Technik-Impulse auf der Ausbildertagung

6. Ausbildertagung Freiburg mit spannenden Themen

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Marc Schulte von Ducati demonstrierte, wie wichtig moderne Diagnosetechnik ist.
Marc Schulte von Ducati demonstrierte, wie wichtig moderne Diagnosetechnik ist. (Foto: Rosenow)

Am 12. und 13. November fand die 6. Ausbildertagung im Zweiradgewerbe statt. Spannende Vorträge unter anderem von Continental und Ducati zeigten den Stand der Technik in der Zweiradbranche.

Rund 50 Teilnehmer trafen sich am 12. und 13. November 2015 in Freiburg zur 6. Ausbildertagung für das Zweiradgewerbe. Ziel der Veranstaltung, die von der Handwerkskammer Freiburg durchgeführt wird, ist es, den Zweiradtechnik-Ausbildern die neuesten technischen Entwicklungen zu vermitteln. Mit den Vorträgen und mit praxisnahen Demonstrationen sollen die Profis in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Lehrgangsinhalte stets dem neuesten Stand der Technik anzupassen, um als Multiplikatoren einen aktuellen, technisch hochwertigen und praxisnahen Unterricht konzipieren zu können.

Zum Teilnehmerkreis gehören Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie kamen aus drei Bereichen: Ausbildungsmeisterinnen und –meister der überbetrieblichen Ausbildung, Trainerinnen und Trainer für technische Lehrgänge und Meistervorbereitungskurse im Zweiradmechaniker-Handwerk sowie Berufsschullehrerinnen und -lehrer entsprechender Schulen.

Projektleiter Joachim Rapp hatte ein hochwertiges Fachprogramm zusammengestellt. Am ersten Tag stand die Fahrradtechnik im Mittelpunkt. Den Anfang machte Holger Schmitt vom Reifenhersteller Ralf Bohle (Schwalbe), der Themen wie die Produktion von Fahrradreifen und Schläuchen, die Tubeless-Technik sowie das Doppelkammer-System „Procore“ erklärte. Zweites Thema am „Fahrradtag“ war die neue Motorentechnologie für Pedelecs und E-Bikes, mit der der Autozulieferer Brose in den Zweiradmarkt eingestiegen ist. Basis des Brose-Antriebssystems ist ein millionenfach produzierter Lenkungsmotor für Automobile, der nach Automotive-Qualitätsstandards hergestellt wird und sehr leistungsstark ist. Vortragender war Marco Klimmt, Vertriebsleiter Antriebstechnik bei der Brose GmbH in Berlin.

Die Suche nach dem neuen Meisterprüfbild

Abschließend gab Bundesinnungsmeister Frank Döring einen Einblick in die aktuellen Schwerpunkte der Verbandsarbeit. Dabei ging es in erster Linie um die berufliche Aus- und Weiterbildung. So soll noch bis 2016 die ÜLU (Überbetriebliche Lehrunterweisung) neu ausgerichtet werden. Auch das Thema Hochvoltschulung befindet sich derzeit in der Abstimmung. Hierfür wollen Handel, Industrie, Handwerk und Berufsgenossenschaften ein einheitliches Konzept erarbeiten, das den Fahrradmechanikern in einer eintägigen Schulung vermittelt werden soll. Die Motorradkollegen müssen hingegen zwei Tage büffeln.

Ein wahres Großprojekt steht im Zeitraum 2016/2017 an: die Erarbeitung eines neuen Meisterprüfungsbilds für den „Zweiradmeister 2020“. Die genaue Ausgestaltung und Bezeichnung ist noch strittig, was sich auch in der abschließenden Diskussion unter den Teilnehmern zeigte. Soll es weiterhin den Zweiradtechnikermeister mit der Spezialisierung auf Fahrrad- oder Motorradtechnik geben – oder sind zwei getrennte Meisterbilder besser? Es bleibt spannend.

Pedelec-Tuning? Die Polizei weiß Bescheid

Am Freitag, den 13. November ging es weiter mit den Motorrad-Themen. Das Datum erwies sich dabei nicht als schlechtes Omen – im Gegenteil. Drei hochinteressante Vorträge warteten auf die Ausbildungsprofis: Zum einen erläuterte Lothar Kienle, Entwicklungsleiter Elektronische Bremssysteme bei Continental, den Aufbau und die Leistungsmerkmale moderner Antiblockiersysteme für Motorräder.

Das ABS wird den deutschen Motorradmarkt in den nächsten Jahren komplett durchdringen, denn am 2017 müssen alle neuzugelassenen Maschinen damit ausgerüstet sein. Entsprechend wichtig ist es in der Ausbildung, Fachkenntnisse zum ABS zu vermitteln.

Einen hochinteressanten Beitrag lieferte Antonio Fusco, Dozent an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg. Er referierte über die Zulassungsordnung und die daraus folgenden Pflichten für die unterschiedlichen Bauarten von Elektro-Zweirädern. Dass viele Nutzer ihre E-Bikes und Pedelecs manipulieren, um die lästige Helmpflicht zu umgehen und Geschwindigkeitslimits zu überschreiten, ist bei der Polizei längst bekannt. Hersteller und Händler von Tuningteilen oder -software müssen hier sehr genau den rechtlichen Rahmen beachten, in dem sie sich bewegen.

Sieben Steuergeräte in der Ducati Multistrada

In einer ganz anderen Leistungsklasse war der abschließende Referent unterwegs: Mark Schulte, Leiter After Sales beim deutschen Ducati-Importeur, stellte am Beispiel der neuen Multistrada die Systemtechnik und die Diagnosemöglichkeiten an einem modernen Hightech-Bike vor. Die Herausforderung könnte für klassische „Schrauber“ nicht größer sein: Die Multistrada hat sieben Steuergeräte!

Auch am Freitag diskutierten die Ausbilder munter mit und löcherten die Vortragenden mit Fragen. Dass sie ihr Handwerk verstehen und ihre Auszubildenden gut auf das Berufsleben vorbereiten, zeigte sich am folgenden Samstag beim Praktischen Leistungswettbewerb der Zweiradmechaniker. Was die jungen Zweiradschrauber hier leisteten, war wirklich aller Ehren wert!

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