Suche nach dem Erfolgsrezept der „Morecambe Missile"

Redakteur: Maximilian Lutz

Der Brite John McGuinness gilt seit 25 Jahren als einer der schnellsten Motorrad-Rennfahrer der Welt. Ergebnisse eines Big-Data-Wettbewerbs zeigen, warum er seine Konkurrenz fast nach Belieben dominiert.

John Mc Guinness gewann schon 23 Mal die Isle of Man Tourist Trophy.
John Mc Guinness gewann schon 23 Mal die Isle of Man Tourist Trophy.
(Foto: EMC Deutschland)

Bereits 23 Mal gewann John McGuinness die Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man, die als das älteste, anspruchsvollste und gefährlichste Motorradrennen der Welt gilt. Seit nunmehr 25 Jahren zählt der Brite mit dem Spitznamen „Morecambe Missile" zu den schnellsten Motorrad-Rennfahrern überhaupt. Um herauszufinden, weshalb McGuinness der Konkurrenz stets eine Radlänge voraus ist, bestückte das IT-Unternehmen EMC in Zusammenarbeit mit dem Bekleidungshersteller Alpinestars und dem Halbleiterproduzenten Freescale Semiconductor den Rennanzug von John McGuinness und sein Motorrad mit intelligenten Sensoren und Datenerfassungseinheiten.

Zusammen mit dem identisch ausgestatteten Vergleichsfahrer Adam „Chad" Child, leitender Testfahrer der englischen Zeitschrift Motor Cycle News, absolvierte er sechs Runden auf dem Circuit Monteblanco in Andalusien. Dabei wurden Leistungsdaten erfasst und biometrische und mechanische Informationen, unter anderem über die Herz- und Atemfrequenz, die genaue Position des Fahrers sowie den Rotations- und Schräglagenwinkel des Motorrads, gewonnen.

John McGuinness
Bildergalerie mit 5 Bildern

Mehr als 750 Wissenschaftler und Experten aus verschiedenen Branchen analysierten den Datensatz und stellten ihn visuell dar. Die Analysen ergaben eine Vielzahl von Erkenntnissen über den Fahrstil von John McGuinness. Dabei dürfte wohl am interessantesten sein, dass der Vergleichsfahrer zwar schneller in die Kurven hineinfuhr, aber langsamer herauskam.

John McGuinness hingegen bremste vor den Kurven härter ab, konnte dadurch eine bessere Linie fahren und früher wieder beschleunigen. Damit war er insgesamt schneller.

EMC wiederholte das Experiment mit leistungsfähigeren Sensoren während der Isle of Man TT im Juni. Das Ziel war es, dort noch wesentlich mehr Daten zu sammeln, um endgültig die Frage beantworten zu können, warum John McGuinness so schnell ist. Das Projekt ist auch in einem Film dokumentiert worden, der im Herbst 2015 erscheint.

(ID:43499541)