Motorradsound: Viel Lärm um nichts?

Verkehrsblattveröffentlichung sorgt für Verwirrung

| Autor: Stephan Maderner

Kesstech-Anlagen haben eine eigene EU-Typengenehmigung und sind daher laut Hersteller immer zulässig. Erkennbar sei dies an der e-Nummer für die EU-Typengenehmigung, z.B. e4.
Kesstech-Anlagen haben eine eigene EU-Typengenehmigung und sind daher laut Hersteller immer zulässig. Erkennbar sei dies an der e-Nummer für die EU-Typengenehmigung, z.B. e4. (Bild: Kesstech)

In jüngster Zeit stößt das Thema Motorradlärm in den Ohren der Öffentlichkeit zunehmend auf Resonanz. Zuletzt sorgte eine Verlautbarung im Verkehrsblatt für Wirbel. Im Fokus: das scheinbar illegale Nachrüsten von Fahrzeugen mit Soundgeneratoren und Klappen-Schalldämpferanlagen.

Der Kampf gegen vermeidbaren Motorradlärm wird in zunehmendem Maße mit harten Bandagen geführt. Immer öfter im Blickpunkt der Kritik stehen die bekannten Anbieter: Kesstech, Jekill & Hyde oder Penzl – mit ihren elektronischen Auspuffklappensytemen. Alle drei Hersteller berufen sich auf Produkte, die laut Herstellerangaben in allen Parametern den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und eine EG-ABE besitzen, womit ein Eintragen in die Fahrzeugpapiere nicht notwendig ist.

Dennoch sorgte eine in einigen Medien besprochene Verkehrsblattverlautbarung Nr. 53 Ziffer 2 vom 2. Februar 2018 (LA 27/7352.1/3) für Verwirrung. Der durch seine juristisch-verklausulierte Art verfasste Text sorgte ganz offensichtlich bei Experten für Fehlinterpretationen und falsche Schlüsse. In mindestens einem bekannten Fall hat der Vertreter einer Sachverständigenorganisation dem Halter eines derart ausgestatteten Bikes die Zulassung verweigert. Und auch die Polizei scheint bei ihren zuletzt verstärkten Kontrollaktivitäten zunehmend verunsichert und konfrontiert Biker mit der vermeintlichen Illegalität ihrer Systeme.

Im konkreten Fall des zitierten Artikels im Verkehrsblatts ging es um die Nachrüstung von Soundgeneratoren, Änderungen der Steuerung von Klappen-Schalldämpferanlagen und serienmäßig an Kraftfahrzeugen verbauten Soundgeneratoren.

Diese Konstellation sei aber „nicht auf Kesstech-Anlagen anwendbar“, signalisierte die auf den Plan gerufene Pressestelle von Kesstech. „Die elektronischen Kesstech-Anlagen sind und bleiben legal“, teilen die Öffentlichkeitsarbeiter des Hersteller aus dem unterfränkischen Obertheres mit:

• Die Verkehrsblattverlautbarung betreffe nur Sachverhalte, die einer nationalen Überprüfung bedürfen.

• Nach europäischem Recht bereits typengenehmigte Sachverhalte bedürften keiner erneuten nationalen Überprüfung.

• Kesstech-Anlagen hätten eine eigene EU-Typengenehmigung und seien daher immer zulässig (erkennbar an der e-Nummer für die EU-Typengenehmigung, z.B. e4).

Kesstech bleibt dabei: „Wir können den Motorradfahrern also nach wie vor ein unverwechselbares, aber vor allem legales Sounderlebnis ermöglichen. Und da ist beides möglich: Richtig Spaß haben und gleichzeitig rücksichtsvoll unterwegs sein.“

Schalldämpfer contra Brüllrohr

Fazit: Was halten Sie von der aktuellen Diskussion um die Soundklappen an Motorrädern? Sind unsere Motorräder tatsächlich zu laut? Wie viel Lärm lässt sich die Gesellschaft von uns Bikern noch gefallen? Schalldämpfer contra Brüllrohr – der Kampf hat längst begonnen. Ihre Meinung zählt,. Schreiben Sie der Redaktion (E-Mail: stephan.maderner@vogel.de) oder kommentieren Sie am Ende des Artikels.

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