Stresstest für Ihre Werkstatt

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 39/I), Folge 721: Ja, ja, die Fraktion der Bike-Reformfreunde wartet schon gespannt wie ein Flitzebogen darauf, dass ich mich endlich mal wieder zum Fortgang des Gesetzesentwurfes A1-in-B-Führerschein äußere. Ich bitte aber...

...noch ein wenig um Geduld. Die Recherchefragen sind raus, die Informanten in Berlin und anderswo angezapft und die Computertastatur frisch geölt. Aber bevor ich loslegen kann, muss ich zuvor noch die letzten weißen Flächen der Printausgabe 9-10/2019 mit Inhalten befüllen. Mit anderen Worten: Ich stecke voll im Redaktionsschlussstress (man, stecken in diesem Wort viele „s“).

Vorsicht, Magengeschwür bei der Direktannahme!

Apropos Stress. Der ist ja während der Sommersaisonmonate in Motorradwerkstätten ein besonders weitverbreitetes Krankheitssymptom. Und so ereilte mich jüngst der Weckruf einer Werkstattmeisterin. Jene haute mir gleich im ersten Satz die unverblümte Wahrheit um die Ohren: „Ich habe Bauchschmerzen. Oder wie es der Mediziner sagt: Gastritis mit noch nicht geklärter Ursache. Das interessiert im Grunde niemanden und eigentlich gehört das auch nicht hier her, spannend ist aber die Reaktion darauf. Erzähle ich nämlich jemandem von meinen noch nicht weiter ergründeten Beschwerden sind die Reaktionen zu 100 Prozent gleich: „Das ist bestimmt ein Magengeschwür; kein Wunder bei dem Job und dem ganzen Stress!“ Und damit wird dieses Thema plötzlich von einem intimen Einzelschicksal zu einem Politikum.

Haut wie ein aufgetautes Suppenhuhn – und das im Sommer

Natürlich haben wir Stress in der Motorradbranche. Wir sind im Saisongeschäft. Natürlich geht es im Sommer rund. Wir sind die Eisdielen, die Campingplätze, die Freibänder der Motorfans. Und dazu gehört, dass es auch ab und an mal im Getriebe knackt, wenn man ein paar Gänge hoch schaltet. Dazu gehört, dass wir uns Ende August von Freunden anhören, wie überarbeitet und urlaubsreif sie sind, weil der letzte Urlaub im April war. Wir selbst überlegen, ob das verlängerte Wochenende in diesem Sommer oder doch eher im vergangenen Sommer frei war. Dazu gehört, dass wir auch zu Saisonende neben den gut gebräunten Sommermenschen aussehen wie ein frisch aufgetautes Suppenhuhn, weil wir uns im Sommer eigentlich (zumindest tagsüber) nur in der Werkstatt oder im Verkaufsraum aufgehalten haben. Ich weiß, ich übertreibe.

Aber muss es wirklich sein, dass viele gute Kollegen die Branche verlassen, weil sie den Stress nicht mehr ertragen? Muss es sein, dass wir in der Branche vermehrt unter Erschöpfungsdepressionen zu leiden haben? Oder per Ferndiagnose ein Magengeschwür diagnostiziert bekommen?

Strategien gegen die Arbeitsflut

Wir brauchen Strategien! Strategien um der Arbeitsflut und den hohen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden. Um an Verbindlichkeit und Selbstanspruch nicht zu ersticken. Ich wünsche mir dazu einen runden Tisch! Ich bin mir sicher, es gibt Ideen dazu. Diese Ideen brauchen wir, denn wir wollen das ja noch ein paar Jahre machen...“ O-Ton Ende.

Wow, da redet mal eine Tacheles. Betroffen dürften vor allem kleinere und mittlere Betriebe bis 15 Mitarbeitern sein, die während der Saison quasi in ihrer Werkstatt vergattert werden, und quasi Urlaubssperre haben, weil jede einzelne Hand gebraucht wird, um den Auftragssturm während des Sommers bewältigen zu können. Ist schon starker Tobak, wenn unsere Werkstattautorin sich im Herbst wie ein aufgetautes Suppenhühnchen fühlt, weil sie in ihrer Sommerwerkstatt kaum einen Sonnenstrahl auf ihre Haut bekommt. Hilfe, was ist da zu tun? Größere Betriebe mit einem umfangreicheren Mitarbeiterstamm sind eher in der Lage, den Schraubern auch in Sturm-und-Drang-Zeiten mal für ein, zwei Wochen freizugeben, auch im Juli oder August.

Werkstattpersonal muss Druck ablassen (können)

Wie sorgen Sie dafür, dass der Stresspegel in Ihrem Werkstattteam nicht in eine flächendeckende Gastritis ausartet? Antistressrezepte wie immer bitte an mich.

Und noch ein Tipp: Auf der Fachtagung »bike und business« am 20. November nehmen wir uns des Themas prominent an. Martin Berning von der BBE Automotive gehört der Highlightvortrag mit dem Titel „Werkstattpersonal unter Druck: Strategien gegen den Saisonstress“. Jetzt gleich zum fachlichen Netzwerkevent des Jahres in Würzburg anmelden. Und nicht vergessen, Codewort „Speedlog_bike2019“ eingeben!

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