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Taugen Motorradkataloge, um Bike-Newcomer zu begeistern?

| Redakteur: Sarah Brückner

Wie eine Redaktionspraktikantin ohne bisherige Berührung zum Thema Motorrad die drei neuen Kataloge von Hein Gericke, Louis und Polo bewertet.

Die drei Werke in meinen Händen: Hein Gericke, Louis und Polo.
Die drei Werke in meinen Händen: Hein Gericke, Louis und Polo.
(Foto: Stephan Maderner)

Seit knapp zwei Wochen bin ich, Sarah Brückner, das neue Gesicht bei «bike und business». Genauer gesagt: ich bin die neue Redaktionspraktikantin unter der Leitung von Stephan Maderner. Im „wahren“ Leben habe ich mit jeglicher Form von Zweirädern eigentlich so gar nichts am Hut. Es sind eher andere Dinge, die mich in Wallung bringen. So interessiere ich mich beispielsweise eher für Themen wie Ballsport, Mode, oder Reisen. Als Stephan heute Morgen in mein Büro kam und mich vor die Aufgabe stellte, drei verschiedene Motorradkataloge zu bewerten, war mein erster Gedanke „Ohje! Ich hab' doch gar keine Ahnung von sowas.“ Aber genau das sollte das Ziel sein: Eine möglichst unvoreingenommene und unbedarfte Bewertung aus der Sicht eines Laien, denn schließlich geht es, wie fast in jedem Bereich des Lebens, auch in der Motorradbranche darum, das Interesse des Nachwuchses zu wecken und ihn für das Zweirad zu begeistern. Im Folgenden finden Sie also meine ganz persönlichen, absolut nicht fundierten Rezensionen.

Hein Gericke: Schlichte Eleganz

„Wow!“. Das war mein erstes, intuitives Gefühl, als ich die neue Ausgabe des Hein Gericke Katalogs 2015 in Händen hielt. Auffallend ist das hochwertige Hardcover, welches sofort ins Auge sticht. Auch die aus rotem Stoff eingesetzten Lesezeichen lassen eher auf ein Buch, als auf einen Katalog schließen. Die weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund wirkt hart und könnte auch das Cover eines Krimis zieren. Alles in allem vermittelt der Katalog von außen einen exklusiven, minimalistisch modernen Eindruck.

Kleines Manko: Aufgrund des völlig in schwarz gehaltenen Covers erkennt man nicht unbedingt auf den ersten Blick, dass es sich um einen Motorradkatalog handelt. Schlägt man die erste Seite des Objekts auf, so springt dem Leser gleich der Slogan „Willkommen zu Hause“ ins Auge. Klug gewählt, wie ich finde, denn vermitteln die zwei magischen Worte „zu Hause“ nicht immer eine Art von Wohlbefinden und Angekommen sein?

Das Intro ist mit kleinen Bildern modern gestaltet, für meinen Geschmack jedoch etwas zu lang geraten. Auch das Inhaltsverzeichnis überzeugt nicht wirklich: Überschriften sind farblich nicht hervor gehoben und auch das Layout ist meiner Meinung nach wenig ansprechend gestaltet. Blättert man eine Seite weiter, so stößt man auf eine Auflistung aller im Katalog enthaltenen Marken. Bunt, ansprechend, passt. Schaut man sich nun die inneren Werte des Katalogs an, so besticht dieser vor allem durch schlichte Eleganz. Klare Anordnungen hinter meist weisen Hintergründen wirken ruhig, übersichtlich und lassen dem Produkt genügend Fläche. So präsentieren sich beispielsweise die Produkte der Eigenmarke Hein Gericke, aber auch alle anderen Marken, ordentlich auf schlichtem Hintergrund. Besonders preiswerte Angebote werden durch „Special Offer“-Seiten und fettgedruckter, roter Schrift gut angekündigt. Auch kleine, in auffälligem rot gehaltene Boxen mit Informationen wie „Schnitt für lange & kurze Größen“, machen das Produkt interessant und vermitteln Wissenswertes auf den ersten Blick. Mangelhaft ist jedoch, dass die jeweilige Marke des Produkts für einen Laien nicht sofort erkennbar ist. Oft lässt sich erst bei genauerer Betrachtung feststellen, um welche Produktmarke es sich handelt. Zwar ist der Katalog mit 508 Seiten und einem Gewicht von 1.050 Gramm ein eher kleineres Modell unter seinen Konkurrenten, durch seine Eleganz und Geradlinigkeit packt er jedoch jeden Biker, der auf Übersichtlichkeit und wenig gestalterisches Schnickschnack steht.

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