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Triebtäter: Von Königswelle bis Zahnrad

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Arbeiten an Zahnradantrieben

Beim Aus- und Einbau von verspannten Zahnrädern (zum Beispiel beim Nockenwellenausbau zum Einstellen des Ventilspiels) ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Manchmal ist eine Sicherung des Verspannzahnrads vorgeschrieben, weil sonst der Wiedereinbau mit der korrekten Vorspannung erschwert wird. Wenn das nicht erforderlich ist, weil die Verspannung zum Beispiel nur einen halben Zahn beträgt, sollte nach dem Lösen der Nockenwellenlagerböcke (und damit bei entlasteter Verspannung) und vor dem Herausnehmen der Nockenwellen die Lage der Nockenwellenmarkierungen festgehalten werden, um das korrekte Wiedereinsetzen zu erleichtern. Es kann nämlich sein, dass durch das Verspannzahnrad die entlastete Nockenwelle etwas verdreht wird und dadurch eine scheinbar „falsche“ Einbaulage erfordert, die sich beim Festziehen der Lagerböcke auf die korrekte Stellung ausrichtet. Sollte ein Zahnradsatz defekt sein, wird dieser oft als komplette Einheit geliefert, die in das Motorgehäuse eingesetzt wird. Eventuelle Markierungen bei der Montage beachten! Auch kann eine Sicherung des Radsatzes in einer bestimmten Stellung erforderlich sein. Bei V-Motoren können die Radsätze für die vordere und für die hintere Zylinderbank unterschiedlich sein; verursacht durch das Verspannzahnrad für den Zahnflankenspielausgleich.

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Zahnradantriebe sind sehr exakt und wartungsfrei. Beim Einstellen und Erneuern von Zahnriemen Herstellervorgaben beachten! Steuerkettengeräusche nicht zu lange ignorieren und Fehlerursache feststellen!

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Königswelle

Der Name leitet sich nicht von ihrem Erfinder, sondern vom Aussehen der Antriebsteile ab. Die Drehbewegung der waagrecht liegenden Kurbelwelle wird durch eine senkrecht stehende Welle auf die ebenfalls waagrecht liegende Nockenwelle übertragen. Dazu ist eine zweimalige Umlenkung der Drehbewegung erforderlich, die mittels Kegelräder vorgenommen wird. Die senkrechte Welle trägt die Kegelräder an ihrem Ende wie eine Krone, daher der Name Königswelle. Ein Schiebestück ermöglicht die Anpassung der Wellenlänge an das sich ausdehnende Motorgehäuse. Der Königswellenantrieb stammt aus der Zeit, als lange Steuerketten noch nicht ausgereift und Zahnriemen noch unbekannt waren. Er ermöglicht ähnlich wie ein Zahnradsatz eine sehr genaue Ventilsteuerung, ohne den Platz eines Zahnradantriebs zu erfordern. Ein wunderbares Motordetail für die Techniker – und ein wirtschaftlicher Albtraum für die Kaufleute. Aus Gründen der Laufruhe sind manche Kegelräder spiralverzahnt und somit teuer in der Herstellung. Dazu kommt die sehr zeitaufwendige Einstellung bei der Herstellung und Instandsetzung, soll der Antrieb trotz aufwendiger Verzahnung nicht durch laute Geräusche auffallen.

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