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Triebtäter: Von Königswelle bis Zahnrad

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Kettenantrieb

Steuerketten für den Nockenwellenantrieb sind derzeit die am häufigsten verwendete Übertragungseinrichtung. Sie sind günstig in der Herstellung, erfordern durch die Inte­grierung ins Motorgehäuse keine aufwendigen Abdichtmaßnahmen und sind mittlerweile durch automatische Spannvorrichtungen auch wartungsfrei. Zur Anwendung kommen Zahn- und Rollenketten. Während Rollenketten (bei korrekter Spannung) geräuschloser laufen, erzeugen Zahnketten mitunter ein sirrendes Geräusch, können aber bei gleichen äußeren Abmessungen höhere Kräfte übertragen. Im Gegensatz zu Zahnriemen erfordern Ketten Führungsschienen, um ein Peitschen der Kette auszuschließen. Während die Schiene auf der Zugseite starr ist, greift an die Schiene auf der Losseite der Steuerkettenspanner an. Bei diesem Bauteil gibt es eine Fülle unterschiedlicher mechanischer und/oder hydraulischer Konstruktionen, und sie entpuppen sich bei manchen Motoren als Achillesferse. Zur Rehabilitierung sei vermerkt, dass die Anforderungen an dieses Bauteil ernorm sind, soll es doch die Steuerkette auch bei über 15.000 min-1 noch sicher im Zaum halten und dabei auch noch eine gewisse Nachgiebigkeit für die temperaturbedingten Längenänderungen besitzen.

Arbeiten an Steuerkettenantrieben

Bei älteren Motorrädern gehört das regelmäßige manuelle Nachspannen der Steuerkette zum Wartungsplan – siehe jeweiliges Werkstatthandbuch. Mechanisch arbeitende automatische Steuerkettenspanner werden von einer Feder gespannt; ein Sperrmechanismus verhindert das Zurückweichen. Zum Einbau muss dieser Spanner ganz zurückgezogen werden, damit er sich überhaupt montieren lässt.

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Klappergeräusche im Kettentrieb mit hydraulischen Spannern beim Startvorgang können auf einen noch nicht mit vollem Öldruck versorgten Spanner zurückgeführt werden und sollten bei laufendem Motor verschwinden. In manchen Steuerkettenspannerdichtungen sind kali­brierte Bohrungen eingearbeitet, die für eine korrekte Ölzufuhr sorgen sollen. Falsche oder falsch montierte Dichtungen können die Spannerfunktion beeinträchtigen!

Kettengeräusche bei warmem Motor weisen meist auf einen defekten Kettenspanner hin und sollten zeitnah durch dessen Austausch beseitigt werden. Dann reicht auch in der Regel die alleinige Erneuerung des Spanners. Fährt man zu lange mit defektem Kettenspanner, besteht die Gefahr von Schäden an der Steuerkette, da die Kettenglieder auf die Zähne aufklettern. Im schlimmsten Fall springt die Kette über und die Ventile schlagen auf den Kolbenboden auf.

Während seitlich angeordnete Steuerketten relativ einfach ersetzt werden können, bedeutet bei mittig laufenden Ketten der Steuerkettenwechsel das vollständige Zerlegen des Motors, da die Ketten üblicherweise endlos sind.

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