Testride Yamaha XJ 6

Gar nicht langweilig

22.03.2011 | Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Konrad Wenz

Die Yamaha XJ 6 Diversion hatte es im Testride nicht leicht. Sie wurde von oft nicht gerade schmeichelhaften (Vor-) Urteilen begleitet, die sie aber eins nach dem anderen Lügen strafte.
Die Yamaha XJ 6 Diversion hatte es im Testride nicht leicht. Sie wurde von oft nicht gerade schmeichelhaften (Vor-) Urteilen begleitet, die sie aber eins nach dem anderen Lügen strafte.

Die Yamaha XJ 6 bietet für jeden Biker etwas

Mehr oder weniger vernichtende Kommentare begleiteten den Fahrzeugschlüssel der Yamaha XJ 6 durch die Redaktion: „Das ideale Motorrad für Wiedereinsteiger oder Fahranfänger“ war dabei noch die positivste Aussage, obwohl es klar war, dass dies nur die freundliche Umschreibung für blutige Anfänger und Nichtskönner auf dem Bike sein sollte. Schlimmer hörte sich da „was für Mädchen“ oder „äußerst langweilig“ an. Zudem nennt auch der japanische Hersteller selbst in seiner Internetbeschreibung der Maschine die Wieder- und Neueinsteiger als Fahrer der XJ 6 an erster Stelle.

Fahrspaß gab es allen Vorurteilen zum Trotz

Mit einem derart vorbelasteten Redakteur hatte es die Yamaha beim Testride natürlich nicht leicht. Doch soviel gleich vorab: Die XJ 6 Diversion bereitet durchaus Fahrspaß — auch dem Motorradfahrer, der nicht in die oben genannten Gruppen einzuordnen ist. Bei den leichten Gussrädern angefangen, die für eine geringe ungefederte Masse sorgen, über die stabile Telegabel mit 41 Millimeter starken Standrohren bis hin zur Hinterradschwinge mit Zentralfederbein — alle Details des Motorrads erscheinen durchdacht und dienen der guten Straßenlage.

Der Druck auf den Starter bringt ein nicht unangenehmes Motorsurren hervor. Das moderne Reihenvierzylinder-Aggregat mit Flüssigkeitskühlung und 600 cm³ sorgt schon bei niedrigen Drehzahlen für überraschend starken Vortrieb. Das Triebwerk, das seine Leistung gleichmäßig, aber trotzdem kraftvoll entfaltet, hängt gut am Gasgriff. Der nach vorn geneigte Motor erweist sich als laufruhig, obwohl er seine volle Leistung von 57 kW (78 PS) erst bei 10.000 min-1 erreicht. Das maximale Drehmoment von knapp 60 Newtonmetern steht bei 8.500 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung.

Ergänzendes zum Thema
 

Testride Yamaha XJ 6

Das ausgewogene Fahrwerk ermuntert den XJ-6-Fahrer geradezu, das Motorrad in Schräglage auszutesten – in unserem Fall in den Tiefen und Höhen der Eifel. Dieses Vulkangebiet im Westen Deutschlands, das unter anderem auch den berühmten Nürburgring beheimatet, eignet sich hervorragend für kurvensüchtige Biker. Die rund 215 Kilogramm schwere XJ 6 meistert alle Kurvenradien mit großer Gelassenheit. Die Motorabstimmung der Yamaha lässt keine Wünsche offen. Auch in engen Kurven, beispielsweise Spitzkehren, lässt sich die Leistung gut dosieren. Der Motor wechselt souverän vom Last- in den Schiebebetrieb – zugegeben, das ist für Fahranfänger perfekt, stößt aber auch beim erfahrenen Biker nicht auf Ablehnung.

Die Sitzhöhe von etwa 790 Millimetern lässt auch kleine Fahrer mühelos den Boden erreichen – womit wir wieder beim Klischee „für Mädchen“ angekommen sind. Zudem entwickelten die Japaner für die XJ 6 einen neuen Stahl-Brückenrahmen, der gerade im Bereich des Fahrersitzes relativ schmal ausfällt. Dennoch fühlt sich auch der 1,83-Mann auf dem Motorrad nicht unwohl. Zur Not lässt sich der Lenker durch Verdrehen seiner Klemmen um etwa zwei Zentimeter nach vorn verlegen. Die Sitzbank ist auch für längere Strecken ausreichend gut gepolstert, könnte aber nach Aussage der Sozia etwas mehr Platz nach hinten bieten. Die Vier-in-eins-Auspuffanlage mit dem mittig platzierten Endschalldämpfer erlaubte es den japanischen Konstrukteuren, die Fußrasten für den Beifahrer angenehm tief zu platzieren, weil kein Schalldämpfer an der Seite stört.

Die XJ 6 Diversion bietet dem Biker in jeder Situation Fahrspaß – deshalb eignet sie sich für die kurvenreiche Ausfahrt genauso wie für den täglichen Weg zur Arbeit, und zwar für den Fahranfänger ebenso wie für den Profi. Und natürlich ist sie auch was für Mädchen. Nur eins ist die Yamaha gewiss nicht: Langweilig!

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