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Suzukis schöne neue App-Welten

Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Die Motorrad-App des Herstellers Suzuki nutzt Geofencing, Beacons und NFC für 1:1- Marketing. Was Hersteller, Händler und Kunden damit alles anfangen können, soll dieser Anwenderbericht des Entwicklers Mobivention aufzeigen.

Erfolgreich im Einsatz auf der Intermot 2016: die Suzuki Motorrad-App.
Erfolgreich im Einsatz auf der Intermot 2016: die Suzuki Motorrad-App.
(Bild: Suzuki)

Das Wörtchen „App“ hat in Zeiten der digitalen Revolution eine erstaunliche Karriere hingelegt. Die Abkürzung steht für „Application software“, auf gut deutsch also Anwendungs-Software oder komplett übersetzt: Anwendungsprogamm. Man könnte auch sagen, es geht in diesem Artikel um digitale Helferlein für Smartphones oder Tablet-Computer. Im »bike und business«-Kosmos natürlich fokussiert auf Biker. Wir wollen dies am Beispiel von Suzukis Motorrad-App durchexerzieren.

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Die Suzuki-Motorrad-App ist gedacht für Biker, die bereits bestens vernetzt sein wollen, wenn sie auf Tour sind, womöglich zeitnah die schönsten Routen weiterempfehlen und sich auf kurzem Wege mit anderen Motorradfahrern austauschen möchten. Um seinen Kunden genau diese und weitere Services kostenfrei anbieten zu können, hat Suzuki die Agentur Mobivention mit der Entwicklung einer Motorrad-App für Android und iOS beauftragt. Seit Februar 2016 ist sie auf dem Markt und wurde seitdem allein in Android zwischen 10.000 und 50.000 Mal installiert.

Die Suzuki-Motorrad-App ist auf die Bedürfnisse begeisterter Biker abgestimmt, die Motorradfahren als „Way of Life“ empfinden. Suzuki verfügt mit der in der Programmiersprache „Java“ für Android-Smartphones und in „Swift“ für iPhones entwickelten App über ein mobiles 1:1 Marketing-Tool. Es soll nicht nur Suzuki-Fahrer ansgesprochen werden, sondern auch Personen, die sich für eine Maschine der Marke interessieren oder generell Interesse am Motorradfahren haben.

Die Funktionen der Motorrad-App

Mit der App erhalten Nutzer jederzeit und überall aktuelle News und Termine rund um die Marke und ihre Motorräder – und das aus unterschiedlichen Nachrichtenkanälen (Facebook, Youtube etc.). Außerdem können die eigenen Touren via GPS-Tracking aufgezeichnet und im Format „GPX“ exportiert werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit Freunden Tourengruppen zu bilden, sich zu verabreden und unterwegs zu chatten. Per Push-Benachrichtigungen können die Nutzer sich auch bei geschlossener App über News und Gruppenaktivitäten informieren. Natürlich gibt es auch eine geobasierte Händlersuche. Probefahrten und Vermietungen können bequem per App direkt im Handel angefragt werden. Last but not least kann die App individuell gestaltet werden mit wählbaren Akzentfarben und eigenem Bike sowie Profilfoto.

Speziell für Großveranstaltungen wie Motorradrennen oder Messen, an denen Suzuki beteiligt ist, wurden ortsbasierte Funktionen in die App integriert: „Die ortsbezogenen Aktionen werden mittels Geofencing, Beacon-Technologie und Nahfeldkommunikation (NFC = Near Field Communication) ermöglicht. Zu unserem Entwicklungsauftrag gehörte deshalb auch die serverseitige Konfiguration für Beacons und Geofencing“, berichtet Mobivention-Geschäftsführer Dr. Hubert Weid. „Diese eröffnet einen großen Spielraum für die Nachrüstung weiterer Location Based Services. So haben wir der App beispielsweise für den Auftritt von Suzuki Motorrad auf der Intermot 2016 hier in Köln verschiedene ortsbasierte Funktionen hinzugefügt.“

Die Suzuki Motorrad-App im Messeeinsatz

2016 brachte Suzuki die Motorrad-App auf der Intermot erstmals zum Einsatz. Ziel des Messemarketings war es, die App als zusätzlichen Kommunikationskanal zu nutzen, um möglichst viele Besucher zur Messe sowie in der Folge auf den Suzuki-Stand und insbesondere zu den Exponaten zu locken. „Wir haben die App für die Intermot 2016 mit Hilfe von Mobivention gezielt um Funktionen des 1:1-Marketings erweitert. Dabei wurden Geofences (geografische Zäune) zur Auslösung von Pushnachrichten definiert, um die Aufmerksamkeit von Besuchern schon im Umkreis der Messe zu erregen und sie gezielt auf unseren Stand zu lotsen. Wird's irgendwo interessant, „drückt“ das System automatisch eine Mitteilung raus. Auf dem Stand haben wir dann Beacons (von Leuchtfeuer/Signalstation) zur direkten Interaktion mit den Usern eingesetzt“, erklärt Gunnar Markus, Online Manager Motorcycle & ATV bei Suzuki Deutschland.

Die technischen Bausteine des mehrstufigen Messekonzepts: Drei Geofences wurden in einem Radius von 20 Kilometern um das Messegelände und die Messehalle mit dem Suzuki-Stand definiert, serverbasiert eingerichtet, lokal in die App geladen und dann offline vorgehalten. Sobald ein App User den Geofence betrat oder verließ, erhielt er eine individuell abgestimmte Pushnachricht. Die Ermittlung der Geokoordinaten erfolgte mittels GPS oder über das Mobilfunknetz.

Zudem kamen reichweitenstarke Beacons zur Begrüßung auf dem Messestand sowie Proximity-Beacons, also im „Nahbereich“ zur Markierung der ausgestellten Motorräder zum Einsatz. Näherte sich der Nutzer der App einer Maschine, erhielt er so ein Datenblatt mit den technischen Informationen, die er direkt auf seinem Smartphone speichern und teilen konnte.

Last but not least wurden NFC-Tags für die Markierung der einzelnen Stationen einer digitalen Schnitzeljagd über den Suzuki-Stand verwendet. Da iOS-NFC allerdings nur für interne Anwendungen freigibt, wurden die NFC-Tags nur für Android-Smartphones verwendet und für iPhones alternativ QR-Codes.

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