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Suzuki FatMile: Vom Dauerbrenner zum Trendsetter

| Autor / Redakteur: sp-x / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Suzuki Europe will mit dem Konzeptbike „FatMile“ zeigen, wie man das etwas angegraute Motorradkonzept der 1250 Bandit S auffrischen kann.

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Suzuki International Europe zeigt, was man aus dem biederen Dauerbrenner GSF 1250 Bandit S machen kann.
Suzuki International Europe zeigt, was man aus dem biederen Dauerbrenner GSF 1250 Bandit S machen kann.
(Foto: Suzuki)

Seit fast zwanzig Jahren gilt die Suzuki Bandit als Bestseller mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Unter dem Motto „großer Motor zum kleinen Preis“ ist sie derzeit als 1250er mit 72 kW/98 PS im „Best-Price“-Angebot für 7.990 Euro zu haben. Doch der aktuelle Zeitgeist ist dem schier unverwüstlichen Alleskönner längst davongeeilt. Suzuki Europe will nun mit der „FatMile“ zeigen, wie man das etwas angegraute Motorradkonzept der 1250 Bandit S auffrischen kann. Deshalb haben die Designer Daniel Händler und Hans A. Muth aus dem alten Mainstream-Bike einen hochaktuellen Café Racer gezaubert – mit allerhand Zutaten, mit denen Bandit-Piloten vielleicht schon bald ihr braves Schnäppchen nach eigenem Geschmack und Budget veredeln können.

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Der „FatMile“ sieht man kaum an, dass sie auf der Suzuki Bandit basiert. Zwar blieb die wesentliche technische Basis aus Motor und Rahmen erhalten, aber Custom-Teile aus aller Welt, eine Speziallackierung und die Vorderradgabel der supersportlichen Markenschwester Suzuki GSX-R 1000 verändern den Auftritt der 1250er massiv. Lenkerstummel mit Griffen vom italienischen Spezialisten Rizoma sind direkt und sportlich tief an die Upside-Down-Gabel geflanscht. Vier schlanke Endrohre ersetzen den originalen, etwas klobigen Einzel-Auspufftopf der Serienversion.

Den Antrieb der FatMile haben ihre Schöpfer original belassen, denn bereits mit der serienmäßigen Schubkraft des Bandit-Antriebs von 108 Nm schon bei 3.700 U/min-1 wird sich das Einzelstück auf ersten Viertelmeile-Sprints tapfer schlagen können. Auftritte der FatMile etwa beim großen Leonberger Biker-Treffen „Glemseck 101“ sollen der Motorradszene die Umbauten schmackhaft machen, die schon bald zu kaufen sein könnten. Noch steht dies allerdings ebenso wenig fest, wie die Frage, ob sich die japanische Zentrale vielleicht sogar zu einem Serienbike nach dem Vorbild der FlatMile hinreißen lässt. Als Ansporn könnte BMWs ähnlich entstandene R nineT gelten. Der puristische Roadster verkörpert derzeit erfolgreich den Mix aus moderner Großserientechnik und klassischem Café-Racer-Design, die Auftragsbücher bei BMW sind auf Monate hinaus voll.

Das individuelle Erscheinungsbild der Suzuki FatMile ist eine Mischung aus der originalen Bandit und zahlreichen Custom-Teilen. Ein mächtiger 200er Hinterreifen von Metzeler ersetzt den serienmäßigen 180er und sorgt zusammen mit einem hochgezogenen Hinterteil aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) für eine brachiale Heckansicht. Diese wird von winzigen LED-Blinkern kaum beeinflusst. Der serienmäßige Bandit-Tank verliert jeden Anschein von Großserie, indem die beiden Designer die Umlackierung durch einen braunen Leder-Tankgurt ergänzten – eines der vielen klassischen Merkmale im Stil der Sechziger Jahre, wie sie in der aktuellen Café Racer-Szene äußerst beliebt sind.

Ob die einzelnen Tuning-Teile vielleicht als Umbau-Kit erhältlich sein werden, muss sich je nach Publikumsresonanz erweisen, ebenso der eventuelle Serienstart eines derartigen Zeitgeist-Motorrads. Die Vorgehensweise, aus der biederen Bandit 1250 S die trendige FatMile zu entwickeln, hat bei Suzuki Tradtion: Bereits 1981 hat Design-Meister Hans A. Muth sein stilprägendes Design-Bike Katana auf Basis des Mainstream-Motorrads GSX 1100 entwickelt. Die Katana ging damals als extrem futuristisches Motorrad in Serie.

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