Training für die Trainer

Fünfte bundesweite Ausbildertagung im Zweiradmechaniker-Handwerk

| Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Larry Westney, Marketingmanager bei Cannondale, zeigte auf ungewöhliche Weise, wie stabil die Einarm-Vorderradgabel Lefty ist.
Larry Westney, Marketingmanager bei Cannondale, zeigte auf ungewöhliche Weise, wie stabil die Einarm-Vorderradgabel Lefty ist. (Foto: Schmidt)

Elektromotorräder, E-Bikes und neueste Trends in der Fahrradtechnik, das waren die Themen der fünften bundesweiten Ausbildertagung im Zweiradmechaniker-Handwerk. Außerdem ging es um die Entwicklung bei den Aus- und Weiterbildungsgängen.

Die Gewerbeakademie der Handwerkskammer Freiburg lud Anfang November bereits zum fünften Mal Ausbilder und Trainer von Bildungszentren sowie Berufsschullehrer zu einer bundesweiten Ausbildertagung ein. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „Beratung, Diagnose und Wartung finden nicht im Discounter statt! Was muss ein Zweiradmechaniker aus Sicht der Hersteller und Entwicklungsingenieure wissen, um von den Kunden als kompetenter Ansprechpartner für die komplexe Zweiradtechnik akzeptiert zu werden?“

Die Antwort lieferten Experten von Cannondale, Trickstuff, KTM und Ansmann sowie vom Bundesinnungsverband und vom ZDK.

Aktuelle und kommende Technik bei Fahrrädern behandelten zum Beispiel Wolfgang Ebersbach, Entwicklungsingenieur bei Cannondale und Larry Westney, Marketingmanager bei dem Fahrradhersteller. Nach ihrer Aussage geht der Trend derzeit eindeutig zu gut ausgestatteten Bikes – auch bei Alltagsrädern. Techniktreiber ist im Fahrradsektor derzeit der noch relativ junge Endurosport. Denn dafür müssen die Räder stabil, leicht und schnell sein und gleichzeitig Spaß machen.

Außerdem ist sich Ebersbach sicher, dass in den kommenden Jahren die E-Bikes in den Massenmarkt drängen, da sie im Preis unter die 1.000 Euro-Schwelle sinken werden. Die Kunden würden bei diesen Preisen keine Luxusausstattung erwarten, problemlos funktionieren müssten die Pedelecs trotzdem.

Bei den Materialen sei Aluminium weiterhin gut im Rennen, da man mit diesem Metall leichte und zugleich stabile Rahmen zu relativ moderaten Kosten produzieren könne.

Welcher Aufwand bei der Konstruktion einer Fahrradbremse notwendig ist, erläuterte Klaus Lieder, Geschäftsführer der Trickstuff GmbH. Außerdem ging er in seinem Vortrag auf die notwendigen Wartungsarbeiten bei Scheibenbremsen ein. Dieser Vortrag zeigte eindrücklich, welch komplexe Technik in einem Fahrrad stecken kann.

Welchen Aufwand es dagegen bedeutet, ein komplettes Fahrrad zu entwickeln, das zudem mit einem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit ausgestattet ist, zeigte Manfred Blanck, Bereichsleiter Sonderprojekte beim Energiespezialisten Ansmann. Der Akkuhersteller hatte sich zum Ziel gesetzt, nicht nur einen Antriebs-Kit für ein Pedelec zu entwickeln, sondern gleich das komplette Fahrrad. Und dieses sollte das sicherste Pedelec auf dem Markt werden. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn Ansmann ist dadurch der bisher einzige Hersteller, der E-Bikes mit GS-Zeichen liefern könnte – die Entscheidung für eine Serienfertigung ist allerdings bisher noch nicht gefallen.

Achtung Hochvolt

Ebenfalls um den Elektroantrieb ging es beim Vortrag von Alwin Otto, Kundendienstchef von KTM. Er erläuterte den Teilnehmern, wie KTM seine Händler auf die neuen Elektromotorräder Freeride vorbereitet. Außerdem ging der darauf ein, welche Veränderungen die Hochvolttechnik im Alltag eines Motorradhändlers mit sich bringt. Beispielsweise müssen Händler ihre Kunden detailliert über die Besonderheiten der Antriebsakkus informieren. Doch auch in der Werkstatt gibt es umfangreiche Änderungen. Zum Beispiel die notwendigen Schutzmaßnahmen und einige Besonderheiten bei Servicearbeiten.

Damit das Zweiradmechaniker-Handwerk künftig über gut ausgebildetes Personal verfügen kann, das in der Lage ist, die moderne Technik zu beherrschen, müssen sich die Berufsbilder mit der Technik ändern. Den Anfang hat der Ausbildungsberuf gemacht, der bekanntlich seit diesem Jahr Zweirad-Mechatroniker heißt. ZDK-Referent Joachim Syha erläuterte in seinem Vortrag noch einmal, welche wesentlichen Änderungen die neue Ausbildungsordnung mit sich gebracht hat. Außerdem ging er auf die Neuerungen bei der gestreckten Gesellenprüfung ein. Um die Prüfungsausschüsse hier detailliert informieren zu können, wird der Bundesinnungsverband im Frühjahr 2015 spezielle Prüferseminare anbieten.

Beim Zweirad-Servicetechniker gibt es nach wie vor keine Anerkennung der Prüfung auf den Teil 1 der Meisterprüfung – wie es im Kfz-Gewerbe möglich ist. Doch hier ist der Bundesinnungsverband weiterhin in der Diskussion mit den Bildungsministerien der Länder, um eine solche Anerkennung zu erreichen.

Die Weiterbildung zum Meister will der Verband im Jahr 2016 novellieren, da derzeit neue ordnungspolitische Vorgaben in den Gremien für die Meisterausbildung entwickelt werden. Diese will der Verband dann in der überarbeiteten Meisterverordnung bereits berücksichtigen. Mit einem Zweiradmechatroniker-Meister ist deshalb nicht vor 2017 zu rechnen.

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