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Testride Honda VT 1300 CX

| Autor / Redakteur: Tom Müller / Martina Eicher

Mit dem 2011er Honda-Chopper VT 1300 CX auf Tuchfühlung

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Der Autor Tom Müller bei seiner Testfahrt mit dem Honda-Chopper.
Der Autor Tom Müller bei seiner Testfahrt mit dem Honda-Chopper.
( Foto: Tom Müller )

Steigende Temperaturen, Sonnenschein und Wochenende. Dazu das passende Objekt, eine prachtvolle Honda VT 1300 CX in himmelblau-metallic! Jetzt noch schnell die Kamera eingepackt und ab die Post! Einmal im niedrigen „Chefsessel“ Platz genommen, drücke ich den Starterknopf. Begrüßt von sonorem Grollen lege ich den ersten Gang ein und nehme langsam Fahrt auf. Der Anfang ist schon mal gelungen. Mit den vorverlegten Fußrasten sitze ich entspannt wie in einem Cabrio. Der Motor reagiert seidenweich; mit seinen 58 PS ist er aber etwas schwächlich auf der Brust, gilt es doch, 309 Kilogramm betankte Masse zu bewegen – und mich. Bereits ab 2.250 Umdrehungen gibt es volles Drehmoment. Bullerig wie ein amerikanischer Straßenkreuzer entfaltet das Auspuffduo sonoren Klang. Man möge mir den Vergleich mit einem Schiffsdiesel verzeihen. Im ersten Gang lässt sich damit locker eine komplette Stadtrundfahrt Eis essend bewältigen. Die lange Übersetzung und der seidige Kardanantrieb machen es möglich. Take it easy. Schluss mit hektisch.

Auf der Landstraße zeigt die VT 1300 CX dann, was Cruisen bedeutet. Mit gut abgestimmtem Fahrwerk lassen sich die rund sechs Zentner geschmeidig durch das sonnige Frankenland chauffieren.

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Der Schein trügt

Die VT 1300 CX wirkt als Fabrikchopper sehr glatt und gewollt; eigentlich zu brav. Sie greift viele Designelemente des Chopper-Genres auf. Rahmenbauweise (High Neck), langer Radstand, Stretch-Tank, niedrige Sitzposition, gekröpfter Lenker, unterschiedliche Bereifung (vorne schmal/hinten breit) usw. Dies alles aber nur im Zitat. Unterm Strich bleibt es ein modernes Bike in Chopperverkleidung. Ein komfortables, leicht zu bewegendes Bike, das Fahrspaß garantiert, aber keine nachträgliche persönliche Custom-Note braucht. Honda verfolgt mit der VT 1300 C einen eigenen Weg und entzieht sich so einem Vergleich mit dem großen amerikanischen Vorbild.

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Sorry: Zuviel Plastik!

Für meinen Geschmack befindet sich am Bike zuviel verchromtes Plastik. Das mag im Sinne der Gewichtseinsparung und Verbrauchsminimierung klar gehen, schmerzt mein Puristenherz aber gewaltig. Angefangen beim allzu Pkw-haften Cockpit, über die aufgesetzten Zylinderkopfverschalungen bis hin zur Zündschlossbox und den verchromten seitlichen Karosserieteilen: An vielen neuralgischen Punkten erwarte und vermisse ich Metall. Sogar der Wasserkühler ist aus (schwarzem) Plastik. Speziell die vordere Zylinderkopfverschalung ist durch die High-Neck-Rahmenbauweise des Bikes von allen Seiten Wind, Wetter und Steinschlag ausgesetzt. Metall dürfte da die robustere Wahl gewesen sein. Und wertiger. Der Zubehörhandel reibt sich schon die Hände ...

Fazit

Ein Bike für designorientierte Käufer, die eine akzentuierte klassische Anmutung zum Posen vor der Espressobar zu schätzen wissen. Nichts für Puristen, die mit einem Chopper eher das Rebellenhafte und Abenteuerliche verbinden. Nichts für ungut.

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