Triumph: Die X-Inflation

Hoffnungsträger für Triumph-Dealer

| Autor / Redakteur: sp/x / Stephan Maderner

Hoffnungsträger für die Triumph-Händler: die neue Tiger 800 X.
Hoffnungsträger für die Triumph-Händler: die neue Tiger 800 X. (Foto: Triumph)

Ein Fahrbericht von der Triumph Tiger 800 XCx aus Marbella.

Selten hatte ein Motorrad einen schwierigeren Start als die Triumph Tiger 800 vor vier Jahren: Aufgrund ihrer konzeptionellen Ähnlichkeit zur sehr erfolgreichen BMW F 800 GS sprachen viele abschätzig vom „Abkupfern“. Sieht man einmal von den unterschiedlichen Motoren ab – in der BMW arbeitet ein Zweizylinder-Paralleltwin, in der Triumph ein Dreizylinder – musste man in der Tat schon zweimal hinschauen, um die aus England kommende Tiger von der deutschen GS unterscheiden zu können. Doch trotz ihrer Start-Hypothek hat sich die Tiger 800 sehr gut entwickelt; längst ist sie das weltweit erfolgreichste Motorradmodell des englischen Herstellers.

Kaum optische Unterschiede zwischen alter und neuer Tiger 800

Wie schon vor vier Jahren, so muss man auch heute zweimal hinschauen – um nämlich das 2015er Modell von dem der Vorjahre unterscheiden zu können. Zwar gibt es optische Unterschiede, aber sie sind dezenter ausgefallen als es mancher gerne gehabt hätte; wahrscheinlich wollte man bei Triumph kein Risiko eingehen, infolge einer stärkeren optischen Differenzierung Kunden zu vergraulen. Einerseits ist das verständlich, andererseits wäre beispielsweise eine Überarbeitung der Scheinwerfereinheit mit Integration eines markanten LED-Tagfahrlichts nicht zu viel der Mühe gewesen.

Doch technisch sieht die Sache anders aus, vor allem bei der Tiger 800 XC. Die XC-Version, die Triumph bereits vor zwei Jahren ins Programm genommen hatte, wies von Anbeginn leicht gesteigerte Offroad-Fähigkeiten auf. Dokumentiert wurde das primär durch Speichenräder statt solchen aus Aluminiumguss und ein paar stählerne Motorschutzbügel sowie die bei Zweirad-SUVs unerlässlichen Handprotektoren. Die neue XC unterscheidet sich von der Zwillingsschwester XR stärker als bislang die Tiger 800 XC von der Tiger 800: Ihre Offroad-Tauglichkeit wurde weitaus stärker entwickelt als ihre Fähigkeiten auf Asphalt.

Denn nun weist die XC-Version hochwertigere Fahrwerkskomponenten auf. Diese sind offroad gut genug, um dem Fahrer stets klarzumachen, dass die Serienbereifung der eigentlich limitierende Faktor ist: Wenn nämlich der Untergrund nicht vollständig trocken ist, setzt sich das Profil sehr schnell zu und dann ist – Federweg hin oder her – ganz schnell Schluss mit lustig, weil Seitenführung und Traktion dann unzureichend sind. Wenn aber das Geläuf trocken ist, wie es am Stadtrand von Marbella beim ersten Fahrtest gegeben war, dann zeigt die Tiger 800 XC, dass man mit ihr durchaus lustvoll auf Pisten und Naturstraßen sowie nicht allzu groben Wegen unterwegs sein kann.

Sinnvolle Zusatzausstattungen

Erst recht wenn man die Untervariante XCx fährt. Die 900 Euro Mehrpreis kostende Tiger 800 XCx weist neben einigen weiteren zusätzlichen Ausstattungsdetails (Hauptständer, selbstrückstellende Blinker, Alu-Ölwannenschutz etc.) auch elektronische Assistenzprogramme auf. So kann der Fahrer bei ihr zwischen vier Motormappings (Sport, Road, Rain, Offroad) wählen, die sich hinsichtlich ihres Ansprechverhaltens merkbar unterscheiden und gut gelungen erscheinen. Im Offroad-Fahrmodus sind ABS undTraktionskontrolle anders abgestimmt. Diese elektronische Unterstützung ist keineswegs zu verachten, erhöht sie doch den Fahrspaß. Die Montage von Stollenreifen macht sie aber nicht überflüssig, wenn die Verhältnisse anspruchsvoller werden.

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