Suchen

Triumph-Zug im Taunus

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Noch nie war die englische Marke so erfolgreich und breit aufgestellt wie heute – das zeigte der deutsche Importeur bei den Triumph Mediadays am Firmensitz in Rosbach.

Firmen zum Thema

»bike und business«-Redakteur Jan Rosenows persönlicher Triumph-Zug im Taunus.
»bike und business«-Redakteur Jan Rosenows persönlicher Triumph-Zug im Taunus.
(Foto: Triumph)

Bonneville, Thruxton, Scrambler, America. Street Triple und Speed Triple. Tiger, Tiger Sport und Tiger Explorer. Thunderbird, Trophy, Daytona und Rocket. Noch nie zuvor war die englische Marke Triumph modellseitig so breit aufgestellt, und noch nie war sie so erfolgreich. Gut sieben Prozent Absatzplus im letzten Jahr auf dem deutschen Markt, und ein erfolgreicher Start in die neue Saison zudem – kein Wunder, dass Pressesprecher Uli Bonsels bei den Triumph-Mediadays ein zufriedenes Gesicht zur Schau trug. Dass die Veranstaltung am Freitag, den 13. (Juni) stattfand, konnte seine gute Laune nicht trüben, zumal es keine Vorkommnisse gab, die dem Datum gerecht geworden wären.

Alle Maschinen aus dem derzeitigen Produktangebot standen zur Probefahrt in den kurvenreichen Hügeln des Taunus bereit. »bike und business« war dabei und entschied sich zur ersten Etappe für die mächtige Reisemaschine Tiger Explorer. Sie besitzt den markentypischen Triple in der modernsten und stärksten Ausbaustufe – sieht man mal vom „besten Automotor der Welt“ ab, dem 2,3-Liter-Triebling der Rocket.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 18 Bildern

Die mächtigen Abmessungen und die ordentliche Masse von gut 260 Kilogramm erschrecken nur im ersten Moment, wenn man das Motorrad vom Ständer hievt. Doch sobald die Großkatze rollt, zeigt sie sich lammfromm, einfach zu handhaben und enorm zielgenau. Verblüffend, wie leicht sich das Trumm fahren und wie problemlos es sich auf den engen Sträßchen des Taunus manövrieren lässt.

Das wurde besonders deutlich bei den Fotofahrten, die immer nach folgendem Muster ablaufen: Der Lichtbildner sucht sich eine schöne Fotokurve aus, und in der muss man dann möglichst eine eindrucksvolle Schräglage erreichen und cool und lässig dabei aussehen. Kurz nach der Kurve heißt es, in einer engen Einfahrt wenden, die meistens durch andere Bikes zugestellt ist, und dann durch die gleiche Kurve zurückbrettern. Das Ganze etwa zehn Mal in Folge. Zickige und unhandliche Maschinen werden bei diesem Einsatz zur echten Plage – nicht so die Tiger Explorer.

Bonneville in der Form ihres Lebens

Etwas schwieriger fällt das Thema Fotofahrt schon mit dem Retrosportler Thruxton: Die deutlich nach vorn orientierte Sitzposition und der enge Lenkeinschlag machen den Umstieg nicht leicht – die Thruxton ist nach wie vor etwas für echte Fans, doch müsste sie denen vielleicht etwas mehr Auspuffsound und Drehmoment bieten. Was sich auf der gleichen Basis machen lässt, zeigt die neueste Version der Bonneville. Der Einspritzmotor wirkt drehfreudiger und leistungsstärker als in der Thruxton und macht die Bonnie zu einem echten Landstraßenfeger. Leider setzen die Fußrasten vergleichsweise schnell auf und machen dem Kurvenspaß ein unerwünscht frühes Ende. Aber die Bonneville hat sich wirklich weiterentwickelt und präsentiert sich in der Form ihres Lebens – und Triumph erntet die Früchte. Denn Retro liegt im Trend, und die Firma ist hier gut aufgestellt.

Speed Triple rutscht aus den Top-50

Das gilt eigentlich auch für die Roadster-Baureihe mit Street und Speed Triple, wobei die beiden unter dem Erfolg neuer Konkurrenten wie Yamaha MT-09 oder BMW S 1000 R etwas leiden mussten: Nur noch Platz 20 in der Motorradhitliste (Stand Mai) statt der soliden Top-Ten-Platzierung der letzten Jahre steht für die „Streetie“ zu Buche. Und die legendäre Speed Triple ist sogar aus den Top-50 gerutscht.

Im Fahreindruck sind die beiden Dreizylinder zwar immer noch über jeden Zweifel erhaben, aber manchmal ist das Neue eben des Guten Feind. Und so muss sich Triumph trotz der heutigen Erfolge schon die Frage stellen lassen, wo es in den nächsten Jahren hingehen soll mit der Modellpalette. Dass die Firma eigenständige Volltreffer wie die Speed und Street Triple gelandet hat, ist schon etwas her, und die Neuheiten der letzten Jahre wie die Tiger Explorer oder die Trophy sind zwar gut, ähneln aber recht stark manchen Konkurrenzangeboten. Mal sehen, was auf der Intermot im Herbst in Sachen Triumph-Zukunft zu sehen sein wird.

(ID:42746707)