motto „Motorradlobby, hört die Signale“ und war – in der Rückschau betrachtet – vielleicht etwas zu harsch formuliert. Ergo gebe ich dem IVM-Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke die Chance, seine Argumente ins Feld zu führen:

Brendickes Replik

„Sehr geehrter Herr Maderner, in unserer strategischen Arbeit hat das Thema Dialog mit der Politik im Sinne der Motorradbranche natürlich schon immer eine hohe Priorität. Vor diesem Hintergrund sollte es interessant sein zu wissen, dass wir eine vergleichbare Veranstaltung bereits im Juni 2015 in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin in Kooperation mit dem Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann durchgeführt haben.

Anlässlich der Veranstaltung waren neben Herrn Staatssekretär Norbert Barthle zahlreiche Bundestagsabgeordnete und Vertreter aus dem Verkehrsausschuss zu Gesprächen mit den anwesenden IVM Gremien und Mitgliedern zusammen gekommen. Gemeinsam haben wir uns mit der Position unserer Branche und den Perspektiven, natürlich auch mit der Entwicklung der Motorradsicherheit beschäftigt.

In unserem Bericht aus dem Jahr 2015 können diese Informationen unter „Allianz für das motorisierte Zweirad“ auch online auf unserer Seite jederzeit nachgelesen werden.

Folglich, sehr geehrter Herr Maderner, die Motorradlobby ist vielleicht doch schon weiter und schneller in ihrer strategischen Ausrichtung als von Ihnen vermutet. Auch die Tatsache, dass Bundesverkehrsminister Scheuer in seiner gestrigen Pressemitteilung zur Unfallsituation explizit die Kooperation zwischen BMVI und IVM „Motorrad: Aber sicher!“ im Onlinebereich hervorhebt, dürfte zeigen, dass die konstruktive Zusammenarbeit mit der Politik im Sinne der Verbesserung der Motorradsicherheit seit Jahren intensive Früchte trägt.“

Danke, lieber Reiner Brendicke für diesen Beitrag, der die Rolle des IVM als oberster Motorradlobbyist der Republik aus Ihrer Sicht beschreibt. Ich bin sehr für einen fruchtbaren Dialog und einen Austausch von Argumenten. Meinung ist schnell gemacht, das wissen Journalisten nur allzu gut. Hier hilft der Diskurs: er sorgt für eine objektive Abbildung der komplexen Wirklichkeit. Insofern habe ich Sie heute gerne in meinem Online-Tagebuch verewigt.

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