AM mit 15 – der Durchbruch!?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 47/I), Folge 646: Über fünf Jahre ist es her, dass in den neuen Bundesländern der Pilotversuch gestartet ist, an 15-Jährigen die Fahrerlaubnisklasse AM zu erproben. Dieses Experiment läuft noch bis 2020. Nun ist auf der Verkehrsministerkonferenz vor genau vier Wochen in Hamburg schier Unglaubliches passiert...

...die Entscheider aus der Politik, in Sachen Motorrad gemeinhin als „Sicherheitsapostel“ und Bedenkenträger unterwegs, sind doch tatsächlich über ihren bürokratischen Schatten gesprungen, und haben den Weg für eine Liberalisierung des Zweiradführerscheins frei gemacht. Das gemeinsame (Zwischen)-Fazit der Modellprojektländer ist überaus positiv ausgefallen: Insbesondere das Ziel der Förderung der Mobilität Jugendlicher im ländlichen Raum sei besser als erwartet erreicht worden. Und was noch entscheidender ist: Das jüngere Alter der Mopedfahrer beeinträchtige die Verkehrssicherheit nicht. Im Gegenteil: Die damit verbundene Fahrpraxis z. B. auf das Fahren größerer Zweiräder wirke sich im weiteren Verlauf der „Fahrerlaubniskarriere“ positiv aus, wie es im Beamtendeutsch heißt.

Alles in Butter?

Ist nun alles in Butter und der Rest der Republik schwenkt auf die ostdeutsche Linie ein? Dem ist leider nicht so. Denn in den (West)-Ländern, die nicht an die ostdeutsche Tradition des Mopedfahrens mit 15 Jahren anknüpfen können, ist das Interesse an der Einführung des AM mit 15 bislang noch verhalten. Der Bund sollte deshalb aufgefordert werden, den interessierten Ländern eine Absenkung des Mindestalters auf 15 Jahre durch eine Optionslösung zu ermöglichen, heißt es im Bericht der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die dafür notwendigen rechtlichen Grundlagen durch eine Verordnungsermächtigung im Straßenverkehrsgesetz und eine entsprechende Ergänzung der Fahrerlaubnis-Verordnung sollten ein Jahr vor Auslaufen des Modellprojektes 2020 in Kraft getreten sein. Damit bliebe den Ländern genügend Zeit, um von der Verordnungsermächtigung Gebrauch zu machen.

Noch ist der AM mit 15 also längst nicht in trockenen Tüchern. Vor allem, wer macht Druck auf Bund und Ländern, die Empfehlungen der wackeren Vorkämpfer aus dem Osten zu beherzigen? Wer treibt die politische Agenda voran?

Der Kampf geht weiter

Gleich, wie langsam die Mühlen von Bund und Ländern mahlen. Das Korn ist geerntet und wartet auf die Weiterverarbeitung und Veredelung. Darauf hat die Branche lange gewartet und »bike und business« seit vielen Jahren gekämpft. Sie erinnern sich? Mit der Online-Petition Sag Ja zu Moped und Motorrad haben wir 2010 eine fulminante Kampagne für den leichteren Zugang zum Zweiradführerschein gefahren.

„Sag Ja zu Moped und Motorrad“: Online-Voting geht in die dritte Woche

„Sag Ja zu Moped und Motorrad“: Online-Voting geht in die dritte Woche

18.03.10 - »bike und business«-Initiative fordert mehr Freiheiten für den Zweiradführerschein, weitere digitale Unterschriften werden dringend benötigt. lesen

Wir waren damals im Rahmen der Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie von Anfang März bis Ende November 2010 aktiv und warben für eine breite Unterstützung von Unternehmern, Verbänden und Bürgern. Aus der Aktion erwuchs ein beachtliches Medienecho in Fachmedien, Publikumsmedien (u.a. FAZ) und Social Media (Facebook, YouTube, Twitter etc.).

Am Voting beteiligten sich in der Zeit vom 4. März bis 30. November 2010 genau 22.295 Personen (davon 17.060 mit Eintragungen im Namensfeld). 20.732 Teilnehmer sind dafür, dass Leichtkrafträder und Motorroller bis 125 cm³ der Klasse A1 wieder in die Führerscheinklasse B für Pkw eingebunden werden sollen. 19.303 stimmten dafür, dass das Mindestalter für den Kleinkraftrad-Führerschein und damit das Fahren von Mofa, Moped, Mokick bis 45 km/h auf 15 Jahre abgesenkt werden soll. Das war der Beginn der »bike und business«-Community.

IVM und BIV in der Pflicht

Was tun? Wer macht Bund und die westlichen Länder mobil? Natürlich denke ich da in erster Linie an den Industrie-Verband Motorrad (IVM) und den Bundesinnungsverband Deutsches Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV). Die beiden wichtigen Lobbyisten aus Industrie und Gewerbe sollten ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen und beim Bundesverkehrsminister und den Verkehrsministern der Länder vorstellig werden. Am besten mit einer konzertierten Aktion. Die Chancen der sich bietenden Liberalisierung stehen so gut wie selten zuvor. Wagen wir den Vorstoß, nutzen wir das Momentum.

Jetzt anmelden zur Fachtagung

Ein anderes besonderes Momentum wartet am 29. November in Würzburg auf Sie. Die Vorbereitungen für das Networking-Event des Jahres laufen auf Hochtouren, die Fachtagung „bike und business“ biegt auf die Zielgerade. Über 30 Aussteller, elf Fachvorträge, sechs Workshops und vier Award-Verleihungen warten auf Sie. Bereits über 500 Teilnehmer haben sich zum jetzigen Zeitpunkt online registriert. Loggen auch Sie sich auf der Landingpage mit dem Aktionscode „bike2018“ ein, dann kommen Sie kostenlos rein. Wer sich außerdem an unserem Gewinnspiel beteiligen möchte, der kann hier mitmachen. Zu gewinnen gibt es fünf VIP-Tickets für die Tagung und die Händlergala im Wert von 148 Euro sowie ein iPad und eine Apple Watch. Noch neun Tage bis zum Zukunftstag der Zweiradbranche.

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